Immobilienkauf

Analyse deckt auf: So stark überschätzen private Verkäufer ihre Immobilien

Autorenbild: Andreas Steger
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Eine aktuelle Auswertung von immowelt zeigt: Private Anbieter setzen ihre Immobilien im Schnitt deutlich teurer an als Makler. Bei Wohnungen und Häusern liegen die Angebotspreise privater Verkäufer regelmäßig über dem Marktniveau. Doch warum passiert das so häufig?

Emotion statt Marktwert: Erinnerungen treiben den Preis hoch

Für viele Eigentümer ist eine Immobilie weit mehr als nur ein Objekt. Sie ist mit Erinnerungen verbunden – das Elternhaus, das erste Eigenheim oder der Ort wichtiger Lebensereignisse. Diese emotionale Bindung macht die Immobilie für den Verkäufer wertvoller, als es der Markt widerspiegelt. Käufer aber bezahlen nicht für Emotionen, sondern für Lage, Zustand und Ausstattung.

Gerade bei geerbten Immobilien zeigt sich das besonders deutlich: Die ideelle Aufladung führt zu Preisen, die bis zu 9,1 Prozent über Maklerangeboten liegen.

Fehlende Marktkenntnis und falsche Orientierung

Während Makler aktuelle Daten und Vergleichsobjekte kennen, stützen sich Privatverkäufer oft auf unsichere Quellen. Typische Fehler:

  • Orientierung an Nachbarschaftsangeboten, die selbst überteuert sind
  • Übernahme von Online-Schätzungen ohne lokale Anpassung
  • Aufschläge auf Basis des ursprünglichen Kaufpreises

So entstehen Inserate, die schnell mehrere Zehntausend Euro über vergleichbaren Angeboten liegen – gerade bei Objekten im mittleren sechsstelligen Bereich.

Mängel werden unterschätzt

Oft rechnen Privatverkäufer notwendige Sanierungen, unzeitgemäße Grundrisse oder eine weniger gefragte Lage nicht realistisch ein. Käufer dagegen kalkulieren diese Faktoren sofort ein – besonders bei energetischen Modernisierungen. Die Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität wächst dadurch weiter.

Folgen: Längere Vermarktung und Preisnachlässe

Zu hohe Startpreise führen in der Praxis zu langen Verkaufsprozessen. Viele Interessenten springen ab, Verhandlungen ziehen sich in die Länge, und nach Monaten müssen die Preise gesenkt werden – teilweise mehrfach. Am Ende verkaufen private Anbieter ihre Immobilie oft günstiger, als es mit einem realistischen Einstiegspreis möglich gewesen wäre.

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