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Kälte gilt als einer der größten Effizienz-Killer für Wärmepumpen. Naheliegend scheint deshalb der Gedanke, die Anlage einfach nach innen zu verlegen – etwa in den Keller oder auf den Dachboden. Doch was technisch sinnvoll klingt, entpuppt sich in der Praxis meist als teurer Irrweg.
Außen im Frost oder innen im Technikraum: Der Winter macht den Aufstellort der Wärmepumpe zur Schlüsselfrage. Foto: iStock.com / Klubovy und R2H Photography / stock.adobe.com
Warum Kälte Wärmepumpen ausbremst
Luft-Wärmepumpen gewinnen ihre Energie aus der Umgebungsluft. Je niedriger die Außentemperatur, desto stärker muss das System arbeiten, um ausreichend Wärme für das Heizsystem bereitzustellen. Das senkt die Jahresarbeitszahl und erhöht den Stromverbrauch – besonders in kalten Winterphasen sinkt die Effizienz der Wärmepumpe. Die Versuchung ist groß, dieses Problem durch einen geschützten Aufstellort zu umgehen.
Keller und Dachboden: wärmer, aber ungeeignet
Innenräume wie Keller oder Dachboden wirken auf den ersten Blick ideal. Sie sind vor Frost geschützt, meist etwas wärmer als die Außenluft und zudem optisch unauffälliger. Technisch entsteht hier jedoch ein grundlegendes Problem: Die Wärmepumpe entzieht der Luft Wärme – und kühlt den Raum dabei massiv ab. Ohne permanente Luftzufuhr von außen sinkt die Temperatur schnell auf das Niveau der Außenluft oder sogar darunter.
Ohne Außenluft geht es nicht
Damit eine Luft-Wärmepumpe effizient arbeiten kann, benötigt sie große Luftmengen. Wird diese Luft aus dem Gebäudeinneren entnommen, muss sie anschließend ersetzt werden – meist durch kalte Außenluft. Das Ergebnis ist ein ständiger Luftaustausch, der Keller oder Dachboden auskühlt und zusätzliche Wärmeverluste im Gebäude verursacht. Im Extremfall konkurriert die Wärmepumpe sogar mit der Heizungsanlage um Wärme.
Zusätzliche Probleme: Lärm, Feuchte und Bausubstanz
Hinzu kommen praktische Nachteile. Wärmepumpen erzeugen Betriebsgeräusche und Vibrationen, die sich im Gebäude stärker bemerkbar machen als im Außenbereich. Zudem kann die starke Abkühlung der Raumluft zu Feuchteproblemen führen – mit Risiken für Dämmung, Lagergut oder die Bausubstanz. Besonders auf Dachböden droht im Winter Kondenswasser.
Wann Innenaufstellung dennoch möglich ist
Es gibt Ausnahmen: Spezielle Innenaufstellungs-Wärmepumpen mit gezielter Luftführung über Außenkanäle können technisch funktionieren. Sie benötigen jedoch ausreichend Platz, sorgfältige Planung und sind oft teurer als klassische Außenanlagen. Wirtschaftlich lohnen sie sich meist nur in Sonderfällen, etwa bei strengen Gestaltungsvorgaben oder Denkmalschutz.
Warum außen fast immer die bessere Lösung bleibt
Trotz Kälte bleibt der Außenbereich der effizienteste und sicherste Aufstellort für Luft-Wärmepumpen. Moderne Geräte sind auf niedrige Temperaturen ausgelegt und arbeiten auch bei Frost zuverlässig. In Kombination mit guter Gebäudedämmung, Fußbodenheizung und intelligenter Steuerung überwiegen die Vorteile deutlich.
Fazit: Die Wärmepumpe nach innen zu verlegen klingt nach einem einfachen Trick gegen Effizienzverluste im Winter. In der Praxis verschiebt das Problem jedoch nur – und schafft neue. Für die meisten Gebäude bleibt die Außenaufstellung die technisch sinnvollste und wirtschaftlichste Lösung.
Buchtipp: Das Wärmepumpen Handbuch ohne Fachchinesisch vermittelt kompakt und verständlich, wie Wärmepumpen arbeiten, welche technischen und baulichen Voraussetzungen nötig sind und welches System zum jeweiligen Haus passt. Ergänzend zeigt das Buch, mit welchen Kosten und Förderungen zu rechnen ist und wie Planung, Einbau und Betrieb so gelingen, dass sich die neue Heizung langfristig rechnet.
Geschrieben am 18.01.2026
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