Die Temperaturen steigen, die Nachfrage nach Klimaanlagen explodiert – und viele Haushalte haben sich in diesem Sommer endlich ein Split- oder mobiles Klimagerät angeschafft. Doch kaum jemand denkt beim Kauf an die laufenden Stromkosten. Dabei gibt es eine Möglichkeit, diese deutlich zu senken.
Mit einem dynamischen Stromtarif kann eine Klimaanlage gezielt in günstigen Strompreisstunden kühlen – das senkt die Betriebskosten. Foto: AntonioDiaz / stock.adobe.com
Die Lösung steckt in einem dynamischen Stromtarif. Anders als bei klassischen Tarifen bleibt der Strompreis hier nicht den ganzen Tag gleich, sondern orientiert sich stündlich an den Preisen an der Strombörse. Besonders an sonnigen Sommertagen sinken die Preise häufig zur Mittagszeit deutlich, weil große Mengen Solarstrom ins Netz eingespeist werden.
Genau davon kann eine Klimaanlage profitieren. Sie muss nicht erst dann auf Hochtouren laufen, wenn es am Abend in den Wohnräumen unerträglich heiß wird. Stattdessen lässt sich das Haus oder die Wohnung bereits in den günstigen Preisstunden angenehm herunterkühlen. Da Wände, Böden und Möbel einen Teil der Kälte speichern, muss die Klimaanlage später deutlich weniger arbeiten – und verbraucht ausgerechnet dann weniger Strom, wenn dieser häufig teurer ist.
Kühlen, wenn Strom günstig ist
Wer die Wohnung oder das Haus bereits am frühen Nachmittag angenehm herunterkühlt, profitiert doppelt:
- Die Klimaanlage nutzt günstigen Strom.
- Wände, Böden und Möbel speichern einen Teil der Kälte.
- Am Abend muss das Gerät deutlich seltener oder mit geringerer Leistung laufen – selbst wenn die Strompreise inzwischen gestiegen sind.
Statt erst um 19 Uhr bei großer Hitze die Klimaanlage auf Hochtouren laufen zu lassen, kann sie bereits zwischen 13 und 16 Uhr effizient arbeiten.
Smarte Klimaanlagen machen es noch einfacher
Viele moderne Split-Klimaanlagen verfügen bereits über WLAN oder lassen sich in Smart-Home-Systeme integrieren. Dadurch können Nutzer Zeitpläne erstellen oder die Anlage automatisch dann starten lassen, wenn der Strompreis besonders niedrig ist.
Mit einer Photovoltaikanlage wird der Effekt sogar noch größer: Produziert die Solaranlage mittags reichlich Strom, kann die Klimaanlage oft direkt mit eigenem Solarstrom betrieben werden. Muss zusätzlich Strom aus dem Netz bezogen werden, sind die Börsenpreise zu dieser Zeit häufig ebenfalls niedrig.
Lohnt sich das wirklich?
Ob sich ein dynamischer Stromtarif lohnt, hängt vom individuellen Verbrauchsverhalten ab. Wer seine Klimaanlage regelmäßig nutzt und die Kühlung zeitlich etwas vorziehen kann, hat jedoch gute Chancen, die Betriebskosten spürbar zu senken.
Besonders geeignet sind:
- moderne Split-Klimaanlagen mit Timer oder App-Steuerung
- gut gedämmte Wohnungen und Häuser, die Kälte lange speichern
- Haushalte mit Photovoltaikanlage
Fazit: Während bei einer technisch ähnlichen Wärmepumpe der Heizbedarf häufig genau dann entsteht, wenn Strom teuer ist, sieht die Situation bei Klimaanlagen deutlich besser aus. Kühlung lässt sich flexibel vorziehen – und damit gezielt in Stunden mit günstigen Strompreisen verlagern.
Wer seine Klimaanlage intelligent nutzt, kann einen dynamischen Stromtarif deshalb zu einem echten Kostenvorteil machen. Gerade in Zeiten steigender Sommerhitze ist das ein Vorteil, der sich nicht nur im Wohnkomfort, sondern auch auf der Stromrechnung bemerkbar machen kann.
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