Ratgeber

Nachsendeauftrag beim Umzug: Kosten & Tipps für 2026

Zur Umzugsplanung gehört ein Nachsendeauftrag. Er sollte schon vor dem Umzug gestellt werden, damit wichtige Post auch künftig rechtzeitig ankommt. Der Nachsendeauftrag ist kostenpflichtig und gilt für maximal 6 Monate.

Was ist ein Nachsendeauftrag?

Ein Nachsendeauftrag ist ein kostenpflichtiger Service der Postdienstleister. Dabei wird Briefpost bei einem Umzug, Sterbefall oder vorübergehender Abwesenheit von der alten an die neue Adresse weitergeleitet.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick:

  • Funktion: Sendungen werden automatisch umgeleitet; die Zustellung verzögert sich dadurch meist um 1 bis 2 Werktage.

  • Vorausverfügung: Absender, zum Beispiel Banken, können mit dem Vermerk „Vorausverfügung“ festlegen, dass Post bei Umzug direkt zurückgeht. So können sie Adressdaten auf den neuen Stand bringen.

  • Datenschutz: Du kannst der automatischen Weitergabe deiner neuen Anschrift an die Absender jederzeit widersprechen.

  • Sonderfall: Ein Nachsendeauftrag kann auch für die Post verstorbener Angehöriger oder bei längerer Abwesenheit erteilt werden.

  • Einschränkung: Seit Ende 2024 werden Päckchen und Pakete nicht mehr automatisch nachgesendet. Man muss sie separat über die DHL-App steuern.

Wann und wo Nachsendeauftrag stellen?

Die Deutsche Post empfiehlt, den Nachsendeauftrag 2 bis 3 Wochen vor dem Umzug zu stellen. Das absolute Minimum sind 5 Werktage. Wer kurzfristiger bucht, kann den Eilauftrag (10 € Aufpreis) nutzen, um die Nachsendung bereits am nächsten Werktag zu starten.

  1. Online buchen (empfohlen)
    Direkt auf deutschepost.de im Bereich „Nachsendeservice". Günstigste Option, kein Filialgang nötig. Zahlung per Lastschrift, Kreditkarte oder PayPal.
  2. In der Postfiliale
    Persönlich mit Ausweis in jeder Postfiliale oder einem PartnerShop. Kostet 3 € mehr als die Online-Buchung.
  3. Identitäts-Prüfung
    Zur Sicherheit prüft die Post die Identität – entweder per PostIdent in der Filiale oder über VideoIdent online.

Was kostet ein Nachsendeauftrag bei der Deutschen Post 2026?

Das Nachsendeservice der Deutschen Post ist kostenpflichtig. Aktuell gelten für Privatpersonen folgende Tarife:

Tarif Buchung Preis Leistung
Privatperson Online 31,90 € 6 Monate
Privatperson Filiale 34,90 € 6 Monate
Geschäftskunden Online 51,90 € 6 Monate
Geschäftskunden Filiale 54,90 € 6 Monate

Alle Preise inkl. MwSt. · Quelle: Deutsche Post AG · Stand 2026. Bis zu 11 Haushaltsmitglieder können kostenlos eingetragen werden.

immowelt Tipp: Beauftrage den Dienst unbedingt online. So sparst du dir 3 Euro.

Fristen: Wann muss der Nachsendeauftrag raus?

Obwohl sich die Laufzeiten verkürzt haben, bleiben die Vorlauffristen streng. Das neue Postgesetz hat der Post zudem mehr Zeit für die Zustellung eingeräumt. Briefe müssen erst am 3. oder 4. Werktag ankommen.

  • Idealer Zeitpunkt: 2 bis 3 Wochen vor dem Umzug.

  • Letzte Chance: Spätestens 5 Werktage vor dem Einzug.

  • Neu: Der Eilauftrag: Wenn du es komplett vergessen hast, bietet die Post jetzt einen Eil-Service an. Gegen einen Aufpreis von 10 Euro wird die Nachsendung schneller aktiviert (oft schon zum nächsten Werktag möglich).

