Architektur

Wer im Glashaus wohnt – diese 6 Häuser kennen keinen Sichtschutz

Autorenbild: Andreas Steger
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Für viele ist das eigene Zuhause ein Rückzugsort. Ein Ort der Privatsphäre, geschützt vor neugierigen Blicken. Doch einige Architekten denken radikal anders. Hier sind sechs transparente Bauwerke, bei denen Wände nahezu verschwinden – und die Grenzen zwischen Innen und Außen bewusst verwischen.

The Glass House von Philip Johnson (USA)

Es zählt zu den Ikonen der Architektur. The Glass House, 1949 von Philip Johnson entworfen, begeistert auch 75 Jahre später noch Liebhaber der Moderne. Es steht in New Canaan im US-Bundesstaat Connecticut und ist seit 2017 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Spektakulär im klassischen Sinne ist das Gebäude nicht – Johnson setzte bewusst auf Zurückhaltung. Gerade das macht den Reiz aus: Das Haus scheint regelrecht mit dem Wald zu verschmelzen, als wäre es schon immer Teil der Landschaft gewesen. Nur wenige Innenwände strukturieren den Raum, ohne die Transparenz zu durchbrechen.

Villa K von Paul de Ruiter Architects (Deutschland)

Am Hang in Thüringen gelegen, fügt sich die Villa K nahezu unsichtbar in die Umgebung ein. Kein Wunder: Die 248 Quadratmeter große Residenz besteht vollständig aus Glas, Stahl und Beton. Die nach Süden ausgerichtete Glasfassade zieht sich ohne Unterbrechung über die gesamte Länge des Hauses.

Das 2014 fertiggestellte Gebäude verzichtet im Inneren weitgehend auf Trennwände. Dadurch genießen Wohn- und Schlafräume einen freien Blick ins Tal. Im Zentrum des Hauses sorgt ein in die Glasfassade integrierter Außenpool für ein spannendes Zusammenspiel aus Transparenz, Wasser und Licht.

Maison NA von Sou Fujimoto (Japan)

Mitten im Tokioter Stadtteil Suginami sticht dieses Haus mit „unsichtbaren“ Wänden sofort ins Auge. Die 2011 auf einem schmalen Grundstück zwischen zwei Straßen errichtete NA House erstreckt sich über mehrere Ebenen. Ihre Besonderheit: bodentiefe Glasfassaden, die das Leben im Inneren vollständig sichtbar machen.

Mit ihren fragmentierten Ebenen und der transparenten Struktur erinnert die NA House an ein futuristisches Baumhaus. Der japanische Architekt Sou Fujimoto spricht selbst von einer „primitiven Zukunft“. Das Gebäude ist zugleich Wohnraum und architektonisches Statement.

Glass Pavilion von Steve Hermann (USA)

In Montecito, Kalifornien, steht eines der spektakulärsten Glashäuser überhaupt: der Glass Pavilion. Entworfen vom Designer Steve Hermann, umfasst die Villa mehr als 1.300 Quadratmeter und scheint mitten im Grünen zu schweben.

Im Inneren dreht sich alles um Raum und Licht: offene Grundrisse, hochwertige Materialien und maximale Transparenz prägen das Konzept. Die Wohnbereiche gehen fließend ineinander über und erzeugen eine fast unwirkliche Atmosphäre. Selbst die Garage, die eher an ein Automuseum erinnert, ist vollständig verglast.

Glass Cube von Carlo Santambrogio (Italien)

Minimalismus in seiner extremsten Form: Der Glass Cube des italienischen Designers Carlo Santambrogio wirkt wie aus einer futuristischen Vision. Die kubische Struktur besteht nahezu vollständig aus Glas – von Regalen über Bettgestelle bis hin zur Treppe, die scheinbar frei im Raum schwebt.

Mitten in der Natur platziert, spielt das Gebäude mit Licht und Reflexionen. Die leicht bläulichen Glasflächen fangen die Umgebung ein und lassen das Haus je nach Blickwinkel nahezu verschwinden. Innen und Außen gehen dabei so stark ineinander über, dass ihre Grenzen kaum noch erkennbar sind.

Edgeland House von Bercy Chen Studio (USA)

Die Edgeland House hebt sich deutlich von klassischen Glashäusern ab. Sie liegt am Ufer eines Flusses nahe Austin in Texas und ist teilweise in die Erde eingebettet. Inspiriert von traditionellen Behausungen indigener Völker, verbindet dieses futuristische Haus Transparenz mit Naturverbundenheit.

Das 2012 von Bercy Chen Studio entworfene Gebäude besteht aus zwei separaten Pavillons – einem Wohn- und einem Schlafbereich –, die über den Außenraum miteinander verbunden sind. Ein begrüntes Dach sorgt dafür, dass das Haus im Sommer kühl und im Winter warm bleibt.

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