Alpenpanorama, absolute Ruhe, ein eigener Wald – oder gleich ein eigener Berg. In Deutschlands Wintersportregionen stehen derzeit Immobilien zum Verkauf, die selbst für Luxusverhältnisse außergewöhnlich sind. Eine aktuelle Auswertung zeigt die teuersten Anwesen des Landes.
Das Traum-Chalet im Alpenglühen - eine Rarität der Extraklasse in Lenggries belegt im Ranking der teuersten Immobilien in Deutschlands Skiorten den dritten Rang. Doch es geht noch teurer. Foto: Duken & V. Wangenheim
Wo Exklusivität zur Lagebeschreibung wird
Im Ortsteil Behamgrub in Oberaudorf steht derzeit eine Villa zum Verkauf, die selbst im Luxussegment außergewöhnliche Dimensionen erreicht. Der Kaufpreis liegt bei 5,3 Millionen Euro. Dafür erhalten Käufer 876 Quadratmeter Wohnfläche, verteilt auf 28 Zimmer, auf einem 41.798 Quadratmeter großen Grundstück – mehr als vier Hektar Wiesen- und Waldfläche in absoluter Alleinlage.
Das luxuriöse Anwesen liegt von außen nicht einsehbar und ist vollständig eingefriedet. Zwei Toreinfahrten, Einzäunung und Videoüberwachung sichern das Gelände. Der Blick reicht ganztägig sonnig ins Inntal und zum Kaisergebirge. Die Lage gilt als besonders privat, da das Grundstück von umliegenden Straßen aus nicht einsehbar ist.
Die teuerste Immobilie in Deutschlands Skiorten. Dieses Refugium am eigenen Berg mit Kaiserblick in Alleinlage kostet rund 5,3 Millionen Euro. Foto: Dahler
Errichtet wurde das Haupthaus im Jahr 1913. 1971 erfolgte eine umfassende Renovierung, 1989 weitere Umbaumaßnahmen. Ergänzt wird das Hauptgebäude durch ein separates „Zuhäusl“ mit zwei Zwei-Zimmer-Wohnungen, das sich für Bedienstete oder als Gästehaus eignet. Hinzu kommen ein Garagentrakt mit drei Doppelgaragen, weitere Stellplätze sowie ein kleines Holzhaus am Berg mit Freisitz.
Mit einem Quadratmeterpreis von rund 6.049 Euro bewegt sich das Anwesen im oberen Bereich der regionalen Vergleichswerte. Die Lage im oberbayerischen Alpenvorland bietet zugleich gute Verkehrsanbindung: Der Bahnhof liegt etwa 1,3 Kilometer entfernt, Rosenheim ist per Zug in rund 20 Minuten erreichbar, München in etwa 85 Kilometern Distanz.
Auch andere Angebote in den Alpen zeigen, wie begehrt diese Lagen sind. In Reit im Winkl wird ein herrschaftliches Anwesen mit eigenem Wald für 4,75 Millionen Euro angeboten, in Lenggries ein hochwertiges Chalet mit Außensauna und großzügigen Terrassen für 3,8 Millionen Euro. Hier geht es nicht nur um Quadratmeterpreise, sondern um Lebensgefühl: Rückzug, Natur, Privatsphäre – und die Sicherheit, dass der Nachbar weit entfernt wohnt.
Auffällig ist dabei, wie stark die bayerischen Alpen das Luxussegment dominieren. Von den untersuchten Wintersportorten belegen Gemeinden im Süden Bayerns die Spitzenplätze. Die Berge sind längst nicht mehr nur Freizeitkulisse, sondern Statussymbol.
Oberstdorf, Schliersee, Garmisch: Hier kostet der Quadratmeter am meisten
Neben den spektakulären Einzelobjekten lohnt sich der Blick auf die durchschnittlichen Angebotspreise. Besonders teuer sind Immobilien in Oberstdorf, Schliersee und Garmisch-Partenkirchen. Dort werden Quadratmeterpreise von deutlich über 6.000 Euro aufgerufen – ein Niveau, das laut immowelt Analyse mit vielen Großstadtlagen mithalten kann. Der Grund liegt nicht allein in der Landschaft. Gute Infrastruktur, Ganzjahrestourismus, Nähe zu München und internationale Nachfrage treiben die Preise zusätzlich. Wintersportorte sind längst keine reinen Saisonstandorte mehr. Wandern, Wellness, Homeoffice mit Bergblick – die Nachfrage ist ganzjährig vorhanden.
Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Preisspanne innerhalb Deutschlands. In den Mittelgebirgen, etwa im Thüringer Wald, im Bayerischen Wald oder im Harz, liegen die Quadratmeterpreise teilweise unter 1.500 Euro. Wer also die Nähe zu Skipisten sucht, aber kein Millionenbudget mitbringt, wird eher dort fündig.
DAHLER Chiemsee & Rosenheim | Larsen Gewerbeimmobilien & Wohnimmobilien, Foto: Max Merget | McMakler GmbH, Tanja Oidtmann | Duken & v. Wangenheim
Zwischen Sehnsuchtsort und Hochpreiszone
Die Auswertung macht deutlich, wie sehr sich der Markt differenziert hat. Auf der einen Seite stehen Millionen-Anwesen mit Alleinlage und Panorama, auf der anderen erschwinglichere Alternativen in weniger bekannten Regionen. Die Alpen sind längst Hochpreiszone – nicht nur für Luxusvillen, sondern auch im Durchschnitt.
Was bleibt, ist die Faszination für die Berge. Schnee, klare Luft, Weitblick – diese Mischung zieht weiterhin Käufer an. Doch wer in Deutschlands exklusivsten Wintersportorten investieren möchte, muss tief in die Tasche greifen. Der Winter ist hier nicht nur romantisch, sondern vor allem kostspielig.
Geschrieben am 12.02.2026
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