Tagsüber 34 Grad, abends plötzlich schwarzer Himmel, Hagel und Blitze im Minutentakt: Der Sommer zeigt sich derzeit von seiner extremen Seite. Besonders tückisch sind sogenannte Gewitterzellen, die sich innerhalb kurzer Zeit zusammenschließen und zu schweren Unwettern entwickeln können. Wer rechtzeitig gewarnt werden möchte, sollte einen Blick auf diese Blitz- und Wettertracker fürs Smartphone werfen.
Regen-und Unwetter-Apps zeigen dir, wo es kracht. Foto: Unsplash/ Rain-Radar.
Bayern ist Deutschlands Blitz-Hotspot. Wie stark Gewitter in Deutschland regional auftreten können, zeigt eine aktuelle Auswertung des Blitz-Informationsdienstes Aldis/Blids. Demnach war Kaufbeuren im Allgäu zuletzt die blitzreichste Stadt Deutschlands. Auch Landsberg am Lech und Fürstenfeldbruck landeten im bundesweiten Ranking auf den vorderen Plätzen. Besonders das Alpenvorland gilt seit Jahren als Region, in der sich Gewitter häufig entwickeln.
Meteorologen führen das auf die geografischen Besonderheiten der Region zurück. Die Nähe zu den Alpen begünstigt die Bildung kräftiger Gewitterzellen. Gleichzeitig zeigen die Daten, wie unterschiedlich die Blitzaktivität innerhalb Deutschlands ausfallen kann. Während in Bayern zahlreiche Blitze registriert wurden, gehörten Teile Frankens zu den blitzärmsten Regionen des Landes.
Aus Hitze werden schnell gefährliche Gewitter
Die aktuelle Hitzewelle liefert den perfekten Treibstoff für kräftige Sommergewitter. Je stärker sich die Luft am Boden aufheizt, desto mehr Energie steht den Wolken zur Verfügung. Treffen dann feuchtwarme Luftmassen auf kühlere Luftschichten, können sich innerhalb kurzer Zeit mächtige Gewitterzellen bilden.
Besonders problematisch: Mehrere einzelne Gewitter können sich zusammenschließen und größere Gewitterkomplexe bilden. Meteorologen sprechen dabei von Multizellen oder sogenannten mesoskaligen Konvektionssystemen. Die Folge sind Starkregen, Hagel, Sturmböen und zahlreiche Blitzeinschläge innerhalb weniger Minuten.
Wo schlägt der Blitz gerade ein?
Wer wissen möchte, ob sich ein Gewitter nähert oder wo aktuell Blitze einschlagen, kann dies inzwischen nahezu in Echtzeit verfolgen. Besonders beliebt ist die kostenlose Web-App LightningMaps. Sie zeigt auf einer interaktiven Karte aktuelle Blitzentladungen weltweit an.
Die Daten stammen aus einem Netzwerk von Messstationen und werden innerhalb weniger Sekunden auf der Karte dargestellt. Dadurch lässt sich oft erkennen, wie sich ein Gewitter entwickelt und in welche Richtung es zieht.
Neben einzelnen Blitzen zeigen die Karten auch, wenn sich mehrere Gewitterzellen zusammenschließen und größere Unwettergebiete entstehen. Gerade bei Outdoor-Aktivitäten oder Ausflügen kann das wertvolle Minuten verschaffen.
Die besten Blitz- und Wettertracker fürs Handy
Wer unterwegs nicht ständig auf Wetter-Webseiten schauen möchte, kann sich per Smartphone automatisch warnen lassen.
LightningMaps
- Live-Blitze in Echtzeit
- Kostenlos im Browser nutzbar
- Weltweite Blitzortung
- Ideal zur Beobachtung aktueller Gewitter
WarnWetter (DWD)
- Offizielle App des Deutschen Wetterdienstes
- Unwetterwarnungen direkt per Push-Nachricht
- Radar-, Regen- und Gewitterdaten
- Für Android und iPhone verfügbar
NINA
- Warn-App des Bundesamts für Bevölkerungsschutz
- Informiert über Unwetter, Hochwasser und andere Gefahrenlagen
- Standortbezogene Warnungen
RegenRadar von WetterOnline
- Zeigt Niederschläge und Gewitterzellen live
- Prognose für die nächsten Stunden
- Praktisch für die kurzfristige Planung
KATWARN
- Warnt vor regionalen Gefahrenlagen
- Push-Nachrichten bei Unwettern und Katastrophen
Bei Gewitter lieber früher reagieren
Meteorologen weisen regelmäßig darauf hin, dass sich Sommergewitter deutlich schneller entwickeln können als viele Menschen vermuten. Zwischen den ersten Quellwolken und einem ausgewachsenen Gewitter liegen manchmal nur wenige Stunden.
Wer Aktivitäten im Freien plant, sollte deshalb nicht nur die Wettervorhersage am Morgen prüfen. Ein kurzer Blick auf Blitz- und Regenradar am Nachmittag kann helfen, unangenehme Überraschungen zu vermeiden. Gerade an Hitzetagen gilt: Wenn sich mehrere Gewitterzellen zusammenschließen, kann aus einem harmlosen Schauer innerhalb kurzer Zeit ein schweres Unwetter werden.
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