Welche Sendungen werden mit dem Nachsendeauftrag der Deutschen Post weitergeleitet?

Wenn du einen Nachsendeauftrag stellst, leitet die Deutsche Post deine Post sicher an die neue Adresse weiter. Allerdings deckt der Standardauftrag nicht alle Versandarten ab.

Link-Tipp

Nach dem Umzug: Wohnsitz ummelden nicht vergessen.

Das wird standardmäßig nachgesendet:

  • Briefsendungen: Klassische Briefe, Postkarten und Blindensendungen.

  • Einschreiben: Alle Varianten (außer Nachnahme).

  • Bücher- und Warensendungen: Kleinere Sendungen innerhalb Deutschlands.

  • Streifbandzeitungen: Zeitungen und Zeitschriften, die direkt über die Post zugestellt werden.

Das wird NICHT nachgesendet (Ausschlüsse):

  • Päckchen und Pakete: Dieser Service wurde Ende 2024 dauerhaft eingestellt. Um deine Pakete zu steuern, musst du die Umleitung direkt in der DHL-App nutzen. Alternativ kannst du den Absender informieren.

  • Zeitschriften-Abonnements: Verlage nutzen oft eigene Zustelldienste. Informiere die Verlage daher immer direkt über deine Adressänderung.

  • Express-Sendungen: Diese sind grundsätzlich vom Nachsendeservice ausgeschlossen.

  • Auslandssendungen: Pakete und Päckchen werden nicht ins Ausland nachgesendet; Briefe hingegen schon (sofern das Zielland dies unterstützt).

immowelt Tipp: Nutze zusätzlich den kostenlosen Service der Post-App, um eine digitale Briefankündigung zu erhalten. So siehst du sofort, ob wichtige Post an die alte oder neue Adresse geht.

Die Umzugsmitteilung: Die kostenlose Ergänzung zur Nachsendung

Die Umzugsmitteilung ist ein Gratis-Service der Post, unterscheidet sich aber deutlich vom Nachsendeauftrag:

  • Keine Weiterleitung: Briefe werden nicht physisch umgeleitet.

  • Datenbank-Abgleich: Deine neue Adresse wird in einer Datenbank gespeichert.

  • Update für Unternehmen: Vertragspartner wie Banken, Versicherungen oder Versandhäuser können dort deine neue Anschrift abrufen. Sie können dann ihre Listen aktualisieren.

  • Kombination: Du kannst die Umzugsmitteilung beim Beantragen eines Nachsendeauftrags einfach mit einem Klick kostenlos aktivieren.

Fazit: Die Umzugsmitteilung allein reicht für Privatpost (z. B. von Freunden) nicht aus, ist aber super, damit Firmen deine neue Adresse automatisch erfahren.

Weitere Alternativen zum Nachsendeauftrag

Wenn du keinen klassischen Nachsendeauftrag nutzen willst, gibt es andere Möglichkeiten. Du kannst damit auch mehr Kontrolle über deine Post haben.

Briefankündigung per App (Kostenlos)

Die wohl wichtigste digitale Ergänzung ist die Briefankündigung in der Post- & DHL-App. Sobald ein Brief im Sortierzentrum für dich erfasst wird, erhältst du ein Foto des Umschlags auf dein Smartphone. So weißt du schon vor der Zustellung, ob wichtige Post an deine alte Adresse unterwegs ist. Dann kannst du rechtzeitig reagieren.

Postlagerung

Längere Reise oder Auslandsaufenthalt geplant? Wer vorübergehend abwesend ist, kann seine Briefpost für einen Zeitraum von 1 bis 31 Tagen einlagern lassen. Die Post wird sicher gesammelt und nach deiner Rückkehr zu einem vereinbarten Termin gebündelt zugestellt. So quillt der Briefkasten nicht über und Fremde erkennen nicht sofort deine Abwesenheit.

