Möblierte Wohnungen waren zuletzt eines der profitabelsten Segmente auf dem Mietmarkt. Ein Sofa, ein Tisch – und schon lag die Miete deutlich über dem Mietspiegel. Genau dieses Modell will die Bundesregierung nun neu regeln.
Ein Sofa und ein Tisch reichten oft für hohe Aufschläge – künftig soll der Möblierungszuschlag auf maximal fünf Prozent der Nettokaltmiete begrenzt werden. Foto: rilueda / stock.adobe.com
Zuschlag muss künftig offengelegt werden
Nach dem aktuellen Gesetzentwurf müssen Vermieter in angespannten Wohnungsmärkten künftig unaufgefordert ausweisen, wie hoch der Möblierungszuschlag ist. Und zwar bevor ein Mietinteressent zusagt.
Fehlt diese Angabe, sollen Mieter nur noch die Miete zahlen müssen, die ohne Möblierung zulässig wäre.
Transparenz wird damit zur Pflicht – und Versäumnisse könnten direkt ins Portemonnaie gehen.
Nur noch fünf Prozent Pauschale
Besonders brisant ist die geplante Deckelung. Für vollständig Möblierte Wohnungen schlägt das Justizministerium eine Pauschale von fünf Prozent der Nettokaltmiete vor.
Heißt konkret: Bei einer zulässigen Miete von 600 Euro wären künftig maximal 30 Euro für Möbel erlaubt.
In der Praxis lagen Möblierungszuschläge bislang teils deutlich höher – mitunter im dreistelligen Bereich.
Hunderte Euro weniger im Jahr
Für Vermieter kann das schnell teuer werden. Wer bislang etwa 150 Euro monatlich für Möblierung verlangte, dürfte künftig nur noch einen Bruchteil davon ansetzen können. Das summiert sich auf über 1.000 Euro im Jahr – pro Wohnung.
Gerade in Städten mit hohem Anteil möblierter Angebote würde sich der Markt damit spürbar verschieben.
Ende eines lukrativen Trends?
Der Boom möblierter Wohnungen hatte in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Kritiker warfen Vermietern vor, die Mietpreisbremse durch minimale Ausstattung zu umgehen.
Die Reform zielt genau auf dieses Schlupfloch.
Ob sie den Markt tatsächlich beruhigt oder Investitionen bremst, wird sich zeigen. Klar ist jedoch: Der Spielraum für Aufschläge wird deutlich enger.
Für Vermieter bedeutet das eine neue Realität bei der Preisgestaltung – und womöglich sinkende Renditen.
Geschrieben am 22.02.2026
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