Wenn die Sonne stundenlang auf die Fenster scheint, greifen viele automatisch zum Rollladen und lassen ihn komplett herunter. Das wirkt logisch – schließlich soll möglichst wenig Wärme ins Haus gelangen. Doch Experten raten dazu, den Rollladen an heißen Tagen nicht immer vollständig zu schließen.
Ein komplett geschlossener Rollladen schützt zwar vor Sonne, kann zwischen Fenster und Rollladen aber einen Hitzestau verursachen. Ein kleiner Spalt sorgt für bessere Luftzirkulation. Foto: S.Kobold / stock.adobe.com
Ist der Rollladen komplett geschlossen, entsteht zwischen Fenster und Rollladen ein nahezu abgeschlossener Luftraum. Scheint die Sonne darauf, können sich dort Temperaturen von weit über 50 Grad entwickeln.
Diese Hitze belastet nicht nur das Fenster, sondern kann sich auch auf den Innenraum auswirken. Vor allem moderne Dreifachverglasungen und dunkle Rollläden heizen den Zwischenraum stark auf. Bei sehr hohen Temperaturen kann es sogar zu thermischen Spannungen im Glas kommen – insbesondere dann, wenn Teile der Scheibe unterschiedlich stark erwärmt werden.
Besser: Rollladen fast schließen und Luft zirkulieren lassen
Deutlich sinnvoller ist es, den Rollladen fast vollständig herunterzulassen, aber einen kleinen Spalt offen zu lassen. Dadurch kann die aufgeheizte Luft zwischen Fenster und Rollladen nach oben entweichen.
Alternativ können auch Lamellen mit kleinen Lüftungsschlitzen oder sogenannte Tageslichtstellungen genutzt werden. Sie halten den größten Teil der Sonnenstrahlen ab und ermöglichen gleichzeitig einen gewissen Luftaustausch.
Der Raum bleibt dadurch meist genauso gut vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt, ohne dass sich die Hitze so stark zwischen Fenster und Rollladen staut.
Außenliegender Sonnenschutz wirkt am besten
Rollläden gehören grundsätzlich zu den effektivsten Maßnahmen gegen sommerliche Hitze. Noch besser funktionieren außenliegende Raffstores oder Markisen. Sie stoppen die Sonnenstrahlen bereits vor der Fensterscheibe und verhindern so, dass sich das Glas überhaupt stark aufheizt.
Innenliegende Rollos oder Vorhänge können dagegen zwar den Raum abdunkeln, halten die Wärme aber deutlich schlechter ab. Die Sonnenstrahlung gelangt zunächst durch die Fensterscheibe und wird erst im Raum abgefangen – die Wärme ist dann bereits im Gebäude.
Richtig lüften macht den Unterschied
Mindestens genauso wichtig wie der Sonnenschutz ist das richtige Lüften. Fenster sollten möglichst früh morgens oder spät abends geöffnet werden, wenn die Außentemperaturen unter der Raumtemperatur liegen. Tagsüber bleiben Fenster am besten geschlossen.
Wer nachts für Durchzug sorgt und morgens Rollläden oder Außenjalousien rechtzeitig herunterlässt, kann die Innentemperatur oft um mehrere Grad senken – ganz ohne Klimaanlage.
5 Quick-Tipps für heiße Sommer-Tage:
- Rollläden nicht komplett schließen, sondern einen kleinen Lüftungsspalt lassen.
- Außenliegenden Sonnenschutz möglichst schon am Morgen nutzen, bevor die Sonne direkt aufs Fenster scheint.
- Fenster tagsüber geschlossen halten.
- Nur in den kühlen Morgen- und Nachtstunden kräftig lüften.
- Ventilatoren unterstützen die Verdunstungskühlung und sorgen für ein angenehmeres Raumgefühl, senken die Raumtemperatur aber nicht.
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