Häuser mit Energieeffizienzklasse A+ gelten als Vorzeigeprojekte der Energiewende. Doch was steckt konkret hinter dieser Spitzenklasse – und wie lässt sie sich erreichen?
Ein Haus mit der Energieeffizienzklasse A+ verbraucht weniger als 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Foto: iStock.com / Oliver Hasselluhn
Weniger als 30 kWh: Was Energieeffizienzklasse A+ wirklich bedeutet
Gebäude mit der Effizienzklasse A+ verbrauchen extrem wenig Energie – genauer gesagt: weniger als 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr. Das ist der strengste Wert im Energieausweis und nur mit einer durchdachten Kombination aus Dämmung, Technik und erneuerbarer Energie erreichbar. Besonders bei Neubauten mit hohem Energiestandard ist die Klasse A+ mittlerweile ein realistisches Ziel. Doch auch bei aufwendig sanierten Altbauten kann sie erreicht werden – mit dem richtigen Konzept.
Diese Bauteile machen den Unterschied
Ein A+-Haus erkennt man nicht nur am Verbrauchswert, sondern auch an der hochwertigen Ausstattung. Typische Merkmale sind:
- Dreifachverglaste Fenster mit hervorragenden U-Werten
- Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung
- Wärmepumpen statt Gas- oder Ölheizung
- Photovoltaik-Anlage zur Eigenstromproduktion
- Lückenlose Dämmung von Wänden, Dach und Bodenplatte
- Hohe Luftdichtheit und Vermeidung von Wärmebrücken
All diese Maßnahmen sorgen dafür, dass kaum Energie verloren geht – und gleichzeitig der Wohnkomfort steigt.
Neubau oder Sanierung: So erreicht man A+
Der Weg zur Energieeffizienzklasse A+ beginnt mit einem ganzheitlichen Plan. Besonders der KfW-40-Standard bietet eine gute Grundlage. Dabei gilt: Je besser die Gebäudehülle, desto weniger Energie wird für Heizung und Kühlung benötigt.
Wichtige Bausteine:
- Nutzung regenerativer Energiequellen wie Solarenergie oder Geothermie
- Einsatz intelligenter Steuerungstechnik zur Verbrauchsoptimierung
- Verwendung besonders effizienter Dämmstoffe
- Erstellung eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) für Bestandsgebäude
Vor allem bei Sanierungen ist der Aufwand deutlich höher. Doch mit klarer Zielsetzung und der richtigen Förderstrategie lässt sich auch bei älteren Gebäuden viel erreichen.
Welche Förderungen unterstützen A+-Maßnahmen?
Zwar wird die Energieeffizienzklasse A+ nicht direkt gefördert, aber viele Einzelmaßnahmen schon – im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Dazu zählen unter anderem:
- Dämmung von Außenwänden oder Dachflächen
- Austausch alter Fenster und Türen
- Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme
- Integration erneuerbarer Energien
Wer einen iSFP erstellt, kann zusätzlich vom sogenannten iSFP-Bonus profitieren – vor allem, wenn mehrere Maßnahmen miteinander kombiniert werden. Wichtig: Die Förderung muss immer vor Beginn der Arbeiten beantragt werden.
Höherer Verkaufspreis dank Energieeffizienz
Eine Analyse von immowelt zeigt: Immobilien mit der Klasse A+ erzielen im Schnitt bis zu 23 % höhere Verkaufspreise als unsanierte Häuser der Klasse H. Zwar stehen beim Energiesparen oft Umwelt und Komfort im Vordergrund – doch der finanzielle Vorteil zeigt, dass sich die Investition auch beim Verkauf lohnen kann. Für Käufer sind niedrige Betriebskosten und der zukunftssichere Standard klare Pluspunkte.
Energieklasse A+ ist mehr als ein Label
Wer heute in ein Gebäude der Effizienzklasse A+ investiert, entscheidet sich für eine nachhaltige Zukunft – mit allen Vorteilen, die moderne Technik und durchdachte Planung mit sich bringen. Der Standard setzt nicht nur beim Energieverbrauch Maßstäbe, sondern zeigt auch, wie Wohnen künftig aussehen kann.
Geschrieben am 03.04.2025
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