Ratgeber

7 Spartipps: Wie Frugalisten günstig wohnen, um mehr zu haben

Autorenbild Kilian Treß
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Frugalisten reduzieren bewusst – bei Ausgaben, Besitz und Wohnfläche. Ihr Ziel ist nicht Reichtum, sondern Unabhängigkeit. Doch wo spart man am meisten? Und wie sieht so ein Leben in der Praxis aus?

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Frugal leben heißt: Freiheit durch Verzicht

Frugalismus ist kein reines Sparprogramm. Es ist eine Lebenseinstellung. Die Frage lautet nicht: „Wie viel kann ich mir leisten?“ – sondern: „Worauf kann ich verzichten, um mir Zeit zu leisten?“
Die Antwort beginnt meist mit dem Blick auf die monatlichen Fixkosten – und da liegt ein Punkt ganz oben auf der Liste: das Wohnen.

Der größte Spareffekt: Wohnen auf kleinstem Raum

Wer seine monatlichen Ausgaben halbieren will, schaut nicht zuerst aufs Streaming-Abo, sondern auf den Mietvertrag. Denn kaum etwas kostet mehr als vier Wände mit Dach und Anschluss ans Stromnetz.

Frugalisten gehen deshalb einen radikalen Weg – und der beginnt oft mit einem Stellplatz:

  • Statt 900 Euro Miete: ein Tiny House auf 20 m² Wohnfläche
  • Statt Eigentumswohnung: ein ausgebauter Kastenwagen mit Küchenzeile, Gasflasche und Solardach
  • Statt Wohnbaugebiet: ein Stellplatz auf dem Land – legal gepachtet oder geduldet, für 150 bis 250 Euro im Monat

Was gespart wird:

  • Keine Nebenkostenabrechnung, kein Hausmeisterservice
  • Strom kommt übers Solarmodul auf dem Dach, Warmwasser aus dem Boiler, geheizt wird mit Gas oder Holz
  • Abwasser- und Müllgebühren sind minimal
  • Und: kein unnötiger Platz, der teuer erhalten werden muss

Selbst wer sein Tiny House fremdfinanziert – was viele vermeiden –, zahlt oft weniger als die Hälfte einer Stadtwohnung. Und ist am Ende Eigentümer.
Klar ist aber auch: Das Leben eines Frugalisten muss man wirklich wollen. Denn der Verzicht auf den Komfort des alltäglichen Lebens kann auf Dauer auch anstrengend sein. Paare mit Kindern stehen vor weiteren Herausforderungen – da reicht ein Camper meistens nicht aus.

Hier bietet sich die Gelegenheit, durch ein Erbe günstig an Eigentum gekommen zu sein – und sonst auf die besonderen Dinge des Lebens zu verzichten, um möglichst früh aus dem Berufsleben auszusteigen.

7 Bestentipps: So leben Frugalisten wirklich günstig

Hier kommen die zentralen Prinzipien, mit denen Frugalist:innen ihren Alltag nicht nur günstiger, sondern bewusster gestalten:

  1. Minimalistisch wohnen – mobil oder mikro
    Der größte Hebel: Wohnkosten runter. Tiny House, Bauwagen, Camper oder Miniwohnung – Hauptsache klein, selbstbestimmt und günstig. Wer im eigenen Tiny House auf einem gepachteten Grundstück wohnt, zahlt ein Drittel oder weniger von dem, was Mieter in der Stadt berappen müssen. Und: Autarkie spart zusätzlich – Solardach, Trockentoilette, Regenwasserspeicher.
  2. Auto abschaffen – oder anders denken
    Frugalismus heißt nicht automatisch autofrei, aber: kein Leasing, kein Neuwagen, keine Prestigeobjekte. Wer den ÖPNV nutzt oder mit dem Rad fährt, spart mehrere Tausend Euro im Jahr. Wer auf dem Land lebt, fährt gebraucht – und so wenig wie möglich.
  3. Selbst machen statt einkaufen
    Ob Reparaturen, Möbelbau oder Kleidung flicken – wer selbst anpackt, spart bares Geld. Tutorials gibt’s gratis, Werkzeuge werden geteilt. Aus Konsument:innen werden Könner:innen.
  4. Weniger ist günstiger – beim Besitz
    100 Quadratmeter wollen gefüllt sein – 20 nicht. Wer klein lebt, besitzt weniger. Und wer weniger besitzt, muss weniger warten, pflegen, ersetzen. Frugalist:innen fragen: Brauche ich das – oder besitze ich es nur aus Gewohnheit?
  5. Bewusst konsumieren – und automatisiert sparen
    Geld wird nicht gehortet, sondern strategisch investiert – meist in ETFs oder andere risikoarme Anlageformen. Der Clou: monatlicher Sparplan statt Dispo. So wächst das Vermögen von allein – und ermöglicht eines Tages finanzielle Unabhängigkeit.
  6. Digitale Dauerverträge prüfen
    Abos sind die Krake des modernen Haushalts. Frugalist:innen kündigen, was nicht aktiv genutzt wird: Streaming, Cloud, Fitnessstudio. Ein Abo ist kein Lebensbedürfnis – es ist ein Vertrag. Und den kann man beenden.
  7. Clever einkaufen – gebraucht und rabattiert
    Vom Second-Hand-Laptop bis zum abgelaufenen Brot: Wer mitdenkt, spart beim Einkauf bares Geld. Apps wie TooGoodToGo oder Plattformen wie Kleinanzeigen sind Alltag im frugalen Leben.

Fazit: Freiheit durch Verkleinerung

Frugalisten verzichten nicht auf Lebensqualität – sie definieren sie nur anders. Keine 120 Quadratmeter, keine teuren Städtereisen, keine Leasingrate – dafür: Zeit, Ruhe, Selbstbestimmung.

Und das alles beginnt oft nicht mit einem Erbe, sondern mit einem einfachen Stellplatz irgendwo im Grünen.
Mit einem Dach, das Strom liefert. Und mit der Erkenntnis, dass man weniger braucht, um mehr zu leben.

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