Ratgeber

Rostspuren an der Fassade – wie unscheinbare Bauteile zur Kostenfalle werden

Autorenbild Kilian Treß
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Erst ist da nur ein kleiner brauner Streifen. Doch mit jedem Regenguss wächst er – und plötzlich zieht sich eine hässliche Rostspur quer über den Putz. Besonders unter Markisen, Geländern oder Vordächern tritt das Phänomen auf. Doch woher kommen die braunen Schlieren – und was lässt sich dagegen tun?

Der Rost kommt nicht aus dem Inneren der Wand

Auf den ersten Blick wirkt es, als würde etwas „aus der Wand herausrosten“. Tatsächlich liegt die Ursache meist außen – und ist oft ein kleines Detail, das übersehen wurde: Nicht verzinkte Schrauben, Halterungen oder Metallteile, die der Witterung ausgesetzt sind. Kommt Regen oder feuchte Luft ins Spiel, beginnen diese unscheinbaren Bauteile zu korrodieren, also zu rosten. Das Regenwasser wäscht die Rostpartikel aus – und sie landen direkt auf der darunterliegenden Fassade.

Besonders häufig betroffen sind:

  • Markisenhalterungen mit Schrauben aus einfachem Stahl
  • Vordächer mit ungeeigneten Befestigungen
  • Balkongeländer, bei denen die Pulverbeschichtung beschädigt ist
  • Satellitenschüsseln mit rostenden Schrauben
  • Außenleuchten oder Schilder mit Metallkontakt zum Putz

Kleiner Fehler, große Wirkung

Die rostigen Schlieren sind nicht nur ein optisches Ärgernis, sie können auch den Fassadenputz dauerhaft verfärben. In einigen Fällen kommt es sogar zu chemischen Reaktionen mit dem Anstrich, was zu Abplatzungen führt. Und je nach Art der Fassade – insbesondere bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) – kann eine Reinigung schwierig oder sogar nur durch Überstreichen oder Putzarbeiten behoben werden. Wer solche Spuren regelmäßig beseitigen muss, zahlt schnell vierstellig.

So beugst du Rostspuren effektiv vor

  • Auf verzinkte oder rostfreie Materialien achten: Edelstahl, Aluminium oder feuerverzinkte Stahlteile sind deutlich resistenter. Gerade bei Bauteilen mit direktem Kontakt zur Wand lohnt sich die Investition in hochwertiges Material.
  • Schraubverbindungen regelmäßig prüfen: Lose oder beschädigte Schrauben sind besonders anfällig für Korrosion. Am besten 1x im Jahr checken – gerade nach dem Winter.
  • Kritische Stellen abdichten oder überdachen: Wenn Metallteile dauerhaft Regen oder Feuchtigkeit ausgesetzt sind, hilft eine kleine Abdeckung oder Silikondichtung, um das Tropfwasser von der Wand fernzuhalten.

Roststellen frühzeitig behandeln

Sobald erste Anzeichen von Rost erkennbar sind: Metall entrosten, mit Rostschutz behandeln und ggf. überstreichen. So bleibt es bei einer kleinen Reparatur und wird nicht zum Fassadenprojekt. Rostspuren an der Hauswand entstehen oft durch winzige Metallteile, die still und leise vor sich hin korrodieren. Wer bei der Wahl der Materialien nicht spart und regelmäßig prüft, spart sich auf lange Sicht nicht nur Ärger – sondern auch teure Sanierungskosten.

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