Im Freien

Tauwetter am Tag, Frost in der Nacht – warum diese Wetterlage Pflanzen im Garten stresst

Autorenbild: Andreas Steger
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Plusgrade am Tag lassen die Schneedecke schmelzen, nachts friert es weiter. Was für Menschen harmlos klingt, kann für Pflanzen im Garten zur echten Belastung werden. Denn mit dem Schnee verschwindet ein natürlicher Schutz, während Frost weiterhin zuschlägt – oft mit Folgen, die erst Wochen später sichtbar werden.

Schneedecke weg – wichtiger Kälteschutz fehlt

Schnee wirkt im Garten wie eine Isolationsschicht. Er schützt den Boden vor tiefem Durchfrieren, dämpft Temperaturschwankungen und bewahrt Pflanzen vor kaltem Wind. Schmilzt diese Decke bei Plusgraden, liegt der Boden plötzlich ungeschützt da. Besonders problematisch wird das, wenn die Temperaturen nachts wieder unter null fallen.

Gefrieren und Auftauen setzt Wurzeln unter Stress

Tagsüber taut der Boden oberflächlich an, nachts gefriert er erneut. Dieses ständige Wechselspiel kann feine Wurzeln schädigen, vor allem bei flach wurzelnden Stauden und jungen Pflanzen. In manchen Fällen hebt sich der Boden leicht an – Wurzeln verlieren den Bodenkontakt und trocknen aus.

Frosttrocknis bei immergrünen Pflanzen

Immergrüne Gehölze reagieren besonders sensibel. Bei milden Temperaturen verdunsten Blätter und Nadeln Wasser. Ist der Boden nachts gefroren, können die Pflanzen kein neues Wasser aufnehmen. Die Folge ist Frosttrocknis – erkennbar an braunen Blättern oder Nadeln, obwohl ausreichend Feuchtigkeit vorhanden scheint.

Früh austreibende Pflanzen sind besonders gefährdet

Durch die Wärme am Tag beginnen viele Pflanzen früh mit dem Austrieb. Knospen schwellen, neue Triebe bilden sich. Treffen diese frischen Pflanzenteile dann auf Nachtfrost, sind Frostschäden vorprogrammiert. Das betrifft neben Stauden auch Zwiebelpflanzen und manche Gehölze.

So lässt sich der Schaden begrenzen

Verhindern lässt sich diese Wetterlage nicht, ihre Folgen aber abmildern. Eine Schicht aus Laub, Mulch oder Reisig ersetzt die schützende Schneedecke und hält den Boden gleichmäßiger temperiert. Immergrüne Pflanzen profitieren zusätzlich davon, an frostfreien Tagen leicht gewässert zu werden. Empfindliche Gewächse können vorübergehend mit Vlies geschützt werden. Auf starke Rückschnitte sollte in dieser Phase verzichtet werden, da sie neuen, frostanfälligen Austrieb fördern.

Fazit: Der Wechsel aus Tauwetter und Nachtfrost ist für Pflanzen oft belastender als anhaltende Kälte. Wer jetzt auf Schutz setzt, reduziert das Risiko von Frostschäden deutlich – und sorgt dafür, dass der Garten im Frühling ohne böse Überraschungen startet.

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