Strom, Gas und Heizöl bleiben teuer – doch ein Vergleich kann sich lohnen. Was kostet Energie aktuell? Wir zeigen die aktuellen Preise, wann ein Anbieterwechsel sinnvoll ist und worauf Verbraucher bei Strom-, Gas- und Heizölpreisen achten sollten.
Was kostet heute Strom? Foto: stock.adobe.com / Marcus Hofmann
- Strom: Gute Neukundentarife liegen aktuell bei etwa 30–33 Cent/kWh. Wer deutlich mehr zahlt, sollte Tarife vergleichen.
- Gas: Neukundentarife liegen bei ungefähr 12–13 Cent/kWh. Gerade bei hohem Verbrauch können wenige Cent Unterschied mehrere Hundert Euro jährlich ausmachen.
- Heizöl: Mit rund 170 € je 100 Liter ist Heizöl aktuell sehr teuer. Sparpotenzial bieten vor allem der Vergleich regionaler Händler, Bestellmenge und Kaufzeitpunkt.
Die Energiepreise in Deutschland sind wieder stärker in Bewegung. Vor allem Gas ist 2026 deutlich teurer geworden, und auch beim Strom zeigen die günstigsten Neukundentarife zuletzt nach oben. Gleichzeitig zahlen viele Haushalte weiterhin deutlich mehr als nötig, weil sie in der Grundversorgung oder in älteren Verträgen geblieben sind.
Ein Vergleich kann sich deshalb aktuell lohnen. Allerdings sollte man nicht einfach den Tarif mit dem größten Neukundenbonus auswählen.
Strom: Was kostet die Kilowattstunde aktuell?
Für einen neuen Stromvertrag muss man derzeit grob mit 30 bis 33 Cent pro Kilowattstunde rechnen.
Verivox ermittelt für Neukunden aktuell rund 30 Cent/kWh bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh. Berücksichtigt werden dabei günstige Tarife mit zwölf Monaten Preisgarantie und Boni.
Finanztip kommt mit strengeren Auswahlkriterien auf rund 33 Cent/kWh für günstige empfohlene Neukundentarife mit zwölf Monaten Preisgarantie.
Deutlich teurer kann die Grundversorgung sein. StromAuskunft errechnete am 24. September bundesweit durchschnittlich rund 40,4 Cent/kWh in der Grundversorgung, gegenüber gut 30 Cent bei günstigen Neukundenangeboten. Bei 3.500 kWh Jahresverbrauch ergibt sich in dieser Modellrechnung ein Sparpotenzial von rund 350 Euro pro Jahr.
Wann lohnt sich ein Stromwechsel?
Wer aktuell beispielsweise 40 Cent/kWh bezahlt und einen seriösen Tarif für 31 Cent findet, spart allein beim Verbrauch:
3.500 kWh × 9 Cent = 315 Euro pro Jahr.
Dazu kommen mögliche Unterschiede beim Grundpreis.
Als grobe Orientierung gilt deshalb: Wer deutlich mehr als etwa 33 Cent/kWh als Gesamtpreis bezahlt, sollte seinen Vertrag zumindest vergleichen. Besonders interessant ist ein Wechsel für Kunden in einer teuren Grundversorgung.
Wichtig: Entscheidend ist nicht nur der Arbeitspreis. Für einen sinnvollen Vergleich müssen Grundpreis, Arbeitspreis und Jahresverbrauch zusammen betrachtet werden.
Wo sollte man Strom vergleichen?
Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox sind praktisch, sollten aber nicht die einzige Informationsquelle sein. Sinnvoll ist es, mindestens zwei Vergleiche durchzuführen und anschließend das Angebot direkt auf der Website des Energieversorgers zu überprüfen.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt unter anderem, Tarife nicht allein anhand eingerechneter Boni zu vergleichen. Als vernünftige Orientierung nennt sie etwa zwölf Monate Vertragslaufzeit. Auch bei einer Preisgarantie sollte geprüft werden, welche Preisbestandteile tatsächlich garantiert sind.
