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Wärmepumpe selbst sauber machen? Das ist erlaubt

Autorenbild: Regine Curth
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Eine Wärmepumpe gilt als wartungsarm – aber nicht wartungsfrei. Wer bestimmte Teile regelmäßig selbst reinigt, sorgt für einen störungsfreien Betrieb, bessere Effizienz und niedrigere Heizkosten. Wichtig ist dabei zu wissen, welche Komponenten du selbst reinigen darfst und wie du dabei richtig vorgehst. Denn falsche Reinigungsversuche können schnell mehr schaden als nutzen.

In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, welche Teile deiner Wärmepumpe du selbst reinigen kannst, welche besonders pflegebedürftig sind und wo klare Grenzen liegen.

Wärmepumpe selbst reinigen: Was grundsätzlich möglich ist

Grundsätzlich gilt: Alles, was leicht zugänglich ist und keinen Eingriff in Technik oder Kältekreislauf erfordert, darfst du selbst reinigen. Ziel ist es, den Luftstrom und den Wärmeaustausch nicht zu behindern.

Selbst reinigen kannst du vor allem:

  • Luftfilter
  • Außeneinheit und Lufteinlass
  • Lamellen (vorsichtig)
  • Kondensatablauf
  • das direkte Umfeld der Wärmepumpe

Diese Bereiche sind besonders schmutzanfällig – und haben großen Einfluss auf die Leistung.

Luftfilter reinigen: Der wichtigste DIY-Schritt

Bei Luft-Wasser- und Luft-Luft-Wärmepumpen sind Luftfilter echte Schmutzfänger. Staub, Pollen und Tierhaare setzen sich schnell fest.

So reinigst du den Luftfilter:

  1. Gerät ausschalten
  2. Filter entnehmen (meist ohne Werkzeug)
  3. mit Staubsauger absaugen oder
  4. mit lauwarmem Wasser ausspülen
  5. vollständig trocknen lassen
  6. wieder einsetzen

Tipp: Keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden.

Empfehlung: alle ein bis drei Monate prüfen, bei Haustieren oder hoher Staubbelastung häufiger.

Außeneinheit reinigen: Freie Luftzufuhr sicherstellen

Die Außeneinheit ist ständig Witterung und Umwelteinflüssen ausgesetzt. Verschmutzungen wirken hier besonders leistungsmindernd.

Typische Verschmutzungen:

  • Laub und Blütenstaub
  • Insekten
  • Staub und Straßenschmutz

So gehst du vor:

  • groben Schmutz mit Handfeger oder weicher Bürste entfernen
  • Lamellen vorsichtig reinigen
  • bei Bedarf mit Gartenschlauch bei geringem Wasserdruck abspülen

Wichtig: Keinen Hochdruckreiniger verwenden, da die Lamellen sehr empfindlich sind.

Lamellen reinigen: Vorsicht statt Kraft

Die feinen Metalllamellen an der Außeneinheit sorgen für den Wärmeaustausch – und sind empfindlich.

Erlaubt ist:

  • sanftes Abbürsten
  • Abspülen mit wenig Druck

Nicht erlaubt:

  • scharfe Gegenstände
  • hoher Wasserdruck
  • chemische Reiniger

Schon verbogene Lamellen können die Effizienz deutlich verschlechtern.

Kondensatablauf prüfen und reinigen

Beim Betrieb entsteht Kondenswasser, das über einen Ablauf abgeleitet wird. Dieser kann durch Schmutz oder Algen verstopfen.

So kontrollierst du ihn:

  • Sichtprüfung des Ablaufs
  • Laub oder Schlamm entfernen
  • mit Wasser durchspülen

Ein verstopfter Kondensatablauf kann im Winter zu Frostschäden führen – regelmäßige Kontrolle lohnt sich.

Umfeld der Wärmepumpe sauber halten

Oft unterschätzt, aber sehr effektiv: das direkte Umfeld.

Achte darauf:

  • keine Pflanzen oder Sträucher zu nah an der Außeneinheit
  • ausreichend Abstand zu Mauern und Zäunen
  • kein Laub- oder Erdhaufen am Gerät

Schon wenige Zentimeter mehr Freiraum verbessern die Luftzirkulation.

Diese Teile solltest du nicht selbst reinigen

Ebenso wichtig wie das Selbermachen ist das Nicht-Selbermachen:

Nicht selbst reinigen oder warten:

  • Verdampfer im Inneren
  • interne Wärmetauscher
  • Kältekreislauf
  • Elektronik und Steuerung

Hier drohen:

  • Beschädigungen
  • Garantieverlust
  • teure Reparaturen

Diese Arbeiten gehören in die Hände eines Fachbetriebs.

Fazit: Mit der richtigen Reinigung bleibt die Wärmepumpe effizient

Eine Wärmepumpe selbst zu reinigen ist möglich – wenn du dich auf die richtigen Teile konzentrierst. Luftfilter, Außeneinheit, Lamellen, Kondensatablauf und Umfeld lassen sich mit wenig Aufwand sauber halten und haben großen Einfluss auf Effizienz und Betriebskosten.

Die Faustregel lautet: Alles reinigen, was zugänglich und ungefährlich ist – und Technik sowie Kältekreislauf den Profis überlassen. So bleibt deine Wärmepumpe sauber, effizient und zuverlässig.

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