Energie

Stromausfall im Winter: Was hilft, wenn es plötzlich dunkel und kalt wird?

Autorenbild: Andreas Steger

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Ein Stromausfall wie zuletzt in Berlin zeigt, wie verwundbar das Netz ist. Fällt der Strom aus, steht im Winter schnell mehr als nur das Licht still. Heizung, Herd und Internet funktionieren nicht mehr. Wer vorbereitet ist, kommt deutlich entspannter durch mehrere Stunden – oder sogar Tage ohne Strom.

Wenn der Strom weg ist, wird es schnell kalt

Im Winter trifft ein Stromausfall besonders hart. Moderne Heizungen funktionieren meist nur mit Strom – selbst Gasthermen oder Fernwärme brauchen Elektronik, Pumpen und Steuerungen. Fällt die Versorgung aus, bleibt die Wohnung kalt. Besonders problematisch wird das für Haushalte mit kleinen Kindern, älteren Menschen oder schlecht gedämmten Wohnungen.

Schon nach wenigen Stunden sinkt die Raumtemperatur bei Minusgraden deutlich. Wer dann vorbereitet ist, kann Wärme halten, statt panisch zu improvisieren.

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Vorbereitung beginnt nicht mit Technik, sondern mit einfachen Dingen. Kerzen, Streichhölzer oder Feuerzeuge sorgen nicht nur für Licht, sondern auch für ein Minimum an Wärme. LED-Taschenlampen mit Batterien sind sicherer als Kerzen und gehören in jeden Haushalt. Wichtig ist, Batterien regelmäßig zu überprüfen.

Auch warme Decken, Schlafsäcke oder Winterkleidung in Reichweite helfen, Körperwärme zu halten. Wer sich auf einen Raum konzentriert und Türen schließt, verhindert zusätzliches Auskühlen.

Tipp: Kurzfristig kann ein Teelichtofen sowohl für Licht als auch etwas Wärme sorgen – langfristig taugt er aber nicht als Heizungsersatz. Zudem warnt die Feuerwehr vor der Brandgefahr bei Teelichtöfen.

Essen und Trinken ohne Strom

Ohne Strom funktioniert weder Herd noch Mikrowelle. Konserven, haltbare Lebensmittel und Wasser sollten daher für mehrere Tage verfügbar sein. Ideal sind Speisen, die kalt gegessen werden können. Ein Gaskocher für den Balkon oder den Außenbereich ermöglicht zumindest warmes Essen – in der Wohnung selbst ist offenes Feuer allerdings tabu.

Auch eine Thermoskanne kann Gold wert sein. Ist sie gefüllt, bleibt heißes Wasser oder Tee über Stunden warm – selbst dann, wenn der Strom längst weg ist.

Kommunikation und Information sichern

Ohne Strom fallen Router, WLAN und oft auch das Mobilfunknetz aus. Ein batteriebetriebenes Radio ermöglicht es, weiterhin Informationen zu empfangen. Powerbanks sollten geladen sein, um das Smartphone zumindest zeitweise nutzen zu können.

Gerade bei längeren Stromausfällen sind offizielle Durchsagen über Radio oft die einzige verlässliche Informationsquelle.

Heizen ohne Strom – was realistisch ist

Mobile Gas- oder Petroleumheizer werden häufig als Lösung genannt, sind in Innenräumen aber problematisch. Sie verbrauchen Sauerstoff und können Kohlenmonoxid freisetzen. Ohne geeignete Belüftung besteht Lebensgefahr. Für Wohnräume sind sie daher nur sehr eingeschränkt geeignet.

Wer Eigentum besitzt, kann langfristig vorsorgen – etwa mit einem Kamin oder Ofen, der unabhängig vom Stromnetz funktioniert. So werden etwa eine Wärmepumpe und ein Kaminofen zum perfekten Heizduo.

In Mietwohnungen bleibt meist nur die passive Wärmesicherung: gut isolieren, Wärme halten, richtig kleiden.

Stromgenerator: Lösung für den Ernstfall?

Ein Notstromaggregat kann im Extremfall helfen, ist aber kein Allheilmittel. Geräte sind laut, benötigen Treibstoff und dürfen aus Sicherheitsgründen nicht in Innenräumen betrieben werden. Für Wohnungen sind sie meist ungeeignet, für Einfamilienhäuser mit Garten eher eine Option – allerdings nur bei guter Vorbereitung und klaren Sicherheitsregeln.

Für die meisten Haushalte reicht es, auf Licht, Wärme und Lebensmittel vorbereitet zu sein. Ein Generator ist eher die letzte Eskalationsstufe.

Fazit: Vorbereitung ist kein Alarmismus

Ein Stromausfall bedeutet nicht automatisch Chaos – aber ohne Vorbereitung wird er schnell zum Problem. Gerade im Winter entscheidet Vorsorge darüber, ob Stunden ohne Strom nur unbequem oder wirklich gefährlich werden. Kerzen, Decken, Wasser und ein batteriebetriebenes Radio sind keine Panikmaßnahmen, sondern eine realistische Antwort auf ein reales Risiko.

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