Fast jeder Zweite fühlt sich in den eigenen vier Wänden nicht vollkommen sicher – das zeigt eine aktuelle Sicherheitsstudie. Dabei reichen oft schon einfache Maßnahmen, um Einbrecher, Brände und technische Gefahren abzuwehren. Welche Tricks wirklich helfen, erfährst du hier.
Mit ein paar Tricks haben es Einbrecher deutlich schwerer. Foto: stnazkul / stock.adobe.com
Sorge Nummer 1: Einbruch, noch vor Feuer und Datenklau
Die Sicherheitsstudie 2024 von Abus – durchgeführt vom Marktforschungsinstitut YouGov – zeigt deutlich: Die Angst vor Einbrüchen ist in Deutschland weit verbreitet. 46 Prozent der Befragten machen sich laut Studie Gedanken über ihre Sicherheit zu Hause.
Dabei sind es häufig dieselben Schwachstellen, die Kriminelle ausnutzen: ungesicherte Fenster im Erdgeschoss, schlecht verriegelte Türen oder sichtbare Abwesenheit durch leere Briefkästen oder dunkle Wohnungen. Wer diese Punkte kennt, kann gezielt gegensteuern – es muss ja nicht gleich der PopUp-Panikraum für Zuhause sein.
1. Einbruchschutz: Diese Basics wirken sofort
Türen und Fenster absichern
Die meisten Einbrüche erfolgen nicht durch Aufbrechen mit Gewalt, sondern durch einfaches Aufhebeln. Deshalb lohnt es sich, Fenster mit abschließbaren Griffen und Pilzkopfverriegelungen nachzurüsten. Auch Tür-Zusatzschlösser oder Querriegelschlösser machen den Einstieg erheblich schwerer.
Bewegungsmelder für Außenbereiche
Einbrecher mögen keine Aufmerksamkeit. Außenbeleuchtung mit Bewegungssensor wirkt abschreckend und sorgt dafür, dass potenzielle Täter schnell das Weite suchen. Besonders sinnvoll sind solche Leuchten an Einfahrten, Terrassen und Zugängen zum Garten.
Zeitschaltuhren und Lichtsimulation
Mit günstigen Zeitschaltuhren lassen sich Lampen oder Radios automatisch steuern. So wirkt das Haus auch dann bewohnt, wenn niemand da ist. Einige Systeme sind sogar tageslichtabhängig oder zufällig programmierbar, was den Effekt noch realistischer macht.
Gute Nachbarschaft nutzen
Ein verlässlicher Blick über den Gartenzaun schützt besser als jede Technik. Bitte Nachbarn, bei Abwesenheit den Briefkasten zu leeren, Rollos zu bewegen oder einen Parkplatz vor dem Haus freizuhalten. Gegenseitige Aufmerksamkeit ist einer der besten Schutzmechanismen.
2. Brandschutz: Rauchmelder, aber richtig
Rauchwarnmelder installieren und prüfen
In Deutschland sind Rauchmelder mittlerweile in fast allen Bundesländern Pflicht. Dennoch ist ihre Wirkung nur dann gegeben, wenn sie funktionstüchtig sind. Es empfiehlt sich, mindestens einmal im Jahr einen Funktionstest durchzuführen und Batterien regelmäßig zu wechseln. Geräte mit 10-Jahres-Batterie bieten mehr Komfort und Sicherheit.
Löschen im Notfall – aber sicher
Ein kleiner Feuerlöscher gehört in jeden Haushalt, idealerweise in der Küche oder im Flur griffbereit. Achte beim Kauf darauf, dass er auch für Fettbrände geeignet ist. Für noch mehr Schutz kann zusätzlich eine Löschdecke sinnvoll sein, um kleine Brände schnell einzudämmen.
Gefahrenquellen erkennen und vermeiden
Überlastete Steckdosenleisten, alte Elektrogeräte oder brennende Kerzen ohne Aufsicht sind häufige Auslöser für Wohnungsbrände. Besonders im Winter, wenn Heizgeräte, Lichterketten oder Kerzen öfter im Einsatz sind, steigt das Risiko. Bewusstes Verhalten kann hier bereits viel verhindern.
3. Smarte Sicherheit: Technik, die mitdenkt
Smarte Alarmsysteme und Kameras
Immer mehr Haushalte setzen auf smarte Sicherheitssysteme, die sich per App steuern lassen. Funkalarmanlagen, Kameras mit Bewegungserkennung oder Fensterkontakte melden verdächtige Aktivitäten direkt aufs Smartphone. Der Vorteil: Du behältst auch unterwegs jederzeit den Überblick.
Netzwerk mit anderen Geräten
Moderne Systeme lassen sich mit Licht, Rollläden oder Türschlössern koppeln. Wird ein Einbruchsversuch erkannt, schalten sich automatisch Lichter ein oder die Alarmanlage geht los. Einige Systeme arbeiten zudem mit Sirenen oder Warnleuchten – das vertreibt Täter noch vor dem Einstieg.
Datenschutz beachten
Wer Kameras und Sensoren einsetzt, sollte auf Hersteller mit gutem Datenschutz setzen. Achte auf Serverstandorte in der EU, verschlüsselte Übertragung und transparente Datenschutzerklärungen. So bleibt die Kontrolle über die eigenen Daten gewährleistet.
4. Nützliche Extras: Mehr Sicherheit für wenig Geld
Wertgegenstände richtig aufbewahren
Ein kleiner Wandtresor oder Möbeltresor schützt Bargeld, Schmuck und Dokumente zuverlässig – vor allem bei kürzeren Abwesenheiten. Wichtig ist, dass der Tresor nicht frei zugänglich ist und fest im Mauerwerk oder Mobiliar verankert wurde.
Türkommunikation nachrüsten
Ein Türspion oder eine moderne Video-Gegensprechanlage sorgt dafür, dass du siehst, wer vor der Tür steht – ohne öffnen zu müssen. Systeme mit Kamera und App-Zugriff ermöglichen es sogar, von unterwegs aus mit Besuchern zu sprechen.
Fenstersicherungen für Erdgeschosswohnungen
Fenster im Erdgeschoss oder auf dem Balkon sind besonders gefährdet. Nachrüstbare Sicherungen, Fensterschlösser oder Gitter können hier wirksam schützen – und lassen sich in vielen Fällen sogar selbst anbringen.
Geschrieben am 30.04.2025
von
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