Das dänische „Hygge“ hat jahrelang unsere Wohnzimmer mit flauschigen Decken, Kerzen und vielen Deko-Elementen geprägt. Doch der Wunsch nach einem aufgeräumten, nachhaltigen Zuhause bringt ein neues Konzept nach vorne: Lagom (gesprochen: Lal-gom). Das schwedische Wort lässt sich am besten mit „nicht zu wenig, nicht zu viel – genau richtig“ übersetzen. Während Hygge auf maximalen Komfort abzielt, steht Lagom für visuelle Balance, funktionale Klarheit und bewussten Konsum.
Ruhige Farben und wenig Deko machen den Lagom-Look aus. Foto: Unsplash / Spacejoy
Lagom vs. Hygge: Der direkte Vergleich
| Merkmal | Hygge (Dänemark) | Lagom (Schweden) |
| Fokus | Maximale Gemütlichkeit & Nestwärme | Balance, Ordnung & Nachhaltigkeit |
| Deko-Grad | Üppig (Kissen, Kerzen, Decken, Nippes) | Minimalistisch (Handverlesene Einzelstücke) |
| Farbpalette | Warme Töne (Beige, Karamell, Gold) | Sanfte, erdige Naturtöne (Grau, Sage Green, Helles Holz) |
| Möbel-Auswahl | Weich, einladend, oft massiv | Modular, funktional, langlebig |
1. Die Farbwelt: Beruhigend, dezent und naturnah
Lagom nutzt Farben nicht als Blickfang, sondern als Ruhepol. Ziel ist ein harmonisches Gesamtbild ohne harte Kontraste.
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Hauptfarben: Hellgrau, Wolkenweiß, Greige und sanftes Beige bilden das Fundament.
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Akzentfarben: Helles Olivgrün, sanftes Rauchblau oder Salbei bringen Natur-Nuancen in den Raum.
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Material-Muster: Unbehandeltes Kiefern- oder Eichenholz ergänzt die kühle Farbpalette um natürliche Wärme.
Unser Tipp: Streichen Sie nicht alle Wände farbig. Eine einzelne Akzentwand in matterm Salbeigrün in Kombination mit hellen Holzmöbeln und Leinenvorhängen schafft sofort das typische Lagom-Gefühl.
2. Einrichtung mit Funktion: Das Modul-Prinzip
Jedes Möbelstück in einer Lagom-Wohnung erfüllt eine klare Funktion. Überladene Räume erzeugen visuellen Stress – intelligente Stauraumlösungen schaffen Abhilfe.
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Multifunktionale Möbel: Betten mit integrierten Schubladen, ausziehbare Esstische oder Sofas mit Stauraum.
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Klare Linien: Setzen Sie auf flache, offene Silhouetten. Schränke sollten nach Möglichkeit geschlossen sein, um Unruhe zu vermeiden.
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Qualität vor Quantität: Investieren Sie in ein hochwertiges Schlüsselmöbel (z. B. einen zeitlosen Massivholztisch), anstatt den Raum mit vielen kleinen Schränken zuzustellen.
3. Dekoration nach der 3-Gegenstände-Regel
Lagom verzichtet nicht völlig auf Dekoration, verlangt aber Selektion. Anstatt Regale vollzustellen, arbeiten Interior-Profis mit gezielten Inseln.
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Die 3er-Regel: Gruppieren Sie maximal drei Gegenstände unterschiedlicher Höhe (z. B. eine Keramikvase, ein Holzbilderrahm und eine kleine Topfpflanze).
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Pflanzen als Lebenselement: Großblättrige Zimmerpflanzen wie Fensterblatt (Monstera) oder Bogenhanf verbessern das Raumklima und wirken natürlich.
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Natürliche Textilien: Nutzen Sie Baumwolle, Leinen oder Wolle für Vorhänge und Kissen. Verzichten Sie auf Synthetikstoffe.
4. Ist Lagom in Deutschland rechtlich oder baulich einfach umsetzbar?
Wer Lagom nicht nur als Einrichtungsstil, sondern als bauliches Prinzip versteht (z. B. beim Ausbau oder der Renovierung), profitiert auch von gesetzlichen Vorgaben:
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Energieeffizienz & Ressourcen: Das Lagom-Prinzip korrespondiert eng mit den deutschen Effizienzstandards (wie dem Gebäudeenergiegesetz / GEG). Nachhaltige Dämmstoffe und nachhaltiges Bauholz entsprechen exakt diesem Lebensstil.
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Ressourcenschonung: Der Verzicht auf billige Neuanschaffungen zugunsten von langlebigem Holz oder Upcycling-Möbeln schont Ressourcen und reduziert das Müllaufkommen.
Ist Lagom das Gleiche wie Minimalismus?
Nein. Minimalismus fordert oft den radikalen Verzicht auf alles Nicht-Essenzielle. Lagom sucht die Mitte: Es darf gemütlich sein, solange der Raum nicht überladen wirkt.
Wie starte ich am besten mit der Umgestaltung?
Beginnen Sie mit dem Entmüllen (Decluttering). Entfernen Sie alle Deko-Elemente, die keinen praktischen Nutzen haben oder keine emotionale Bedeutung tragen.
Passt Lagom auch in kleine Mietwohnungen?
Ja, besonders dort. Durch die hellen Töne, den cleveren Stauraum und die reduzierten Möbel wirken kleine Räume optisch deutlich größer und aufgeräumter.
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