Wann man vorsichtig sein sollte:
Vorsicht ist insbesondere bei extrem hohen Neukundenboni, Vorkasse oder ungewöhnlich langen Bindungen angebracht. Auch die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass bei Vorkasse im Fall einer Insolvenz bereits gezahltes Geld verloren gehen könnte.
Seit Juni 2025 kann der technische Stromanbieterwechsel werktags innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Das bedeutet allerdings nicht, dass bestehende Kündigungsfristen verschwunden sind. Die vertragliche Laufzeit und Kündigungsfrist gelten weiterhin.
Wer sich in der Grundversorgung befindet, ist besonders flexibel: Der Vertrag kann mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden. Der Anbieterwechsel selbst ist für Haushaltskunden kostenlos.
Gas: Die Preise sind 2026 wieder deutlich gestiegen
Beim Gas sieht die Situation derzeit angespannter aus. Verivox ermittelte am 21. September 2026 für Neukunden einen durchschnittlichen Preis von rund 12 Cent/kWh. Grundlage ist ein Haushalt mit 20.000 kWh Jahresverbrauch und ein Neuvertrag mit zwölf Monaten Preisgarantie.
Finanztip kommt Mitte September bei den günstigsten empfohlenen Tarifen auf 12,59 Cent/kWh.
Aktuelle Verivox-Daten, die der NDR am 24. September ausgewertet hat, zeigen ebenfalls ungefähr 12,6 Cent/kWh für Neukunden beim regional günstigsten Anbieter.
Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeutet ein Gesamtpreis von 12,6 Cent rechnerisch rund 2.520 Euro im Jahr, wobei die konkrete Rechnung vom jeweiligen Tarif und Grundpreis abhängt.
Lohnt sich der Gaswechsel?
Gerade beim Gas können bereits wenige Cent Unterschied erhebliche Auswirkungen haben.
Beispiel bei 20.000 kWh Jahresverbrauch:
Alter Tarif: 15 Cent/kWh
Neuer Tarif: 12,5 Cent/kWh
Differenz: 2,5 Cent/kWh
20.000 × 0,025 Euro = 500 Euro Ersparnis pro Jahr.
Wer derzeit deutlich über etwa 12 bis 13 Cent/kWh bezahlt, sollte deshalb einen Vergleich durchführen. Ob ein Wechsel tatsächlich günstiger ist, hängt wiederum von Grundpreis, Verbrauch, Wohnort und Vertragsbedingungen ab. Für Gas gelten grundsätzlich ähnliche Regeln wie für Strom: kurze beziehungsweise überschaubare Vertragsbindung, Preisgarantie prüfen, Boni nicht überbewerten und keine hohen Vorauszahlungen leisten. Bei einer angekündigten Preiserhöhung besteht zudem grundsätzlich ein Sonderkündigungsrecht. Die Bundesnetzagentur weist allerdings auf Ausnahmen bei bestimmten vertraglichen Preisanpassungsklauseln hin.
Heizöl: aktuell außergewöhnlich teuer
Beim Heizöl gibt es keinen klassischen Anbieterwechsel wie bei Strom oder Gas. Hier entscheidet vielmehr der richtige Kaufzeitpunkt, die Bestellmenge und der Händlervergleich.
Am 25. September 2026 lag der bundesweite Durchschnittspreis laut esyoil bei rund 169,87 Euro je 100 Liter bei einer Abnahme von 3.000 Litern inklusive Mehrwertsteuer.
Das entspricht etwa:
1,70 Euro pro Liter
und bei einer Bestellung von 3.000 Litern ungefähr:
5.096 Euro.
Die regionalen Unterschiede sind dabei erheblich. Am 25. September lag beispielsweise der Durchschnitt in Bayern bei rund 169,37 Euro/100 Liter, während Niedersachsen bei rund 166,23 Euro und Hessen bei rund 172,85 Euro lag.
