Der Angebotspreis einer Immobilie ist nicht immer in Stein gemeißelt. Zustand, Sanierungsbedarf, Energieeffizienz, eine lange Vermarktungsdauer oder eine bereits gesicherte Finanzierung können dir gute Argumente liefern, um über den Preis zu verhandeln. Entscheidend ist, dass du deine Preisvorstellung mit konkreten Fakten begründest.
Mit den richtigen Argumenten lässt sich beim Immobilienkauf häufig über den Preis verhandeln – etwa wenn Sanierungen anstehen oder der Angebotspreis zu hoch angesetzt ist. Foto: Halfpoint / stock.adobe.com
Die Immobilienpreise steigen in Deutschland laut Daten von immowelt seit Jahren stetig an, gleichzeitig haben die Bauzinsen zuletzt ebenfalls wieder zugelegt. Die Folge: Für immer weniger Menschen ist der Kauf einer Immobilie finanziell problemlos zu stemmen. Umso wichtiger ist es, den Angebotspreis nicht einfach hinzunehmen. Mit den richtigen Argumenten lässt sich bei der Preisverhandlung mitunter einiges herausholen.
Vergleiche die Preise in der Umgebung
Eines der stärksten Argumente ist der Vergleich mit dem lokalen Immobilienmarkt. Prüfe vor deinem Kaufangebot, zu welchen Preisen ähnliche Häuser oder Wohnungen in der Umgebung angeboten oder verkauft werden.
Achte dabei auf vergleichbare Lage, Wohnfläche, Zustand, Ausstattung und Energieeffizienz. Liegt der Angebotspreis deutlich über ähnlichen Objekten, kannst du damit einen niedrigeren Preis begründen.
Vermeide es jedoch, die Immobilie einfach als „zu teuer“ zu bezeichnen. Konkrete Vergleichsobjekte und Marktdaten machen deine Argumentation wesentlich überzeugender.
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Beziffere notwendige Renovierungen
Eine alte Heizungsanlage, sanierungsbedürftige Fenster, ein veraltetes Badezimmer oder eine überholte Elektrik können nach dem Kauf schnell hohe Kosten verursachen.
Solche Arbeiten sind ein gutes Argument für Preisverhandlungen – vorausgesetzt, du kannst sie möglichst konkret beziffern. Kostenschätzungen oder Angebote von Handwerksbetrieben stärken deine Position, weil sie zeigen, dass deine Preisvorstellung auf tatsächlichen Investitionen beruht.
Besonders relevant ist das, wenn der Angebotspreis eher dem einer bereits modernisierten Immobilie entspricht, tatsächlich aber noch erhebliche Arbeiten notwendig sind.
Nutze die Energieeffizienz als Argument
Auch der energetische Zustand kann den Wert einer Immobilie beeinflussen. Eine schlechte Energieeffizienz bedeutet häufig höhere Energiekosten und kann zusätzliche Investitionen notwendig machen.
Schau dir deshalb den Energieausweis genau an und prüfe, welche Maßnahmen möglicherweise anstehen – beispielsweise eine neue Heizung, bessere Dämmung oder der Austausch alter Fenster.
Kannst du die voraussichtlichen Kosten realistisch einschätzen, hast du ein deutlich stärkeres Argument als mit dem bloßen Hinweis auf eine schlechte Energieeffizienz.
Achte auf die Vermarktungsdauer
Steht eine Immobilie bereits seit mehreren Monaten zum Verkauf, kann das zusätzlichen Verhandlungsspielraum schaffen. Möglicherweise wurde der Preis zu hoch angesetzt, die Nachfrage ist gering oder das Objekt hat Nachteile, die andere Interessenten abgeschreckt haben.
Frag den Makler nach der bisherigen Vermarktung: Wurde der Preis schon reduziert? Gab es bereits Angebote? Und möchte der Verkäufer möglichst schnell verkaufen?
Gerade bei Zeitdruck kann ein etwas niedrigeres, dafür aber verlässliches Angebot attraktiv sein. Eine lange Vermarktungsdauer allein rechtfertigt allerdings noch keinen großen Preisnachlass.
Sprich konkrete Nachteile der Immobilie an
Auch Faktoren jenseits klassischer Renovierungen können den Preis beeinflussen. Bei Eigentumswohnungen können beispielsweise ein hohes Hausgeld, geplante Sanierungen oder mögliche Sonderumlagen zusätzliche Belastungen verursachen.
Ebenso können Lärm, fehlende Stellplätze, wenig Privatsphäre oder bestimmte Belastungen des Grundstücks den Wert einer Immobilie mindern.
Bleib dabei sachlich: Konkrete Kosten und nachprüfbare Nachteile sind überzeugender als subjektive Kritik. Das Argument funktioniert vor allem dann, wenn der Angebotspreis diese Nachteile noch nicht ausreichend berücksichtigt.
Eine sichere Finanzierung kann den Unterschied machen
Nicht immer erhält der Interessent mit dem höchsten Angebot den Zuschlag. Für Verkäufer zählt auch, wie sicher der Verkauf tatsächlich zustande kommt.
Hast du ausreichend Eigenkapital und deine Finanzierung bereits mit einer Bank oder einem Finanzierungsvermittler vorbereitet, kannst du damit punkten. Eine Finanzierungsbestätigung kann zusätzlich Sicherheit vermitteln.
So kann ein etwas niedrigeres, aber solide finanziertes Angebot für den Verkäufer attraktiver sein als ein höheres Gebot mit unsicherer Finanzierung. Auch Flexibilität beim Übergabetermin kann deine Position verbessern.
Wie viel lässt sich beim Immobilienpreis verhandeln?
Eine pauschale Verhandlungsspanne gibt es nicht. Wie viel möglich ist, hängt von Lage, Nachfrage, Zustand, Angebotspreis und Vermarktungsdauer ab.
Statt einfach fünf oder zehn Prozent vom Preis abzuziehen, solltest du deshalb überlegen, welcher Kaufpreis sich anhand konkreter Fakten begründen lässt. Je besser deine Argumente sind und je sicherer deine Finanzierung steht, desto besser sind deine Chancen in der Preisverhandlung.
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