Im Freien

Gepflegt, aber leblos: So machst du aus einer grünen Wüste eine blühende Oase

Autorenbild: Andreas Steger
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Ein sattgrüner Garten wirkt zwar gepflegt, ist für Bienen, Schmetterlinge und Vögel aber oft eine echte „grüne Wüste“. Schon kleine Veränderungen können dafür sorgen, dass aus monotonem Rasen wieder eine blühende Oase wird.

Kurz gemähter Rasen, blickdichte Thujahecken und dazu ein paar Steine statt Beete: Millionen Gärten in Deutschland wirken ordentlich, gelten unter Naturschützern aber als „grüne Wüste“. Denn obwohl alles schön grün aussieht, finden Bienen, Schmetterlinge oder Vögel dort kaum Nahrung. Gerade in Zeiten des Insektensterbens wird deshalb immer häufiger darüber diskutiert, wie Gärten wieder lebendiger werden können. Die gute Nachricht: Oft reichen schon wenige Veränderungen, um aus einem sterilen Garten eine kleine Natur-Oase zu machen.

Der perfekte Rasen ist für Tiere oft wertlos

Der klassische englische Rasen gehört für viele zum Traumgarten. Ökologisch bringt er allerdings wenig. Wird der Rasen ständig gemäht, können weder Blumen blühen noch Insekten Nahrung finden. Hinzu kommt: Viele Flächen werden zusätzlich gedüngt oder mit Mährobotern gepflegt, die nachts sogar für Igel gefährlich werden können.

Dabei muss niemand seinen Garten komplett verwildern lassen. Schon kleine Inseln mit:

  • Klee
  • Gänseblümchen
  • Wildblumen
  • Kräutern

machen einen großen Unterschied. Wer den Rasen an manchen Stellen einfach wachsen lässt oder nur noch alle paar Wochen mäht, sorgt schnell für mehr Leben im Garten.

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Heimische Pflanzen sind wichtiger als exotische Deko

Viele moderne Gärten setzen auf immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Thuja oder exotische Ziergewächse. Das Problem: Zahlreiche heimische Insekten können mit diesen Pflanzen kaum etwas anfangen. Ihnen fehlen Pollen, Nektar oder geeignete Rückzugsorte.

Deutlich besser sind heimische Pflanzen wie:

  • Lavendel
  • Kornblumen
  • Sonnenhut
  • Salbei
  • Wildrosen
  • Weißdorn

Sie sehen nicht nur schön aus, sondern bieten Nahrung für Bienen und Schmetterlinge über viele Monate hinweg. Besonders beliebt sind außerdem Staudenbeete, die vom Frühjahr bis in den Herbst blühen.

Wilde Ecken sind plötzlich wieder gefragt

Früher galt ein Garten nur dann als gepflegt, wenn jede Ecke perfekt aufgeräumt war. Heute setzen immer mehr Gartenbesitzer bewusst auf kleine wilde Bereiche. Ein Haufen aus Ästen oder Laub kann schnell zum Rückzugsort für Igel werden. Auch Totholz, kleine Wasserstellen oder Natursteinmauern helfen vielen Tieren.

Selbst auf kleinen Grundstücken lässt sich viel umsetzen:

  • Mini-Teich in einer Zinkwanne
  • Blumenwiese statt Rasenfläche
  • Insektenfreundliche Balkonkästen
  • Kräuterbeete
  • Obststräucher

Besonders wichtig: Nicht alles gleichzeitig radikal zurückschneiden. Viele Tiere überwintern in trockenen Stängeln oder unter Laub.

Schottergärten verlieren immer mehr an Beliebtheit

Noch vor einigen Jahren galten Schottergärten als modern und pflegeleicht. Inzwischen stehen sie massiv in der Kritik. Sie heizen sich im Sommer stark auf, speichern kaum Wasser und bieten praktisch keinen Lebensraum für Tiere. Mehrere Bundesländer gehen inzwischen sogar gegen neue Schottergärten vor.

Der Trend geht deshalb klar zurück zu:

  • naturnahen Gärten
  • Wildblumenflächen
  • Mischhecken
  • klimaresistenten Pflanzen

Das hat nicht nur Vorteile für die Natur. Gerade an heißen Sommertagen bleiben bepflanzte Gärten oft deutlich kühler als versiegelte oder geschotterte Flächen.

Schon kleine Veränderungen helfen der Natur

Niemand muss aus seinem Garten sofort einen kleinen Wald machen. Oft reichen bereits ein paar Quadratmeter Wildblumen, weniger Mähen oder heimische Pflanzen, damit wieder mehr summt und flattert. Aus der „grünen Wüste“ wird so Schritt für Schritt eine blühende Oase – für Insekten, Vögel und am Ende auch für die Menschen selbst.

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