Was tun, wenn der Öltank leer wird?
Wer noch genügend Heizöl im Tank hat, steht vor einer anderen Entscheidung als jemand, der kurzfristig bestellen muss.
Statt automatisch den gesamten Tank zu füllen, kann bei außergewöhnlich hohen Preisen eine Teilbestellung interessant sein. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass kleinere Liefermengen pro Liter häufig teurer sind. Niemand weiß zuverlässig, ob Heizöl in einigen Wochen günstiger oder noch teurer sein wird.
Deshalb ist es sinnvoller, das Risiko zu betrachten als zu versuchen, den perfekten Tiefstpreis vorherzusagen.
Vor einer Bestellung sollten Verbraucher mehrere regionale Händler beziehungsweise Heizölportale vergleichen. Auch eine gemeinsame Bestellung mit Nachbarn kann interessant sein, sofern der Händler dadurch günstigere Konditionen anbietet.
Strom, Gas oder Heizöl: Wo besteht aktuell das größte Sparpotenzial?
Beim Strom ist die Situation vergleichsweise übersichtlich: Wer etwa 30 bis 33 Cent/kWh bezahlt, hat bereits einen konkurrenzfähigen Tarif. Wer dagegen noch rund 40 Cent oder mehr bezahlt, sollte dringend vergleichen.
Beim Gas sollte derzeit besonders genau gerechnet werden. Rund 12 bis 13 Cent/kWh sind eine sinnvolle aktuelle Vergleichsgröße für gute Neukundentarife. Bei hohem Verbrauch können schon kleine Preisunterschiede mehrere Hundert Euro im Jahr ausmachen.
Beim Heizöl funktioniert Sparen anders. Hier gibt es keinen dauerhaften Versorgervertrag. Entscheidend sind Tagespreis, Lieferregion, Bestellmenge und Händler. Mit knapp 170 Euro je 100 Liter befindet sich Heizöl Ende September 2026 auf einem sehr hohen Preisniveau.
Die wichtigste Rechnung vor jedem Wechsel
Verbraucher sollten zunächst ihre letzte Jahresabrechnung hervorholen und drei Werte notieren:
Jahresverbrauch + Arbeitspreis + Grundpreis.
Anschließend lässt sich der bisherige Jahrespreis mit neuen Angeboten vergleichen.
Ein vermeintlich günstiger Arbeitspreis kann durch einen hohen Grundpreis unattraktiv werden. Umgekehrt ist bei einem sehr hohen Verbrauch der Arbeitspreis besonders wichtig.
Bei Bonusangeboten empfiehlt es sich außerdem, zwei Preise zu betrachten: Was kostet das erste Jahr inklusive Bonus – und was kostet der Tarif im zweiten Jahr ohne Bonus?
Vergleichen lohnt sich 2026 wieder besonders
Ein Anbieterwechsel ist kein automatischer Garant für eine niedrigere Rechnung. Wer aber noch in einer teuren Grundversorgung steckt oder seit längerer Zeit seinen Tarif nicht überprüft hat, kann derzeit ein erhebliches Sparpotenzial haben.
Als aktuelle Orientierung für September 2026 können Verbraucher mit ungefähr 30 bis 33 Cent/kWh für Strom und 12 bis 13 Cent/kWh für Gas bei vernünftigen Neukundentarifen rechnen. Beim Heizöl liegt der bundesweite Durchschnitt derzeit bei ungefähr 170 Euro je 100 Liter.
Wer deutlich darüber liegt, sollte vergleichen. Dabei zählt jedoch nicht nur der niedrigste angezeigte Preis: Vertragslaufzeit, Grundpreis, Preisgarantie, Kündigungsfrist, Bonusbedingungen und Zahlungsweise sind mindestens genauso wichtig.
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