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Das bessere München? In dieser Stadt in Bayern hast du dasselbe Gehalt, zahlst aber viel weniger Miete

Autorenbild Kilian Treß
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München gilt als Deutschlands Gehaltsmetropole. Doch hohe Einkommen bedeuten nicht automatisch mehr finanzielle Freiheit. Der Vergleich mit einer bayerischen Nachbarstadt zeigt: Trotz ähnlicher Gehälter bleibt dort nach Abzug der Warmmiete jeden Monat deutlich mehr Geld übrig. Der Grund sind die erheblich niedrigeren Wohnkosten.

München lockt mit hohen Gehältern – doch die Wohnkosten fressen den Vorteil auf

München zählt seit Jahren zu den wirtschaftlich stärksten Städten Deutschlands. Entsprechend hoch fallen auch die Einkommen aus. Haushalte verfügen dort im Schnitt über 5.094 Euro netto im Monat. Die Kehrseite sind die höchsten Wohnkosten Deutschlands. Für eine 90 Quadratmeter große Wohnung werden durchschnittlich 2.146 Euro Warmmiete fällig. Damit fließen bereits 42,1 Prozent des Haushaltseinkommens allein in die Wohnkosten. Nach Abzug der Warmmiete bleiben einem durchschnittlichen Münchner Haushalt rechnerisch noch 2.948 Euro.

In einer bayerischen Nachbarstadt sieht die Rechnung ganz anders aus

Nur rund 80 Kilometer nördlich zeigt sich ein völlig anderes Bild. In Ingolstadt liegt das durchschnittliche Haushaltsnettoeinkommen mit 5.637 Euro sogar über dem Münchner Niveau. Ähnlich wie VW in Wolfsburg sind hier Audi samt der Zuliefer-Indsutrie starke Arbeitgeber. Gleichzeitig fallen die Wohnkosten deutlich niedriger aus. Für eine vergleichbare 90-Quadratmeter-Wohnung werden durchschnittlich 1.298 Euro Warmmiete fällig. Das entspricht lediglich 23,0 Prozent des Einkommens – also nur gut der Hälfte der Wohnkostenbelastung in München. Nach Abzug der Warmmiete bleiben einem durchschnittlichen Haushalt 4.339 Euro. Das sind rund 1.391 Euro mehr als in München.

München und Ingolstadt im Vergleich

Preis-Explorer: Originalwerte und normalisierte Entwicklung
Quelle: Bundesbank, immowelt Q2 2026. Kaufpreise ab 2017, Mieten ab 2021.
Stadt Haushaltsnettoeinkommen Warmmiete (90 qm) Anteil am Einkommen Nach Warmmiete übrig
Ingolstadt 5.637 € 1.298 € 23,0 % 4.339 €
München 5.094 € 2.146 € 42,1 % 2.948 €

Fast 17.000 Euro Unterschied pro Jahr

Auf den ersten Blick liegen beide Städte beim Einkommen gar nicht weit auseinander. Ingolstädter Haushalte verfügen im Durchschnitt über lediglich 543 Euro mehr netto als Münchner.

Der entscheidende Unterschied zeigt sich jedoch bei den Wohnkosten. Während Münchner Haushalte durchschnittlich 2.146 Euro Warmmiete zahlen, sind es in Ingolstadt lediglich 1.298 Euro – ein Unterschied von 848 Euro pro Monat.

Dadurch verfügen Haushalte in Ingolstadt nach Abzug der Wohnkosten über rund 1.391 Euro mehr im Monat. Hochgerechnet ergibt sich ein finanzieller Vorsprung von 16.692 Euro im Jahr.

Dieses zusätzliche Geld kann in den Vermögensaufbau fließen, für Reisen, Freizeit oder die Altersvorsorge genutzt werden – und sorgt im Alltag für deutlich mehr finanziellen Spielraum.

Audi sorgt für hohe Einkommen – die Wohnkosten bleiben vergleichsweise niedrig

Ingolstadt profitiert seit Jahrzehnten von seiner starken Industrie. Vor allem Audi prägt den Arbeitsmarkt und sorgt für überdurchschnittlich hohe Einkommen.

Anders als in München haben sich die Wohnkosten jedoch bislang deutlich moderater entwickelt. Dadurch entsteht eine Kombination, die in Deutschland selten geworden ist: Spitzengehälter bei vergleichsweise niedrigen Wohnkosten.

Hohe Einkommen allein sagen wenig über die Kaufkraft aus

Der Vergleich zwischen München und Ingolstadt macht deutlich, dass die Höhe des Einkommens allein wenig über die tatsächliche finanzielle Situation aussagt. Entscheidend ist, wie viel Geld nach der Warmmiete tatsächlich übrig bleibt.

Während München bei den Einkommen weiterhin zur deutschen Spitze gehört, wird ein großer Teil dieses Vorteils durch die hohen Wohnkosten aufgezehrt. Ingolstadt zeigt dagegen, dass selbst innerhalb Bayerns eine deutlich günstigere Kombination aus Einkommen und Wohnkosten möglich ist. Trotz nur leicht höherer Gehälter verfügen Haushalte dort am Ende des Monats über fast 1.400 Euro mehr – und damit über einen jährlichen finanziellen Spielraum von fast 17.000 Euro.

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