Weingut kaufen

Weingut kaufen, verkaufen. Bei immowelt.de finden Sie aktuelle Immobilien (Weingüter) zum Kauf aus ganz Deutschland.

Karte Deutschland Bayern Baden-Württemberg Saarland Rheinland-Pfalz Hessen Thüringen Sachsen Sachsen-Anhalt Brandenburg Berlin Nordrhein-Westfalen Niedersachsen Bremen Hamburg Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern

Weingut kaufen: lukrative Immobilie mit Seltenheitswert

Ob Hobbywinzer oder Weinbau-Profi: Ein eigenes Weingut ist für viele ein langersehnter Traum. Doch bis dahin erwartet Interessierte ein steiniger Weg. Die Suche ist meist zäh, Investitionssummen hoch und die Kaufabwicklung komplex. Das müssen Weinliebhaber beachten, wenn sie ein eigenes Weingut kaufen möchten.

Ein Weingut oder Weinbaubetrieb beschäftigt sich klassischerweise mit dem Anbau, der Weiterverarbeitung und dem Verkauf von Früchten und Weinen. Häufig bieten Weingüter neben dem Weinbau aber auch Übernachtungsmöglichkeiten, ein Restaurant oder Angebote wie Kellerführungen und Weinproben an. Zurecht gilt ein Weingut daher als Spezialimmobilie, da sie sich meist aus mehreren Komponenten zusammensetzt.

Das eigene Weingut ist und bleibt der Traum vieler Weinliebhaber. Doch wer geduldig ist und das nötige Kleingeld mitbringt, kann schon bald seinen eigenen Wein anbauen. Foto: iStock/schmidt-z

Weingut: Was umfasst die Spezialimmobilie?

Charakteristisch für die Spezialimmobilie Weingut sind zunächst die Weinberge. Zudem sind bei einem Kauf meist mehrere Gebäude inbegriffen. Typisch ist ein Wohnhaus, Lagerräume für Maschinen und Fahrzeuge, und Nebengebäude für Fremdenzimmer oder Gastronomie.
Daneben erwirbt der Käufer eines Weingutes auch häufig technische Vorrichtungen. Dazu gehören beispielsweise Edelstahltanks, Weinpressen, Filteranlagen, Gerätschaften, ab einer bestimmten Größe auch eine Flaschenfüllanlage und Fahrzeuge.

Beim Verkauf eines Weingutes gehen aber auch einige immaterielle Vermögensgegenstände auf den neuen Eigentümer über: Dies sind etwa aufgebaute Vertriebswege, der Kundenstamm, die Markenbekanntheit oder auch internes Wissen.

Info

Grundsätzlich gilt die Regel: Am wichtigsten ist zunächst die Lage und Qualität der Weinberge, anschließend folgt die technische Vorrichtung. Die Immobilie selbst kommt erst an dritter Stelle.

Wer ein Weingut kaufen möchte, muss viele Aspekte berücksichtigen. Denn es ist wichtig, dass die Ausstattung des Weingutes zum Käufer passt. Wer beispielsweise Ruhe bevorzugt, sollte ein Weingut mit gastronomischen Betrieb vermeiden. Weinliebhaber, die ihrem Hobby nachgehen möchten, werden vielleicht schon mit einem kleinen Weinberg glücklich – während Profi-Winzer nach einem Leistungsbetrieb suchen sollten.

Wer es ruhig und beschaulich bevorzugt, wird vielleicht mit einem kleinen Steilhang glücklich. Foto: iStock/Nachteule
Ein Restaurant mit Blick über die Weinberge ist sicherlich ein Highlight für Eigentümer und Besucher. Foto: iStock/jacoblund
Viele Weingüter bieten Events für Besucher an – beispielsweise Kellerführungen mit Weinverkostung. Foto: iStock/jarnogz
Weingüter mit großen Gutshäusern bieten viel Platz für das eigene Zuhause – oder aber für Fremdenzimmer. Foto: iStock/cmfotoworks

Wo finden Interessenten das passende Weingut?

