Der heiße und trockene Sommer kann unter bestimmten Bedingungen auch Häusern zusetzen. Besonders auf ton- und lehmhaltigen Böden können Bodenbewegungen entstehen. Einige Risse und plötzlich klemmende Fenster oder Türen sollten Eigentümer deshalb genauer beobachten.
Sanierung eines Einfamilienhauses: Das Dach wird im Zuge der Bauarbeiten erneuert. Foto: stock.adobe.com/ detailfoto
- Trockenheit kann den Untergrund verändern: Vor allem ton- und lehmhaltige Böden können bei Wassermangel schrumpfen und dadurch Bewegungen am Gebäude verursachen.
- Bestimmte Risse sind Warnzeichen: Diagonale, größer werdende oder mehrere Millimeter breite Risse sowie plötzlich klemmende Fenster und Türen sollten genauer untersucht werden.
- Nicht vorschnell selbst reparieren: Auffällige Risse sollten zunächst dokumentiert und bei Verdacht von einem Sachverständigen oder Tragwerksplaner begutachtet werden.
Warum Trockenheit für das Fundament zum Problem werden kann
Nicht die hohen Temperaturen allein sind das Problem. Entscheidend ist die Austrocknung des Bodens. Vor allem ton- und lehmhaltige Böden können bei längerer Trockenheit Wasser verlieren und dabei schrumpfen.
Verändert sich der Untergrund unter einem Gebäude nicht gleichmäßig, können sich einzelne Bereiche des Fundaments unterschiedlich bewegen. In der Folge können Risse im Mauerwerk entstehen.
„Da sich der Boden nicht gleichmäßig bewegt, verschiebt sich auch das darüberliegende Fundament ungleichmäßig. So können Risse entstehen", sagt Daniel Gottschalk, Experte der Handwerkerplattform MyHammer.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Riss im Haus auf einen problematischen Untergrund oder einen Fundamentschaden zurückzuführen ist. Risse können zahlreiche Ursachen haben.
Diese Risse sollten Hauseigentümer genauer beobachten
Nach Angaben von MyHammer gibt es einige Merkmale, bei denen Eigentümer genauer hinsehen sollten. Dazu gehören insbesondere diagonale oder größer werdende Risse.
Auffällig können außerdem Risse sein, die mehrere Millimeter breit sind, sich vom Boden nach oben ziehen oder an derselben Stelle sowohl innen als auch außen sichtbar werden.
Auch Risse rund um Fenster und Türen oder an der Verbindung zwischen einem Anbau und dem ursprünglichen Gebäude können auf Bewegungen hindeuten. Ein weiteres mögliches Anzeichen sind Türen oder Fenster, die plötzlich klemmen, weil sich ihre Rahmen verzogen haben.
Ein einzelnes dieser Symptome ist noch kein Beweis für einen Schaden am Fundament. Entscheidend ist unter anderem, ob der Riss neu entstanden ist und ob er sich mit der Zeit verändert.
Risse nicht einfach zuspachteln und überstreichen
Wer einen auffälligen Riss entdeckt, sollte ihn nicht sofort verschließen. Dadurch lässt sich möglicherweise nicht mehr erkennen, ob und wie schnell er sich verändert.
Sinnvoll ist zunächst eine Dokumentation. Fotos mit Datum und einem Maßstab neben dem Riss erleichtern es, Veränderungen nachzuvollziehen.
MyHammer empfiehlt insbesondere bei schnell größer werdenden, diagonal verlaufenden oder deutlich breiteren Rissen eine fachkundige Untersuchung. Je nach Situation können beispielsweise Bausachverständige oder Tragwerksplaner beurteilen, ob lediglich Putz beziehungsweise Mauerwerk betroffen sind oder ob eine Bewegung des Gebäudes dahintersteckt.
Auch Bäume rund ums Haus können eine Rolle spielen
Nicht nur Niederschlag und Hitze beeinflussen die Bodenfeuchtigkeit. Auch größere Bäume können dem Untergrund erhebliche Mengen Wasser entziehen.
Deshalb sollten Hauseigentümer bei empfindlichen Bodenverhältnissen sowohl Neupflanzungen als auch das Entfernen alter Bäume in Gebäudenähe sorgfältig planen. Wie groß der notwendige Abstand zum Haus sein sollte, hängt unter anderem von Baumart, Boden und Fundament ab.
Auch versiegelte Flächen wie Einfahrten und Wege können beeinflussen, wie viel Regenwasser in den Boden gelangt.
Nicht jeder Riss bedeutet einen Fundamentschaden
Trotz des trockenen Sommers besteht kein Anlass, gewöhnliche Risse am Haus automatisch als gefährlichen Fundamentschaden einzustufen. Das tatsächliche Risiko hängt stark von den örtlichen Bedingungen ab.
Bodenart, Fundamentkonstruktion, Alter und Bauweise des Gebäudes sowie Vegetation und Wasserverhältnisse können eine Rolle spielen.
Wer nach einer längeren Trockenperiode jedoch neue Risse entdeckt oder feststellt, dass vorhandene Risse deutlich größer werden, sollte die Entwicklung nicht ignorieren. Eine fachliche Untersuchung kann klären, ob es sich lediglich um einen oberflächlichen Schaden handelt oder ob sich tatsächlich Teile des Gebäudes bewegen.
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