E-POSTSCAN

Wer tagesaktuell und ortsunabhängig auf seine Post zugreifen möchte, kann den E-POSTSCAN-Service nutzen. Hierbei werden eingehende Briefe in einem gesicherten Scan-Zentrum geöffnet, digitalisiert und dir täglich als PDF bereitgestellt. Die physischen Originale werden gesammelt und einmal im Monat (oder nach Absprache) an deine Wunschadresse geschickt. Das ist ideal für Digitale Nomaden oder bei langen Umzugsphasen.

Adress-Änderungen rechtzeitig mitteilen

Ein Nachsendeauftrag ersetzt nicht die aktive Mitteilung deiner neuen Adresse. Nach Ablauf der Laufzeit kommen Sendungen nicht mehr an, wenn der Absender keine aktuellen Daten hat. Besonders bei privaten Kontakten und kleineren Unternehmen sollte die neue Adresse rechtzeitig direkt mitgeteilt werden. Oft reicht dafür eine kurze E-Mail.

Für folgende Stellen ist eine direkte Adress-Änderung besonders wichtig:

  • Arbeitgeber und Lohnbuchhaltung

  • Banken und Finanzdienstleister

  • Versicherungen

  • Finanzamt und Behörden

  • Zeitschriften- und Abonnement-Anbieter

  • Online-Shops und Lieferdienste

  • Arzt- und Zahnarztpraxen

FAQ: Häufige Fragen zum Nachsendeauftrag

Wie lange ist ein Nachsendeauftrag gültig?

Seit Anfang 2025 bietet die Deutsche Post den Nachsendeauftrag ausschließlich mit einer Laufzeit von 6 Monaten an. Die früher verfügbaren Optionen über 12 oder 24 Monate wurden eingestellt. Nach Ablauf kann der Auftrag einfach durch eine Neubuchung verlängert werden.

Ist ein Nachsendeauftrag bei der Post kostenlos?

Nein, der Nachsendeservice der Deutschen Post ist kostenpflichtig. Für Privatpersonen kostet der Nachsendeauftrag bei Onlinebuchung 31,90 €, bei Buchung in der Filiale 34,90 €. Er gilt jeweils für 6 Monate, inkl. MwSt.

Geschäftskunden zahlen 51,90 € (online) bzw. 54,90 € (Filiale). Bis zu 11 Haushaltsmitglieder können ohne Aufpreis eingetragen werden. (Stand 2026)

Wann muss man vor dem Umzug den Nachsendeauftrag stellen?

Die Deutsche Post empfiehlt, den Auftrag 2 bis 3 Wochen vor dem Umzugstag zu stellen. Das Minimum sind 5 Werktage. Wer es kurzfristiger braucht, kann den Eilauftrag (10 € Aufpreis) buchen – dann startet die Nachsendung bereits am nächsten Werktag.

Werden Pakete und Päckchen nachgesendet?

Nein. Die Paket-Weiterleitung per Nachsendeauftrag wurde Ende 2024 von der Deutschen Post eingestellt. Pakete können stattdessen über die DHL-App direkt an eine Packstation oder Filiale umgeleitet werden.

Kann ich den Nachsendeauftrag stornieren?

Ja, innerhalb von 14 Tagen nach Buchung ist eine kostenfreie Stornierung möglich. Aber nur solange die Nachsendung noch nicht aktiviert wurde. Danach ist eine Stornierung zwar noch möglich, eine Erstattung erfolgt jedoch in der Regel nicht.

Was ist der Unterschied zwischen Nachsendeauftrag und Umzugsmitteilung?

Beim Nachsendeauftrag (kostenpflichtig) werden Sendungen physisch an die neue Adresse weitergeleitet. Die Umzugsmitteilung (kostenlos) bewirkt keine Weiterleitung. Sie informiert lediglich Partner-Unternehmen der Post über die neue Adresse, sodass diese ihre Kunden-Datenbanken aktualisieren können.

Welche Post wird NICHT nachgesendet?

Nicht nachgesendet werden reguläre Zeitschriften- und Zeitungs-Abonnements sowie DHL-Pakete und Päckchen. Auch bestimmte Infopost-Sendungen und Express-Dienste sind ausgeschlossen. Streifbandzeitungen (adressierte, frankierte Zeitschriften) werden hingegen nachgesendet.

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