Wer sich für den Kauf eines Weingutes interessiert sollte sich darauf einstellen, dass die Suche nach der passenden Immobilie langwierig sein kann. Denn häufig handelt es sich bei Weingütern um klassische Familienbetriebe, die an die nächste Generation weitergegeben werden. Ein Verkauf findet dann erst statt, wenn die Betreiber keinen Nachfolger mehr finden. Viele Verkäufe laufen zudem sehr diskret ab und Verkaufsangebote werden auf dem öffentlichen Markt gar nicht erst veröffentlicht. Denn insbesondere bei bekannteren Weingütern möchten die Verkäufer und Käufer vermeiden, dass die Qualität der Marke leidet. Daneben gibt es noch Weingüter, die insbesondere für Einsteiger oder den Nebenerwerb zu aufwändig sind, etwa mit Anbauflächen in extrem steiler Hanglage. Daher ist insbesondere das Angebot an guten Weingütern sehr knapp.

Was Käufer außerdem wissen sollten, ist, dass sich Weingüter fast ausschließlich in den klassischen deutschen Weinbaugebieten befinden. Die Anbauflächen für Wein sind in Deutschland stark begrenzt – Neuanpflanzungen sind erst seit 2015 in geringer Zahl möglich. Der Gesetzgeber beschränkt diese auf 0,3 Prozent der deutschen Rebfläche – was rund 3.000 Hektar entspricht.

Info

Die klassischen Weinbaugebiete

In Deutschland gibt es 13 klassische Weinbaugebiete, die sich aufgrund ihrer klimatischen Bedingungen ideal für den Weinbau eignen: Ahr, Baden, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Saale-Unstrut, Sachsen und Württemberg.

Perfekte Hanglage, direkt am Wasser und sonnig – nur mit idealen Bedingungen bringt ein Weinberg auch qualitativ hochwertige Beeren. Foto: iStock/AM-C

Gewerblicher Weinbau ist also nicht überall möglich, denn die Lage der Weinberge beeinflusst die Qualität der Ernte enorm. Damit die Weinreben optimal heranreifen, müssen bestimmte kleinklimatische Bedingungen erfüllt sein. Dazu zählen etwa die Oberflächengestalt der Landschaft, die Nähe zu Gewässern wie Flüssen oder Seen, die Neigung und Höhe der Hänge sowie die Ausrichtung zur Sonne. Ein optimaler Weinberg befindet sich am Hang eines sonnigen Hügels, der nach Süden oder Westen geneigt ist. Diese Voraussetzungen sollten Käufer eines Weinbergs unbedingt berücksichtigen.

Da die vielen Besonderheiten rund um den Kauf eines Weingutes sehr komplex sind, haben sich mittlerweile einige Makler auf die Vermittlung von Weingütern spezialisiert. Dadurch verfügen sie über sehr gute Lage- und Marktkenntnisse und können Käufer zudem auch über die Suche hinaus bei der Kaufabwicklung helfen. Wer sich für ein Weingut interessiert, sollte außerdem Portale wie immowelt.de im Auge behalten. Diese bieten ebenfalls Spezialimmobilien an – aus privater Hand oder direkt vom Makler.

Weingut kaufen: Mit diesen Kosten müssen Käufer rechnen

Die Preise für ein Weingut sind extrem unterschiedlich und können auch innerhalb einer Region stark schwanken. Zudem bemisst sich der Wert eines Weingutes nach anderen Kriterien als bei einer klassischen Immobilie: Für ein gutes Weingut zahlen Käufer immer einen Lage- und Begehrlichkeitsfaktor, erst später kommen Ausstattung und Zustand der Immobilie. Außerdem spielt auch die Bekanntheit der Marke eine entscheidende Rolle. In begehrten Lagen, beispielsweise an der Mosel, kann ein Quadratmeter Weinberg daher schnell mehr als 200 Euro kosten.

Weinbau bedeutet harte Arbeit – besonders zur Erntezeit benötigen Winzer viele helfende Hände. Foto: iStock/tomazl

Zukünftige Weinbauern sollten in jedem Fall ein dickes finanzielles Polster haben. Denn nicht nur der Kauf, auch der Betrieb eines Weingutes ist mit vielen Kosten verbunden. Denn der erfordert viel Arbeit – beispielsweise müssen Betreiber in der Regel Mitarbeiter einstellen, die sie bei der Bewirtschaftung oder Ernte unterstützen. Weinbauern müssen die Ernte schließlich verarbeiten, vertreiben und vermarkten – und dies alles bevor sie erste Gewinne erwirtschaften.

