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Wandanstrich: 7 Profi-Tipps, um Streifen beim ersten Anstrich zu vermeiden

Autorenbild Kilian Treß
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Streifen, Ansätze und Farbnasen gehören zu den häufigsten Problemen beim Streichen. Mit der richtigen Vorbereitung, gutem Werkzeug und einer sauberen Technik lässt sich jedoch auch beim ersten Anstrich ein gleichmäßiges Ergebnis erzielen. Diese sieben Profi-Tipps zeigen, worauf es wirklich ankommt.

Tipp 1: Die richtige Farbe auswählen

Alles beginnt mit der Wahl der passenden Farbe und der richtigen Oberfläche. Diese sollte immer auf den Raum abgestimmt sein.

Für Wohn- und Schlafzimmer eignet sich eine hochwertige Acrylfarbe. Sie lässt sich leicht verarbeiten und sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis.

In Küche und Bad empfiehlt sich eine spezielle Farbe für Feuchträume mit seidenmatter oder glänzender Oberfläche. Diese ist abwaschbar, widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und behält ihr Aussehen länger.

Wie viel Farbe benötigt wird, hängt von der angegebenen Ergiebigkeit ab (Quadratmeter pro Liter und Anstrich). Fachleute empfehlen in der Regel zwei Anstriche. Zur Berechnung der Fläche werden Höhe und Breite der Wände gemessen, anschließend werden Fenster und Türen abgezogen.

Tipp 2: Die richtigen Pinsel und Farbwalzen verwenden

Gutes Werkzeug ist entscheidend. Profis greifen zu einer Mikrofaser-Farbwalze mit kurzem Flor (10 bis 12 Millimeter). Sie eignet sich ideal für glatte oder leicht strukturierte Wände, nimmt die Farbe gleichmäßig auf und reduziert sichtbare Rollspuren.

Für Ecken, Fensterrahmen und schwer zugängliche Stellen empfiehlt sich ein hochwertiger Detailpinsel mit synthetischen Borsten. Damit gelingen saubere Kanten, die sich harmonisch in die gerollten Flächen einfügen.

Tipp 3: Die Raumbedingungen beachten

Viele Streifen entstehen, weil die Farbe zu schnell oder zu langsam trocknet. Ursache sind oft ungünstige Raumbedingungen.

Die ideale Raumtemperatur liegt zwischen 15 und 20 Grad. Ist es zu warm, trocknet die Farbe zu schnell und Rollspuren bleiben sichtbar. Ist es zu kalt, verzögert sich die Trocknung und es können Farbnasen entstehen.

Zugluft sollte ebenfalls vermieden werden. Sie führt zu ungleichmäßigem Trocknen und kann nach dem Anstrich sichtbare Übergänge verursachen.

Tipp 4: Wände gründlich vorbereiten

Eine sorgfältige Vorbereitung der Wand ist unerlässlich. Vor dem Streichen sollten Staub, Fett und Verschmutzungen entfernt werden. Anschließend empfiehlt sich leichtes Anschleifen, um Unebenheiten zu glätten.

Risse und Löcher werden mit geeignetem Spachtelmaterial gefüllt und nach dem Trocknen erneut geschliffen, bis eine ebene Oberfläche entsteht.

Tipp 5: Eine Grundierung auftragen

Die Grundierung sorgt dafür, dass der Untergrund überall gleich saugfähig ist. So wird die Deckfarbe gleichmäßig aufgenommen.

Ohne Grundierung saugen manche Wandbereiche mehr Farbe auf als andere. Das führt zu Flecken, Wolken oder sichtbaren Ansätzen nach dem Trocknen.

Die Grundierung wird in einer gleichmäßigen Schicht aufgetragen, ohne zu viel Material. Gearbeitet wird abschnittsweise mit einer zum Untergrund passenden Rolle.

Tipp 6: In Kreuzbewegungen streichen

Nach der Grundierung empfehlen Profis die sogenannte Kreuztechnik.

Zuerst wird die Farbrolle gleichmäßig mit Farbe getränkt und überschüssige Farbe am Abstreifgitter entfernt. Anschließend wird die Farbe in vertikalen Bahnen von oben nach unten auf etwa einen Quadratmeter Fläche aufgetragen.

Ohne die Rolle neu zu laden, folgen horizontale Bewegungen, um die Farbe gleichmäßig zu verteilen. Zum Schluss wird die Fläche leicht von oben nach unten geglättet – ohne Druck. Wichtig: Bereits antrocknende Flächen nicht erneut überrollen.

Tipp 7: Trocknungszeiten einhalten

Der letzte Profi-Tipp: Jede Farbschicht vollständig trocknen lassen, bevor die nächste aufgetragen wird. Wer zu früh weiterstreicht, riskiert Streifen und Glanzunterschiede.

Während der Trocknungszeit sollten Farbdosen gut verschlossen werden, damit die Farbe nicht eindickt. Pinsel und Rollen entweder sofort reinigen oder luftdicht in Folie oder einem Beutel lagern.

Fazit

Ein streifenfreier Wandanstrich ist keine Glückssache. Mit der richtigen Farbe, gutem Werkzeug, passenden Raumbedingungen und einer sauberen Technik lässt sich auch beim ersten Anstrich ein professionelles Ergebnis erzielen.

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