Im Garten

Schnell wachsende Pflanzen sind schön – aber Vorsicht: Diese Arten bekommst du nie wieder los

Autorenbild: Andreas Steger
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Ein grüner Sichtschutz in Rekordzeit, üppige Blüten oder exotisches Flair im Garten – schnell wachsende Pflanzen wirken auf viele Hobbygärtner zunächst wie ein Glücksgriff. Doch manche Arten entwickeln sich schon nach kurzer Zeit zum Albtraum: Sie breiten sich aggressiv aus, verdrängen heimische Pflanzen und sind später nur mit enormem Aufwand wieder zu entfernen.

Besonders invasive Pflanzen können sich über Wurzelausläufer, Samen oder unterirdische Rhizome explosionsartig vermehren. Wer nicht früh eingreift, kämpft oft jahrelang gegen die ungebetenen Eroberer im eigenen Garten.

Diese Pflanzen gelten als besonders problematisch

Bambus ohne Rhizomsperre

Bambus wirkt modern, elegant und wächst extrem schnell. Genau das wird jedoch schnell zum Problem. Viele Bambusarten bilden unterirdische Rhizome, die meterweit wandern können – sogar unter Terrassen oder durch Nachbars Gärten.

Ohne eine stabile Rhizomsperre breitet sich Bambus nahezu unkontrolliert aus. Besonders problematisch sind sogenannte Flachrohrbambusse.

So hältst du Bambus in Schach:

  • Beim Pflanzen immer eine professionelle Rhizomsperre einsetzen
  • Wurzelausläufer regelmäßig kontrollieren
  • Neue Triebe frühzeitig entfernen

Kirschlorbeer: Schnell dicht, aber ökologisch problematisch

Kirschlorbeer gehört zu den beliebtesten Heckenpflanzen in Deutschland, weil er schnell wächst und das ganze Jahr über grün bleibt. Doch genau dieses schnelle Wachstum macht ihn schwer kontrollierbar.

Die Pflanze verdrängt heimische Arten, bietet Insekten kaum Nahrung und verbreitet sich über Vögel oft weit über den eigenen Garten hinaus.

Wichtig:

  • Regelmäßig stark zurückschneiden
  • Keine Samenstände ausreifen lassen
  • Schnittgut nicht in der Natur entsorgen

Japanischer Staudenknöterich: Fast unzerstörbar

Der Japanische Staudenknöterich zählt zu den aggressivsten invasiven Pflanzen Europas. Er wächst extrem schnell, kann Mauern beschädigen und selbst kleinste Wurzelreste treiben erneut aus.

Die Pflanze breitet sich besonders an feuchten Standorten rasant aus und verdrängt nahezu jede andere Vegetation.

Das hilft gegen Staudenknöterich:

  • Konsequentes Entfernen über mehrere Jahre
  • Keine Pflanzenteile auf dem Kompost entsorgen
  • Größere Bestände professionell entfernen lassen

Efeu kann Häuser beschädigen

Efeu gilt zwar als heimische Pflanze und ist ökologisch wertvoll, doch auch er kann schnell außer Kontrolle geraten. Innerhalb weniger Jahre überwuchert er Fassaden, Zäune und Bäume.

Vor allem an älteren Gebäuden können die Haftwurzeln Schäden verursachen.

Darauf solltest du achten:

  • Regelmäßig zurückschneiden
  • Dachrinnen und Fassaden kontrollieren
  • Efeu nicht unkontrolliert an Bäumen hochwachsen lassen

Goldrute verdrängt heimische Blumen

Die Kanadische Goldrute sieht mit ihren gelben Blüten wunderschön aus, breitet sich jedoch massiv aus. Sie bildet dichte Bestände und verdrängt heimische Wildblumen und Wiesenpflanzen.

Vor allem in naturnahen Gärten wird sie schnell zum Problem.

So verhinderst du die Ausbreitung:

  • Vor der Samenbildung zurückschneiden
  • Wurzeln regelmäßig teilen
  • Pflanzenreste sorgfältig entsorgen
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Warum invasive Pflanzen gefährlich sind

Viele invasive Arten haben in Deutschland kaum natürliche Feinde. Dadurch wachsen sie schneller als heimische Pflanzen und nehmen ihnen Licht, Wasser und Nährstoffe weg.

Die Folgen:

  • Verlust der Artenvielfalt
  • Schäden an Gebäuden und Wegen
  • Hoher Pflegeaufwand
  • Konflikte mit Nachbarn durch Wurzelausbreitung

Manche Pflanzen gelten regional sogar bereits als problematisch für Ökosysteme und dürfen teilweise nicht mehr verkauft oder neu angepflanzt werden.

So bleibt der Garten trotzdem pflegeleicht

Wer schnell wachsende Pflanzen liebt, muss nicht komplett auf sie verzichten. Entscheidend ist die richtige Planung.

Tipps für einen kontrollierten Garten:

  • Immer auf die endgültige Größe achten
  • Wurzelsperren verwenden
  • Pflanzen regelmäßig schneiden
  • Heimische Alternativen bevorzugen
  • Neue Pflanzen erst gründlich recherchieren

Besonders pflegeleicht und ökologisch sinnvoll sind heimische Heckenpflanzen wie Hainbuche, Weißdorn oder Liguster. Sie wachsen kontrollierter und bieten gleichzeitig Nahrung für Insekten und Vögel.

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