Ratgeber

Wärmepumpe plötzlich laut: Warum sich bei Frost die Beschwerden häufen

Autorenbild Kilian Treß
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Klappernde Ventilatoren, Vereisung bei Minusgraden, Ärger mit der Nachbarschaft: Wenn Wärmepumpen im Winter plötzlich laut werden, steckt oft mehr dahinter als nur kalte Luft. Gerade bei Frost zeigt sich, wie empfindlich Technik, Feuchtigkeit und Mechanik zusammenspielen.

Sie sollen effizient, klimafreundlich und leise sein. Doch sobald die Temperaturen sinken, berichten viele Hausbesitzer von einem unerwarteten Problem: Die Wärmepumpe wird deutlich hörbar. Rasselnde oder klappernde Geräusche treten vor allem bei Kälte auf und sorgen nicht nur für Verunsicherung, sondern teils auch für Konflikte im Wohnumfeld. Aktuell verschärft sich die Lage zusätzlich durch Temperaturen von teils deutlich unter minus zehn Grad.

Geräusche schon ab fünf Grad

Auffällig ist ein wiederkehrendes Muster. Wärmepumpen sind auch im Winter besonders effizient. Aber bereits bei Temperaturen um oder unter fünf Grad beginnen können Ventilatoren hörbar zu vibrieren oder zu klappern beginnen. Mit weiter fallenden Temperaturen nehmen Lautstärke und Dauer der Geräusche zu. In den wärmeren Monaten hingegen verschwinden die Auffälligkeiten häufig fast vollständig – was die Ursachen für Betroffene schwer nachvollziehbar macht.

Hinzu kommt bei Frost ein weiteres Phänomen: Eisbildung im Bereich der Ventilatoren. Während des Abtauvorgangs schlägt sich Feuchtigkeit nieder, die bei niedrigen Temperaturen gefriert. Mit der Zeit kann sich ein Eiskranz bilden, an dem die Ventilatorflügel schleifen. Das führt zu lauten, schlagenden Geräuschen – selbst dann, wenn die Anlage ansonsten normal arbeitet.

Warum das ausgerechnet bei Kälte passiert

Der Auslöser liegt im Zusammenspiel aus Luftfeuchtigkeit, Frost und Technik. Rund um den Gefrierpunkt enthält die Außenluft oft besonders viel Feuchtigkeit. Wird diese Luft in der Wärmepumpe stark abgekühlt, kondensiert Wasserdampf an kalten Bauteilen. Oberhalb von fünf Grad bleibt das Wasser flüssig und kann ablaufen. Sinkt die Temperatur weiter, gefriert es.

Der Abtauvorgang verstärkt diesen Effekt zusätzlich. Schmilzt Eis am Wärmetauscher, wird das entstehende Wasser von den Ventilatoren nach außen transportiert und kann dort erneut gefrieren. So entstehen Eisablagerungen an Ventilatoren oder Gehäuseteilen, die Unwuchten verursachen und Schleif- oder Rasselgeräusche auslösen.

Zudem reagieren Materialien bei Kälte anders. Lagerfette werden zäher, Kunststoffe härter, Metalle ziehen sich minimal zusammen. Bauteile, die bei milderen Temperaturen unauffällig laufen, können bei Frost plötzlich hörbar werden. Da Wärmepumpen bei geringer Last insgesamt leiser arbeiten, treten solche Nebengeräusche im Winter besonders deutlich hervor.

Technische Lösungen – aber nicht immer ausreichend

Als Gegenmaßnahme kommen bei einigen Geräten beheizte Ventilatorringe zum Einsatz, die die Eisbildung reduzieren sollen. Doch selbst dort berichten Betreiber, dass die Geräusche nicht vollständig verschwinden. Besonders irritierend ist, dass das Klappern teilweise auch dann auftritt, wenn der eigentliche Verdichter noch gar nicht arbeitet.

Damit rückt ein weiterer möglicher Auslöser in den Fokus: mechanischer Verschleiß an Ventilatoren, etwa an Lagern. Gerade bei niedrigen Temperaturen können sich Toleranzen verändern und vorhandene Schwächen stärker hörbar werden. Ob es sich dabei noch um normales Betriebsverhalten oder bereits um einen technischen Mangel handelt, ist für viele kaum zu beurteilen.

Genau diese Unsicherheit sorgt für Frust. Denn Wärmepumpen gelten grundsätzlich als leise Heizsysteme. Nimmt das Betriebsgeräusch deutlich zu oder bleibt es dauerhaft wahrnehmbar, stellt sich zwangsläufig die Frage nach der Ursache – und nach möglichen Ansprüchen gegenüber Installateur oder Hersteller.

Fest steht: Nicht jedes Geräusch ist automatisch ein Defekt. Wird eine Wärmepumpe im Winter jedoch spürbar lauter, sollte genauer hingeschaut werden. Denn was bei Frost beginnt, kann sich über die Heizsaison hinweg zu einem dauerhaften Problem entwickeln.

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