Nicht Mitte oder Prenzlauer Berg: Berlins teuerste Straßen liegen im grünen Südwesten. Besonders Schmargendorf und Dahlem dominieren das Ranking. Die Quadratmeterpreise erreichen dort teilweise fast 12.000 Euro.
Viele Villen in Berlin-Wilmersdorf liegen direkt am Spreeufer. Foto: Ulf / stock.adobe.com
Der Wildentensteig in Schmargendorf ist mit 11.898 Euro pro Quadratmeter die teuerste Straße Berlins. Dahinter folgen der Frischlingsteig mit 10.574 Euro und die Iltisstraße in Dahlem mit 10.048 Euro. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der Angebotspreise für Häuser und Wohnungen auf immowelt.de für die 15 größten deutschen Städte.
Auffällig ist die Konzentration auf den grünen Südwesten der Hauptstadt. Die teuersten Straßen liegen in Schmargendorf und Dahlem, teilweise direkt an der Grenze zwischen beiden Ortsteilen. Nicht die dicht bebauten Innenstadtviertel erreichen damit die höchsten Werte, sondern ruhige Wohngebiete mit großzügigen Grundstücken.
Schmargendorf: Die Waldtiersiedlung erreicht Berlins Spitzenpreise
Der Wildentensteig liegt in Schmargendorf im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Mit 11.898 Euro pro Quadratmeter führt er das Berliner Ranking deutlich an.
Für ein Haus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche entspricht das rechnerisch einem Wert von rund 1,78 Millionen Euro – ohne Kaufnebenkosten.
Auch der Frischlingsteig mit 10.574 Euro, der Fischottersteig mit 9.879 Euro, der Goldfinkweg mit 9.722 Euro und der Bibersteig mit 9.461 Euro liegen in Schmargendorf.
Die Straßen gehören zur Waldtiersiedlung, einem ruhigen Wohngebiet mit Einfamilienhäusern, Villen und großzügigen Grundstücken. Die Nähe zum Grunewald und die aufgelockerte Bebauung unterscheiden die Gegend deutlich von vielen innerstädtischen Quartieren.
Dass gleich mehrere Straßen dieses Wohngebiets unter den teuersten Adressen der Hauptstadt liegen, verdeutlicht seine besondere Stellung auf dem Berliner Immobilienmarkt.
Dahlem: Exklusive Wohnlagen rund um die Freie Universität
Neben Schmargendorf gehört Dahlem zu den teuersten Wohngebieten Berlins. In der Iltisstraße werden 10.048 Euro pro Quadratmeter erreicht. Damit belegt sie Platz 3 im stadtweiten Ranking.
Auch die Lansstraße mit 9.888 Euro, die Straße Am Anger mit 9.741 Euro und die Takustraße mit 9.685 Euro zählen zu den exklusivsten Adressen.
Dahlem ist für seine Villen, großzügigen Grundstücke und ruhigen Wohnstraßen bekannt. Die Freie Universität Berlin und mehrere wissenschaftliche Einrichtungen prägen ebenfalls das Umfeld.
Die Verbindung aus grüner Umgebung und guter Erreichbarkeit anderer Stadtteile macht Dahlem zu einer gefragten Wohnlage.
Die zehn teuersten Straßen Berlins
| Rang | Straße | Stadtteil | Ø Angebotspreis pro m² für Häuser und Wohnungen |
| 1 | Wildentensteig | Schmargendorf | 11.898 € |
| 2 | Frischlingsteig | Schmargendorf | 10.574 € |
| 3 | Iltisstraße | Dahlem | 10.048 € |
| 4 | Lansstraße | Dahlem | 9.888 € |
| 5 | Fischottersteig | Schmargendorf | 9.879 € |
| 6 | Am Anger | Dahlem | 9.741 € |
| 7 | Goldfinkweg | Schmargendorf | 9.722 € |
| 8 | Takustraße | Dahlem | 9.685 € |
| 9 | Bibersteig | Schmargendorf | 9.461 € |
| 10 | Amselstraße | Schmargendorf / Dahlem | 9.451 € |
Quelle: immowelt.de, Datenstand 1. Oktober 2026
Warum Schmargendorf und Dahlem so teuer sind
Berlins Immobilienmarkt bietet sehr unterschiedliche Wohnformen. Während Mitte, Charlottenburg und Prenzlauer Berg vor allem für urbane Quartiere bekannt sind, stehen Schmargendorf und Dahlem für großzügige Wohngebiete mit Villen und Einfamilienhäusern.
Besonders die Waldtiersiedlung ist von ruhigen Straßen und grüner Umgebung geprägt. Auch in Dahlem gehören große Grundstücke und eine aufgelockerte Bebauung zum Charakter vieler Wohnlagen.
Die Auswertung zeigt, dass hohe Immobilienpreise nicht zwangsläufig an eine zentrale Innenstadtlage gebunden sind. In Berlin erreichen gerade die grünen Wohngebiete im Südwesten die höchsten Straßenpreise.
Du planst den Kauf einer Immobilie?
Hellersdorf: Deutlich günstigere Straßen im Osten Berlins
Wie groß die Unterschiede innerhalb der Hauptstadt ausfallen, zeigt der Blick auf die günstigsten Straßen der Auswertung.
Den niedrigsten Wert weist die Bansiner Straße in Hellersdorf mit 2.484 Euro pro Quadratmeter auf. Dahinter folgen der Clara-Zetkin-Weg mit 2.554 Euro und die Tollensestraße mit 2.563 Euro.
Damit liegt der Quadratmeterpreis im Wildentensteig rund 4,8-mal so hoch wie in der Bansiner Straße. Für eine Wohnfläche von 100 Quadratmetern entspricht das rechnerisch einer Differenz von mehr als 941.000 Euro.
Die Ergebnisse verdeutlichen die erheblichen Preisunterschiede zwischen den Wohnlagen der Hauptstadt.
Berlins teuerste Straßen liegen abseits der Innenstadt
Schmargendorf und Dahlem dominieren das Ranking der teuersten Berliner Straßen. Großzügige Grundstücke, Villen und die Nähe zu Grünflächen prägen viele der Spitzenadressen.
Wer in Berlin nach exklusiven Wohnlagen sucht, findet die höchsten Quadratmeterpreise der Untersuchung damit im Südwesten der Stadt – und nicht in den bekannten Innenstadtvierteln.
Berechnungsgrundlage
Die Auswertung basiert auf den Angebotspreisen für Bestandswohnungen und -häuser auf immowelt.de. Die mittels hedonischer Verfahren errechneten Quadratmeterpreise beziehen sich auf den 1. Oktober 2026. Es handelt sich um Angebots-, nicht um Abschlusspreise.
Geschrieben am
Seite weiterleiten
Artikel drucken