Düsseldorf ist teuer – das weiß jeder. Doch wer glaubt, dass Oberkassel oder der Zooviertel-Klassiker vorne liegen, irrt sich. Die absolut teuersten Straßen finden sich fast alle in der Altstadt und Carlstadt. Zwischen Bars, Boutiquen und Boutiquen-Bewohnern ist der Preis pro Quadratmeter oft höher als das Baujahr des Hauses.
Der Düsseldorfer Medienhafen mit den berühmten Gehry-Bauten und dem Fernsehturm. Foto: iStock.com / Wirestock
Düsseldorf-Altstadt: Viel Tourismus, wenig Angebot – und trotzdem Spitzenpreise
Die Altstadt und Carlstadt sind kulturelles Herz und touristisches Zentrum zugleich – aber auch Wohnraum für eine sehr kleine, sehr zahlungswillige Zielgruppe. Viele Altbauten, wenige Neubauten, kaum Grundstücke. Wer hier kaufen will, kauft vor allem Lage – und zahlt dafür.
Die Top-Adressen wie Friedrichstraße, Berger Straße, Schwanenmarkt oder Wallstraße kommen auf Quadratmeterpreise von über 10.000 Euro und orientieren sich damit an Frankfurt am Main, München und Hamburg. – Rekord für Immobilien in Düsseldorf, und weit über dem städtischen Durchschnitt von 4.174 Euro. Das sagt eine immowelt Analyse.
Die 10 teuersten Straßen in Düsseldorf
Immobilienpreise Düsseldorf
Immobilienpreise in Düsseldorf
| Straße | Stadtteil | Preis/m² |
|---|---|---|
| Friedrichstraße | Friedrichstadt/Carlstadt | 11.584 € |
| Schwanenmarkt | Carlstadt | 10.696 € |
| Berger Straße | Altstadt | 10.556 € |
| Bastionstraße | Carlstadt | 10.382 € |
| Citadellstraße | Carlstadt | 10.274 € |
| Wallstraße | Altstadt | 10.176 € |
| Bolkerstraße | Altstadt | 10.130 € |
| Bilker Straße | Carlstadt | 10.094 € |
| Hohe Straße | Carlstadt | 10.072 € |
| Elisabethstraße | Friedrichstadt | 9.970 € |
Grafik: immowelt
Carlstadt dominiert das Düsseldorfer Ranking
Die teuersten Straßen Düsseldorfs lassen sich klar dem Stadtteil Carlstadt zuordnen – einem der ältesten und charmantesten Viertel der Stadt. Direkt südlich der Altstadt gelegen, ist die Carlstadt keine klassische Wohnlage im herkömmlichen Sinn, sondern ein feines, ruhiges Quartier zwischen Kunstakademie, Rheinuferpromenade und Königsallee.
Straßen wie die Citadellstraße, Bilker Straße, Hohe Straße oder die Wallstraße zeichnen sich durch schmale Gassen, elegante Altbaufassaden und Kopfsteinpflaster aus. Vieles ist denkmalgeschützt, Neubauten sind kaum möglich – und genau das macht die Carlstadt so exklusiv. Es gibt wenig Wohnraum, aber eine beständige Nachfrage. Wer hier kauft, wohnt nicht nur, sondern investiert – oft langfristig.
Die Nähe zur Kunstszene (mit Museen, Galerien und der Akademie), zu gehobener Gastronomie und zur Kö macht die Carlstadt besonders für Selbstständige, Unternehmer und wohlhabende Paare attraktiv. Gleichzeitig ist der Stadtteil touristisch kaum überlaufen - es se denn, es ist Markt -, was ihn gegenüber der Altstadt als ruhiges, aber urbanes Wohnumfeld aufwertet.
Zahlreiche Kapitalanleger aus dem In- und Ausland haben das Viertel längst als sicheren Standort für hochwertige Immobilien entdeckt – mit Mietrenditen, die zwar gering, aber stabil sind. Viele Wohnungen werden renoviert, in Eigentum umgewandelt und erreichen beim Verkauf regelmäßig Preise jenseits der 10.000 Euro pro Quadratmeter.
Carlstadt ist damit das, was Düsseldorf selten ist: dezent luxuriös, unaufgeregt teuer – und für viele einfach unbezahlbar.
Andere Vorzeichen für Friedrichstraße oder Bolkerstraße
Auch Friedrichstadt und die Altstadt selbst spielen ganz oben im Preisranking mit – jedoch unter anderen Vorzeichen. Die Friedrichstraße und die Elisabethstraße liegen zwar geografisch nah an der Carlstadt, wirken aber deutlich städtischer: mehr Durchgangsverkehr, mehr Büroflächen, weniger historischer Charme. Dennoch machen es die Nähe zur Königsallee, solide Altbausubstanz und punktuelle Sanierungsprojekte zu gefragten Wohnlagen. Besonders Eigentumswohnungen in sanierten Gründerzeitbauten erzielen hier Preise knapp unter der 10.000-Euro-Marke – Tendenz steigend.
Die Altstadt wiederum lebt vom Kontrast. Die Berger Straße, der Schwanenmarkt oder die längste Theme der Welt, die Bolkerstraße, sind eigentlich besser für Bars, Brauhäuser und Boutiquen bekannt als für gehobenes Wohnen. Doch genau diese zentrale Lage macht sie attraktiv – für eine kleine Zielgruppe, die es mitten ins Geschehen zieht. Wohnraum ist knapp, oft oberhalb von Geschäften und Gastros untergebracht, aber dort, wo modernisiert wurde, steigen die Preise deutlich über das sonst übliche Niveau.
Und auch die Stadtmitte, im Übergang zwischen Carlstadt, Königsallee und Hauptbahnhof gelegen, taucht mit der Wallstraße im Ranking auf. Was lange als reine Geschäftsadresse galt, wird zunehmend auch zum Wohnstandort – mit modernen Eigentumswohnungen in Hinterhäusern oder in aufwendig sanierten Altbauten. Wer hier lebt, wohnt mittendrin, aber nicht im Trubel – und zahlt dafür Spitzenpreise.
Geschrieben am 30.05.2025
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