Im Freien

Bärlauch sammeln im Wald: Was in Deutschland verboten ist – und lebensgefährlich werden kann

Autorenbild: Andreas Steger
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 Bärlauch hat wieder Saison und lockt viele in den Wald. Die grünen Blätter gelten als kostenloses Superfood direkt aus der Natur. Doch beim Pflücken gelten in Deutschland klare Regeln.

Warum jetzt alle auf Bärlauch-Jagd gehen

Mit den ersten warmen Tagen im Frühling beginnt die Hochsaison für Bärlauch. Die Pflanze wächst vor allem in schattigen Laubwäldern und breitet sich oft teppichartig aus. Für viele wirkt das wie eine Einladung zum Sammeln.

Der Reiz ist verständlich. Frischer Bärlauch ist im Supermarkt vergleichsweise teuer, im Wald scheint er kostenlos verfügbar zu sein. Gleichzeitig liegt Wildkräuter sammeln im Trend, auch weil viele Menschen bewusster essen wollen.

Doch der scheinbar einfache Ausflug in den Wald hat zwei Haken: rechtliche Grenzen und gesundheitliche Risiken.

Darf man Bärlauch einfach pflücken?

Grundsätzlich ja, aber nur in sehr begrenztem Umfang. In Deutschland gilt das sogenannte Handstraußprinzip. Es erlaubt, kleine Mengen für den eigenen Bedarf zu sammeln.

Das bedeutet konkret: Nur so viel, wie in eine Hand passt oder für eine Mahlzeit benötigt wird. Wer größere Mengen erntet oder sogar ganze Flächen aberntet, bewegt laut Bundesnaturschutzgesetz sich schnell im illegalen Bereich (§ 39 BNatSchG).

Denn auch hier gilt: Der Wald gehört jemandem. Ein Großteil ist Privatbesitz, der Rest gehört dem Staat oder Kommunen. Pflanzen dürfen nicht einfach massenhaft entnommen werden. Das gilt übrigens auch für das Holz sammeln im Wald.

In Naturschutzgebieten ist das Sammeln oft komplett verboten. Wer sich nicht daran hält, riskiert Bußgelder. Diese können je nach Bundesland mehrere hundert Euro betragen.

Die größte Gefahr: Verwechslung mit giftigen Pflanzen

Deutlich riskanter als das Bußgeld ist jedoch ein anderer Fehler: die Verwechslung.

Bärlauch sieht auf den ersten Blick harmlos aus. Doch es gibt zwei giftige Doppelgänger, die immer wieder für schwere Vergiftungen sorgen:

  • Maiglöckchen
  • Herbstzeitlose

Beide Pflanzen wachsen häufig in denselben Gebieten wie Bärlauch. Besonders tückisch: Die Blätter sehen sich sehr ähnlich.

Der entscheidende Unterschied ist der Geruch. Bärlauch riecht intensiv nach Knoblauch, wenn man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt. Die giftigen Pflanzen hingegen sind geruchlos.

Doch selbst dieser Test ist nicht immer sicher. Wer bereits Bärlauch in der Hand hatte, hat den Geruch oft an den Fingern und kann sich täuschen.

Vergiftungen mit Herbstzeitlosen können lebensgefährlich sein. Schon kleine Mengen reichen aus.

So lässt sich Bärlauch sicher erkennen

Wer Bärlauch sammeln möchte, sollte auf mehrere Merkmale achten und nicht nur auf den Geruch vertrauen.

Typisch für Bärlauch sind einzelne Blätter mit klar erkennbarem Stiel. Sie wachsen meist einzeln aus dem Boden. Maiglöckchen hingegen haben oft mehrere Blätter an einem Stängel.

Auch die Blattunterseite unterscheidet sich. Bärlauch ist eher matt, während Maiglöckchen glänzen.

Im Zweifel gilt: lieber stehen lassen. Experten raten Anfängern, beim ersten Sammeln eine erfahrene Person mitzunehmen oder nur an eindeutig erkennbaren Stellen zu ernten.

Rezept für Bärlauch-Pesto

Die meisten verarbeiten den frisch gepflückten Bärlauch zu einem Pesto. Hier ein einfaches, richtig gutes Bärlauch-Pesto – perfekt für Pasta, aufs Brot oder zu Kartoffeln:

Zutaten:

  • 100 g frischer Bärlauch
  • 50 g Pinienkerne (alternativ: Walnüsse oder Sonnenblumenkerne)
  • 50 g Parmesan (gerieben)
  • 100–120 ml Olivenöl
  • 1 kleine Knoblauchzehe (optional)
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Zitronensaft (optional)
  • 50 g Pinienkerne (alternativ: Walnüsse oder Sonnenblumenkerne)
  • 50 g Parmesan (gerieben)
  • 100–120 ml Olivenöl
  • 1 kleine Knoblauchzehe (optional)
  • Salz
  • Pfeffer
  • etwas Zitronensaft (optional)

Zubereitung:

Bärlauch waschen und trocknen
Wichtig: gut abtrocknen, sonst wird das Pesto wässrig.

Kerne anrösten
Kurz in der Pfanne ohne Öl anrösten, bis sie leicht braun sind.

Alles mixen
Bärlauch, Kerne, Parmesan und Knoblauch in einen Mixer geben.

Olivenöl langsam zugeben
Während des Mixens nach und nach Öl hinzufügen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Abschmecken
Mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronensaft verfeinern.

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