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Abends die Haustür abschließen und den Schlüssel von innen stecken lassen: Für viele gehört das zur Routine. Doch Sicherheitsexperten warnen davor. Warum die vermeintlich sichere Gewohnheit einige Nachteile hat und in bestimmten Situationen sogar zum Risiko werden kann.
Viele Menschen lassen nachts den Schlüssel von innen in der Haustür stecken. Sicherheitsexperten sehen darin jedoch mehrere Risiken – vom erleichterten Zugriff bei Glastüren bis hin zu Problemen im Notfall. Foto: Media / stock.adobe.com
1. Der Schlüssel bringt oft gar keinen zusätzlichen Schutz
Viele Menschen glauben, dass ein innen steckender Schlüssel verhindert, dass jemand die Tür von außen öffnen kann. Das stimmt jedoch bei vielen modernen Schließzylindern nicht mehr.
Heute sind häufig sogenannte Zylinder mit Not- und Gefahrenfunktion verbaut. Sie lassen sich auch dann von außen mit einem passenden Schlüssel öffnen, wenn innen bereits ein Schlüssel steckt. Der vermeintliche Sicherheitsvorteil existiert in vielen Fällen also gar nicht.
2. Bei Haustüren mit Glas kann der Schlüssel Einbrechern helfen
Besonders problematisch kann ein steckender Schlüssel bei Haustüren mit Glaseinsatz oder seitlichen Glaselementen sein.
Gelingt es einem Einbrecher, eine Scheibe einzuschlagen, kann er unter Umständen einfach durch die Öffnung greifen, den Schlüssel drehen und die Tür öffnen. Ohne steckenden Schlüssel wäre dieser Weg deutlich schwieriger. Sicherheitsexperten raten deshalb insbesondere bei Glastüren davon ab, den Schlüssel dauerhaft im Schloss zu lassen.
3. Im Notfall können wertvolle Sekunden verloren gehen
Bei einem Brand oder medizinischen Notfall zählt jede Minute. Muss die Feuerwehr oder der Rettungsdienst schnell ins Haus gelangen, können bestimmte Schließsysteme zum Problem werden, wenn innen ein Schlüssel steckt.
Zwar hängt dies vom verbauten Schloss ab, grundsätzlich empfehlen Experten jedoch, auf Lösungen zu setzen, die auch im Ernstfall einen schnellen Zugang ermöglichen. Moderne Not- und Gefahrenzylinder wurden genau für solche Situationen entwickelt.
4. Das Schloss wird dauerhaft belastet
Weniger bekannt ist ein technischer Aspekt: Ein dauerhaft eingesteckter Schlüssel kann die Mechanik im Schließzylinder über viele Stunden belasten.
Im Inneren des Zylinders arbeiten kleine Federn und Stifte. Steckt der Schlüssel permanent im Schloss, bleiben Teile des Mechanismus dauerhaft in einer anderen Position als vorgesehen. Moderne Schlösser sind zwar robust konstruiert, dennoch kann die zusätzliche Belastung langfristig zu Verschleiß beitragen.
5. Für die Versicherung ist der steckende Schlüssel meist irrelevant
Viele Hausbesitzer verbinden den Schlüssel im Schloss mit einem besseren Versicherungsschutz. Tatsächlich kommt es für Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen in erster Linie darauf an, dass Türen ordnungsgemäß verschlossen waren.
Ob der Schlüssel anschließend von innen stecken bleibt oder nicht, spielt in der Regel keine Rolle. Wer seine Tür abschließt, erfüllt damit bereits die entscheidende Voraussetzung.
Welche Alternative ist sinnvoll?
Wer nachts auf Sicherheit setzen möchte, sollte die Haustür abschließen, den Schlüssel aber an einem festen und leicht erreichbaren Ort in Türnähe aufbewahren. Noch komfortabler sind moderne Schließzylinder mit Not- und Gefahrenfunktion oder Systeme mit Drehknauf auf der Innenseite.
So bleibt die Tür gesichert, ohne dass ein steckender Schlüssel zum möglichen Sicherheitsrisiko wird.
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