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Trotz hoher Zinsen: Immobilienpreise steigen weiter – doch die Preisrally dürfte bald enden

Autorenbild Kilian Treß
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Eigentlich spricht derzeit fast alles gegen steigende Immobilienpreise: Bauzinsen sind hoch, Wohneigentum wird immer schwerer finanzierbar und die Wirtschaft bleibt unsicher. Trotzdem verteuern sich Häuser und Wohnungen weiter. Vor allem der Häusermarkt überrascht – wo ist die Grenze?

Immobilienpreise steigen trotz schwieriger Bedingungen weiter

Der deutsche Immobilienmarkt zeigt sich derzeit robuster als viele erwartet hatten. Obwohl Baukredite deutlich teurer geworden sind und sich viele Haushalte Wohneigentum kaum noch leisten können, sind die Angebotspreise im 2. Quartal erneut gestiegen.

Nach aktuellen Daten des immowelt Preiskompass verteuerten sich zwischen April und Juni sowohl Einfamilienhäuser als auch Eigentumswohnungen bundesweit um jeweils 1,0 Prozent.

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Häusern: Nachdem zu Jahresbeginn in mehreren Großstädten noch sinkende Preise beobachtet wurden, zeigt sich inzwischen fast überall wieder ein Aufwärtstrend.

Häuser legen fast überall wieder zu

In 14 der 15 größten deutschen Städte sind die Preise für Bestands-Einfamilienhäuser gestiegen.

Die stärksten Zuwächse gab es in:

  • Leipzig: +4,0 Prozent
  • Duisburg: +3,7 Prozent
  • Düsseldorf: +3,2 Prozent

Bemerkenswert ist vor allem die Entwicklung in den teuersten Metropolen. Städte wie München (+1,8 Prozent), Frankfurt (+1,2 Prozent) und Stuttgart (+0,7 Prozent) drehten nach Rückgängen zu Jahresbeginn wieder ins Plus. In Berlin beschleunigte sich der Preisanstieg ebenfalls deutlich.

Auch Berlin zählt wieder zu den Märkten mit steigender Dynamik. Die Angebotspreise für Bestands-Einfamilienhäuser erhöhten sich im 2. Quartal um 1,3 Prozent auf durchschnittlich 4.855 Euro pro Quadratmeter. Damit beschleunigte sich der Preisanstieg gegenüber dem Jahresbeginn spürbar. Lediglich Köln verzeichnete mit -0,6 Prozent einen leichten Rückgang.

Alle Zahlen findest du im immowelt Preiskompass für das Q2 2026

Ein Grund für die steigenden Preise dürfte das weiterhin knappe Angebot sein. Seit Jahren wird deutlich weniger gebaut als benötigt. Zwar ziehen die Baugenehmigungen langsam wieder an, bis tatsächlich mehr Wohnungen und Häuser auf den Markt kommen, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen.

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Auch Eigentumswohnungen werden teurer

Nicht nur Häuser verteuern sich. Auch bei Eigentumswohnungen setzt sich der Aufwärtstrend fort.

In 13 der 15 größten Städte stiegen die Angebotspreise.

Besonders kräftig fiel der Anstieg aus in:

  • Dortmund: +4,0 Prozent
  • Hannover: +3,4 Prozent
  • Leipzig: +3,0 Prozent

Selbst hochpreisige Märkte wie Frankfurt (+2,2 Prozent) oder Berlin (+2,0 Prozent) legten weiter zu. Das zeigt, dass die Nachfrage selbst in einem der größten Wohnungsmärkte Deutschlands trotz hoher Finanzierungskosten weiterhin stabil bleibt.

Nur Stuttgart (-1,3 Prozent) und München (-0,2 Prozent) verzeichneten leichte Preisrückgänge.

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Hohe Bauzinsen könnten den Preisanstieg bald bremsen

Für Kaufinteressierte verschlechtert sich die Lage derzeit gleich doppelt: Einerseits steigen die Immobilienpreise weiter, andererseits liegen die Bauzinsen inzwischen wieder bei rund 4 Prozent. Dadurch wird Wohneigentum für viele Haushalte zunehmend unerschwinglich.

Während sich ein durchschnittlicher Haushalts Ende 2024 rechnerisch noch rund 122 Quadratmeter leisten konnten, sind es inzwischen nur noch etwa 107 Quadratmeter.

Aber: Der aktuelle Preisanstieg dürfte sich nicht unbegrenzt fortsetzen. Zwar zeigt sich der Markt bislang erstaunlich widerstandsfähig, doch hohe Finanzierungskosten und die sinkende Leistbarkeit setzen der Entwicklung zunehmend Grenzen. Bereits während der vergangenen Inflationsphase und des Energieschocks stiegen die Preise zunächst trotz schwieriger Rahmenbedingungen weiter.

Sollten die Bauzinsen jedoch auf dem aktuellen Niveau bleiben oder sogar weiter steigen, spricht vieles dafür, dass der Preisauftrieb in den kommenden Monaten nachlässt oder es vereinzelt wieder zu Preisrückgängen kommt.

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