Stuttgart und Heidelberg bleiben als traditionelle Hochpreislagen auf einem hohen Niveau. Aber vor allem Mannheim zieht deutlich an.
Mannheims Kauf- und Mietmarkt steigt am schnellsten in Baden-Württemberg. Foto: iStock.com / Ilari Nackel
Der Mietmarkt in Baden-Württemberg hat sich in den vergangenen vier Jahren deutlich verteuert – und tut das ungleich verteilt. Während Stuttgart und Heidelberg als traditionelle Hochpreislagen ihr Niveau weiter ausgebaut haben, stechen Mannheim und Pforzheim mit besonders kräftigen Zuwächsen heraus. Der Abstand zwischen teuren und günstigeren Standorten im Land wird kleiner.
Stuttgart führt – aber nicht mehr unangefochten
Mit 15,02 Euro pro Quadratmeter bleibt Stuttgart die teuerste Mietstadt in Baden-Württemberg. Seit März 2022 sind die Angebotsmieten in der Landeshauptstadt um 11,7 Prozent gestiegen. Dicht dahinter folgen Heidelberg mit 13,33 Euro und Freiburg im Breisgau mit 12,77 Euro – beide mit Zuwächsen zwischen 13 und 14 Prozent über vier Jahre. Was diese drei Städte verbindet: begrenztes Bauland, starke Zuzugsdynamik durch Universitäten und Forschungseinrichtungen sowie eine anhaltend hohe Nachfrage, der kein ausreichendes Neubauangebot gegenübersteht.
Mannheim holt mit fast 19 Prozent auf
Besonders auffällig ist die Entwicklung in Mannheim. Hier steigen nicht nur die Kaufpreise am stärksten in Baden-Württemberg. Mit einem Mietanstieg von 18,8 Prozent innerhalb von vier Jahren verzeichnet die Quadratestadt den stärksten Zuwachs aller Großstädte in Baden-Württemberg. Der Quadratmeterpreis kletterte auf 12,13 Euro – ein Wert, der Mannheim inzwischen fest im oberen Mittelfeld des Landesvergleichs verankert. Treiber dieser Entwicklung sind neben dem klassischen Spillover-Effekt aus dem teureren Heidelberg auch die wachsende Beliebtheit als Hochschul- und Kulturstandort sowie eine zunehmend attraktive Innenstadtentwicklung. Wer in Heidelberg nicht zum Zug kommt, weicht auf Mannheim aus – und erhöht dort die Nachfrage.
Pforzheim überrascht mit 17 Prozent Plus
Auch Pforzheim fällt auf. Die Stadt am Nordrand des Schwarzwalds, lange eher ein Sorgenkind unter den baden-württembergischen Mittelstädten, verzeichnet einen Mietanstieg von 17,1 Prozent seit 2022 auf nun 10,41 Euro pro Quadratmeter. Das deutet auf Nachholeffekte hin: Wer aus dem teureren Karlsruhe oder aus der Rhein-Neckar-Region verdrängt wird, sucht günstigere Alternativen – und landet immer häufiger in Pforzheim.
Mittleres Segment zieht gleichmäßig an
Karlsruhe, Heilbronn, Reutlingen und Ulm bewegen sich mit Zuwächsen zwischen 12 und 14 Prozent im soliden Mittelfeld. Sie profitieren alle von der allgemeinen Wohnraumknappheit im Land, ohne die extremen Verwerfungen der Toplagen aufzuweisen. Für Mieter bedeutet das: Auch vermeintlich günstigere Alternativen zur Landeshauptstadt werden spürbar teurer. Wer heute in Baden-Württemberg nach einer Bestandswohnung sucht, zahlt fast überall deutlich mehr als noch vor vier Jahren.
Geschrieben am 28.03.2026
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