Finanzierung

Bis zu welchem Alter kann man einen Immobilienkredit bekommen?

Autorenbild: Andreas Steger
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Du wirst älter und fragst dich, bis zu welchem Alter du noch eine Immobilie finanzieren kannst? Eine gesetzlich festgelegte Altersgrenze für die Aufnahme eines Immobilienkredits gibt es in Deutschland grundsätzlich nicht. In der Praxis prüfen Banken Finanzierungen für ältere Kreditnehmer jedoch besonders genau. Entscheidend ist vor allem, ob die Finanzierung langfristig tragbar ist und bis wann das Darlehen voraussichtlich zurückgezahlt werden kann.

Gibt es eine Altersgrenze für Immobilienkredite?

Eine allgemeine gesetzliche Altersobergrenze für die Aufnahme eines Immobilienkredits gibt es in Deutschland nicht. Grundsätzlich kannst du daher auch mit 50, 60 oder 70 Jahren noch eine Baufinanzierung abschließen.

In der Praxis spielt das Alter bei der Kreditentscheidung dennoch eine wichtige Rolle. Banken müssen prüfen, ob du deinen finanziellen Verpflichtungen voraussichtlich dauerhaft nachkommen kannst. Dabei berücksichtigen sie unter anderem dein Einkommen, dein Vermögen, dein Eigenkapital, die gewünschte Darlehenshöhe und die Laufzeit.

Besonders wichtig ist die Frage, wie alt du am Ende der geplanten Finanzierung sein wirst. Viele Banken bevorzugen Finanzierungen, bei denen ein großer Teil oder das gesamte Darlehen innerhalb eines überschaubaren Zeitraums zurückgezahlt wird. Eine einheitliche Altersgrenze, die bei allen Banken gilt, gibt es allerdings nicht.

Warum wird eine Immobilienfinanzierung mit zunehmendem Alter schwieriger?

Ein wesentlicher Punkt ist die verbleibende Laufzeit der Finanzierung. Wenn du erst mit 60 oder 70 Jahren einen Immobilienkredit aufnimmst, hast du in der Regel weniger Zeit für die Rückzahlung als ein Kreditnehmer Mitte 30.

Hinzu kommt der Übergang in den Ruhestand. Mit dem Renteneintritt verändert sich bei vielen Menschen das verfügbare Einkommen. Banken berücksichtigen deshalb bei ihrer Haushaltsrechnung nicht nur dein aktuelles Gehalt, sondern gegebenenfalls auch deine später zu erwartenden Renten- oder Pensionseinkünfte.

Anders als in Frankreich gibt es in Deutschland keine allgemeine gesetzliche Verschuldungsgrenze von 35 Prozent des Einkommens für Immobilienkredite. Banken prüfen stattdessen individuell, ob nach Abzug deiner laufenden Ausgaben und der Kreditrate noch ein ausreichender finanzieller Spielraum vorhanden ist.

Auch gesundheitliche Risiken können indirekt eine Rolle spielen – beispielsweise dann, wenn du im Zusammenhang mit der Finanzierung eine Risikolebensversicherung abschließen möchtest. Deren Beiträge können mit zunehmendem Eintrittsalter steigen.

Welche Kreditlaufzeit ist abhängig vom Alter möglich?

Eine allgemeingültige Formel wie „mit 50 Jahren maximal 25 Jahre“ oder „mit 60 Jahren maximal 15 Jahre“ gibt es in Deutschland nicht. Die mögliche Laufzeit hängt von der jeweiligen Bank und deiner persönlichen finanziellen Situation ab.

Grundsätzlich gilt jedoch: Je älter du bei Abschluss des Immobilienkredits bist, desto wichtiger werden eine hohe Tilgung, ausreichend Eigenkapital und eine realistische Rückzahlungsplanung.

Mit 50 Jahren kann beispielsweise durchaus noch eine langfristige Immobilienfinanzierung möglich sein, sofern Einkommen und Eigenkapital stimmen. Wenn du mit 60 Jahren finanzierst, solltest du stärker berücksichtigen, wie sich die monatliche Belastung nach deinem Renteneintritt entwickelt.

Auch mit 70 Jahren ist ein Immobilienkredit nicht grundsätzlich ausgeschlossen. Dann dürften jedoch Faktoren wie vorhandenes Vermögen, hohe laufende Einkünfte, eine niedrige Darlehenssumme und eine kurze Laufzeit deutlich stärker ins Gewicht fallen.

Wie verbesserst du deine Chancen auf einen Immobilienkredit im höheren Alter?

Wenn es deine finanzielle Situation erlaubt, kann eine kürzere Laufzeit beziehungsweise eine höhere Tilgung deine Chancen auf eine Finanzierung verbessern. Dadurch sinkt die Restschuld schneller und das Risiko für die Bank wird reduziert.

Auch mehr Eigenkapital kann von Vorteil sein. Je weniger Fremdkapital du benötigst, desto leichter kann es sein, eine Bank von der Finanzierung zu überzeugen. Ein Eigenkapitalanteil von beispielsweise 20 bis 30 Prozent kann die Ausgangslage deutlich verbessern – eine feste Vorgabe ist dies jedoch nicht.

Zusätzliche Sicherheiten können ebenfalls helfen. Besitzt du beispielsweise bereits eine schuldenfreie oder weitgehend abbezahlte Immobilie oder verfügst du über weiteres relevantes Vermögen, kann dies bei der Kreditprüfung berücksichtigt werden.

Wichtig ist außerdem, die Finanzierung bereits mit Blick auf den Ruhestand zu planen. Entscheidend ist nicht allein, ob du dir die Kreditrate heute leisten kannst, sondern auch, ob sie mit deinen späteren Renten-, Pensions- oder sonstigen Einkünften dauerhaft tragbar bleibt.

Welche Rolle spielt eine Versicherung bei der Immobilienfinanzierung?

Eine spezielle Kreditversicherung beziehungsweise Restschuldversicherung ist bei einem Immobilienkredit in Deutschland grundsätzlich nicht automatisch vorgeschrieben.

Je nach persönlicher Situation kann jedoch eine Risikolebensversicherung sinnvoll sein. Sie kann beispielsweise dazu dienen, deinen Partner oder deine Familie finanziell abzusichern, falls du während der Laufzeit verstirbst und noch eine größere Restschuld besteht.

Gerade bei einem höheren Eintrittsalter lohnt es sich, verschiedene Angebote zu vergleichen. Alter, Versicherungssumme, Laufzeit und Gesundheitszustand können erheblichen Einfluss auf die Beiträge und die Versicherbarkeit haben.

Ob eine solche Absicherung sinnvoll ist, hängt letztlich von deiner persönlichen Situation ab. Wenn du beispielsweise über ausreichend Vermögen verfügst oder das Darlehen auch von einem zweiten Kreditnehmer problemlos weitergetragen werden könnte, hast du einen anderen Absicherungsbedarf als ein Haushalt, der vollständig von einem Einkommen abhängig ist.

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