Zudem ist Weinbau stets mit einem gewissen Risiko verbunden: Weinreben sind sehr empfindlich und die Ernte stark wetterabhängig. So kann beispielsweise ein später Frost im Mai die Reben zerstören und einen großen finanziellen Schaden anrichten. Der Betrieb eines Weingutes erfordert von den Winzern also nicht nur viel Geld, sondern auch planerisches und betriebswirtschaftliches Geschick.

Ein eigenes Weingut: Rechtliche Voraussetzungen

Wer sich ein Weingut kaufen möchte, muss einige rechtliche Vorgaben einhalten. Da es sich bei Weinbergen um landwirtschaftliche Flächen handelt greift das deutsche Grundstücksveräußerungsgesetz. Dieses verfolgt das Ziel, Eigentumsflächen landwirtschaftlicher Betriebe zu sichern. Oberhalb einer Freigrenze müssen Notare abgeschlossene Kaufverträge daher von den Behörden genehmigen lassen. Denn wer sich eine landwirtschaftliche Fläche kaufen möchte, sollte Landwirt sein – oder zumindest ein wirtschaftliches Interesse mit dem Betrieb verfolgen.

Geht es schließlich um den Betrieb des Weingutes, ist eine weitere Genehmigung erforderlich: Wer etwa neu in das Weingeschäft einsteigt oder einen neuen Weinberg bewirtschaften möchte, benötigt Bepflanzungsrechte. Diese muss er bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) beantragen. Die Höhe dieser Kosten variieren je nach Weinbauregion und Größe der Anbaufläche stark.

Doch auch bei der Ernte, Weiterverarbeitung und Vermarktung von Wein gibt es strenge Vorschriften. Gewerblicher Weinbau unterliegt generell dem deutschen und EU-Weinrecht. Dieses regelt beispielsweise, welche Weinarten die Weinbauern auf ihrem Weinberg anbauen dürfen, wie dicht die Fläche bepflanzt sein darf oder wie Weinbauern ihre Weinflaschen etikettieren müssen.

Info

Sonderregelung Hobbyweinberge

Unter einer Fläche von 0,1 Hektar gelten Weinbauflächen als Hobbyweinberge – und benötigen keine Genehmigung. Voraussetzung ist aber, dass der Hobbywinzer ausschließlich für den Privatgebrauch Wein erzeugt. Dann genügt es, wenn er der jeweiligen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau den Weinberg und den Umfang der Pflanzen mit einem markierten Flurkartenauszug meldet.

Das Weingut als Investitionsobjekt

Für den einen ein Traum, für den anderen eine lukrative Anlage: Der Kauf eines Weingutes kann langfristige Gewinne bringen. Foto: Kzenon/fotolia

Nicht nur Winzer möchten gern ein Weingut kaufen – auch bei Investoren werden die Spezialimmobilien immer beliebter. Sie betrachten ein Weingut als sogenanntes substanzielles Investments, also als Sachanlage. Denn wer Glück hat und eine passende Immobilie findet, kann sich durchaus auf hohe Wertsteigerungen freuen. Während Immobilien und vorhandene Maschinen selten an Wert verlieren, nehmen die Rebberge dagegen an Wert zu. Der Grund: Die Anbauflächen für Wein in Deutschland sind stark begrenzt und Weinberge dementsprechend begehrt.

Fazit: Leidenschaft für Wein reicht nicht aus

Wer sich für den Kauf eines Weingutes entschließt, sollte sein Vorhaben gründlich durchdenken. Weinliebhaber sollten niemals unterschätzen, wie aufwändig der Betrieb eines eigenen Weingutes ist. Um im Weingeschäft erfolgreich zu sein reicht Begeisterung für Wein nicht aus – vielmehr sind botanische, technische und vor allem betriebswirtschaftliche Kenntnisse gefragt. Daher kann es helfen, sich von Anfang an einen Experten an die Seite zu stellen, der die Suche, den Kauf und letztlich auch die betriebliche Planung des Vorhabens unterstützt.