Ältere Immobilie kaufen und anschließend modernisieren: Gerade junge Käufer gehen diesen Weg. Eine aktuelle Europace-Auswertung zeigt, dass rund jeder dritte Käufer unter 36 Jahren bereits bei der Finanzierung ein Modernisierungsbudget einplant. Wer selbst mit anpackt, kann zusätzlich Geld sparen. Doch nicht jede Sanierungsarbeit eignet sich für Heimwerker.
Junge Käufer setzen häufiger auf ältere Immobilien
Vor allem jüngere Käufer finanzieren laut einer aktuellen Studie Europace häufiger Immobilien mit schlechterer Energiebilanz. Bei den bis 25-Jährigen gehören 35,2 Prozent der finanzierten Objekte zu den Energieeffizienzklassen F, G oder H. Bei den 26- bis 30-Jährigen sind es 32,3 Prozent, bei den 31- bis 36-Jährigen 31,2 Prozent.
Entsprechend häufig wird die Modernisierung gleich mitgedacht: Rund ein Drittel der Käufer unter 36 Jahren plant dafür bereits bei der Finanzierung zusätzliches Geld ein. Die vorgesehenen Beträge liegen im Median zwischen etwa 40.000 und 48.000 Euro.
Wer einen Teil der Arbeiten selbst übernimmt, kann das Budget entlasten. Gleichzeitig bietet eine Renovierung die Chance, eine ältere Immobilie nachhaltiger und energieeffizienter zu machen. Entscheidend ist allerdings, die eigenen Grenzen zu kennen.
Das kannst du beim Renovieren selbst machen
Nicht jede Arbeit erfordert einen Fachbetrieb. Vor allem beim Innenausbau können auch weniger erfahrene Heimwerker einiges selbst übernehmen.
Streichen und tapezieren: Alte Tapeten entfernen, kleinere Unebenheiten verspachteln und Wände neu gestalten sind klassische Eigenleistungen. Schadstoffarme Farben und Lacke können dabei zu einem gesunden Raumklima beitragen.
Boden verlegen: Klick-Laminat, Vinyl oder Fertigparkett lassen sich mit etwas handwerklichem Geschick selbst verlegen. Noch nachhaltiger kann es sein, vorhandene Dielen oder Parkett aufzuarbeiten, statt sie auszutauschen.
Türen und Möbel aufarbeiten: Alte Holztüren, Treppen oder Einbaumöbel müssen nicht automatisch raus. Abschleifen, reparieren und neu behandeln spart Material und erhält den Charakter eines älteren Hauses.
Kleine Energiesparmaßnahmen: Fenster und Türen abdichten, zugängliche Heizungsrohre dämmen oder alte Leuchtmittel gegen LEDs austauschen – auch kleinere Arbeiten können Verbrauch und Kosten reduzieren.
Tipp: Eigenleistung lohnt sich besonders bei arbeitsintensiven, aber technisch überschaubaren Aufgaben. Müssen Fehler später vom Fachbetrieb behoben werden, kann die vermeintliche Ersparnis dagegen schnell verpuffen.
Hier solltest du besser einen Fachbetrieb beauftragen
Anders sieht es aus, wenn Arbeiten die Sicherheit, technische Anlagen oder die Bausubstanz betreffen.
Elektrik: Arbeiten an Leitungen, Sicherungskästen und anderen Teilen der Elektroinstallation gehören in fachkundige Hände.
Heizung und Wärmepumpe: Eine neue Heizung sollte zum energetischen Zustand des Gebäudes passen. Gerade bei einer Wärmepumpe müssen unter anderem Wärmebedarf und Heizflächen berücksichtigt werden.
Dach und Fassade: Fehler bei der Dämmung können Feuchtigkeit und Schäden an der Bausubstanz begünstigen. Größere Dämmarbeiten solltest du deshalb professionell planen und ausführen lassen.
Fenster: Neue Fenster können Wärmeverluste reduzieren. Bei älteren Häusern müssen Fenster, Dämmung und Lüftung allerdings zusammenspielen, damit keine Feuchtigkeitsprobleme entstehen.
Statik: Wände entfernen oder größere Durchbrüche schaffen? Bevor du zum Vorschlaghammer greifst, muss geklärt werden, ob tragende Bauteile betroffen sind.
Nachhaltig renovieren: Nicht alles Alte muss raus
Gerade beim Sanieren eines älteren Hauses bedeutet Nachhaltigkeit nicht, möglichst viel durch neue Technik und Materialien zu ersetzen.
Prüfe zuerst, welche Bauteile noch erhalten werden können. Holzböden, Türen, Ziegel oder Möbel lassen sich häufig aufarbeiten und weiterverwenden. Das spart Ressourcen – und häufig auch Geld.
Bei energetischen Maßnahmen lohnt sich außerdem eine gute Planung. Dämmung, Fenster und Heizung beeinflussen sich gegenseitig. Wer größere Veränderungen plant, kann sich deshalb von einem Energieberater unterstützen lassen.
Für energetische Sanierungen kommen zudem verschiedene Förderprogramme infrage. Wichtig: Prüfe die jeweiligen Bedingungen, bevor du mit der Maßnahme beginnst oder einen Auftrag vergibst.
Fazit: Selbermachen kann sich lohnen – aber nicht überall
Eine ältere Immobilie kann für junge Käufer die Chance auf die eigenen vier Wände sein – bringt aber häufig Modernisierungsbedarf mit. Wer selbst streicht, Böden verlegt oder vorhandene Bauteile aufarbeitet, kann Kosten sparen und Ressourcen schonen.
Bei Elektrik, Heizung, Statik sowie komplexeren Arbeiten an Dach, Fassade und Fenstern ist dagegen Fachwissen gefragt. Die nachhaltigste Lösung besteht deshalb oft aus einer Mischung: selbst machen, was du sicher beherrschst – und Profis dort einsetzen, wo Fehler teuer oder gefährlich werden können.
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