Ratgeber

Wohnungskauf: Wo sich Pendeln wirklich lohnt – und wo Käufer fast gar nichts sparen

Autorenbild Kilian Treß
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Der Traum von den eigenen vier Wänden scheitert in vielen Großstädten oft am Kaufpreis. Doch ein Umzug ins Umland kann sich finanziell enorm lohnen – allerdings längst nicht überall. Wer bis zu 60 Minuten Anfahrt in Kauf nimmt, spart je nach Lage die Hälfte beim Kauf von Eigentumswohnungen.

Nicht München bietet die größte Ersparnis

Wer vermutet, dass das Münchener Umland beim Sparpotenzial ganz vorne liegt, irrt. Prozentual betrachtet führt Dresden das bundesweite Ranking an deutlich an. Im Stadtgebiet kostet eine Eigentumswohnung dort im Schnitt 2.946 Euro pro Quadratmeter. Bereits im 60-Minuten-Umland sinkt der Preis auf durchschnittlich 1.405 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 52 Prozent – mehr als in jeder anderen der 15 untersuchten Großstädte. Das ergeben Daten von immowelt.

Auch rund um Frankfurt und Köln fällt der Preisunterschied enorm aus. Käufer zahlen dort im erweiterten Umland jeweils rund 51 Prozent weniger als in der Stadt. Leipzig folgt mit einer Ersparnis von 49 Prozent, Hannover mit 48 Prozent.

München spart dafür die meisten Euro

Ein anderes Bild ergibt sich jedoch, wenn nicht Prozente, sondern die tatsächliche Ersparnis pro Quadratmeter betrachtet wird. Hier liegt München klar an der Spitze. Während Eigentumswohnungen in der Landeshauptstadt durchschnittlich 8.078 Euro pro Quadratmeter kosten, sinkt der Preis im 60-Minuten-Umland auf 4.364 Euro. Käufer sparen damit rund 3.700 Euro pro Quadratmeter – so viel wie nirgendwo sonst in Deutschland.

Auch im Umland von Frankfurt beträgt die absolute Ersparnis fast 2.900 Euro pro Quadratmeter, in Hamburg rund 2.800 Euro.

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Schon 45 Minuten können Tausende Euro sparen

Wer nicht gleich eine ganze Stunde pendeln möchte, muss trotzdem nicht auf große Preisvorteile verzichten. Besonders rund um Hamburg zeigt sich, wie schnell die Kaufpreise fallen. Bereits im 45-Minuten-Umland kosten Eigentumswohnungen durchschnittlich 43 Prozent weniger als in der Hansestadt. Auch in Frankfurt beträgt die Ersparnis schon nach 45 Minuten 40 Prozent, in Köln 37 Prozent.

Anders entwickelt sich der Markt dagegen rund um Dresden und Leipzig. Dort fällt der Preisrückgang im näheren Umland zunächst deutlich geringer aus. Der größte Preissturz erfolgt erst im erweiterten 60-Minuten-Radius.

Das Ruhrgebiet folgt eigenen Regeln

Besonders überraschend ist der Blick ins Ruhrgebiet. Dort funktioniert der Immobilienmarkt völlig anders als in klassischen Metropolregionen. Rund um Essen liegen die Wohnungspreise im 60-Minuten-Umland lediglich sieben Prozent unter dem Niveau der Stadt. Bei Dortmund beträgt die Ersparnis sogar nur ein Prozent. Wer dort weiter hinauszieht, spart also kaum Geld.

Und obwohl sich in der Theorie mit Duisburg die Märkte überschneiden, fallen aufgrund des gezogenen Radius' im Verglech zu Essen günstigere Regionen heraus, teurere rund um Düsseldorf rutschen aber herein: Im Einzugsbereich von Duisburg liegen dann auch vergleichsweise teure Städte und Gemeinden wie Meerbusch, Ratingen oder Hilden, die wirtschaftlich stärker vom Düsseldorfer Immobilienmarkt geprägt sind. Dadurch steigt der Durchschnittspreis im Umland über das Niveau Duisburgs. Dort kostet das Umland deswegen im Durchschnitt sogar mehr als die Stadt selbst. Eigentumswohnungen liegen in der 60-Minuten-Zone rund 25 Prozent über dem Preisniveau des Stadtgebiets.

Das Umland ist längst nicht überall ein Schnäppchen

Die Auswertung zeigt insgesamt, dass sich ein größerer Suchradius zwar häufig lohnt – die Unterschiede zwischen den Regionen aber enorm sind. Während Käufer rund um Dresden, Frankfurt oder Köln ihre Kosten nahezu halbieren können, bleiben die Preisunterschiede rund um Stuttgart, Nürnberg oder weite Teile des Ruhrgebiets deutlich kleiner. Wer eine Eigentumswohnung sucht, sollte deshalb nicht automatisch davon ausgehen, dass jeder Kilometer außerhalb der Stadtgrenze bares Geld spart. Oft entscheidet erst der Blick auf die jeweilige Region darüber, ob sich längeres Pendeln tatsächlich auszahlt.

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