Im Garten

Mitten in den Eisheiligen: So schützt du jetzt deine Pflanzen vor dem Erfrieren

Autorenbild: Andreas Steger
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Die Eisheiligen machen ihrem Namen 2026 alle Ehre: In vielen Regionen droht nachts noch einmal Bodenfrost. Besonders junge Gemüsepflanzen, Balkonblumen und Kübelpflanzen brauchen jetzt Schutz. Wer empfindliche Pflanzen bereits nach draußen gestellt hat, sollte schnell reagieren.

Die Eisheiligen fallen traditionell auf die Tage zwischen dem 11. und 15. Mai. In dieser Zeit kann nach warmem Frühlingswetter noch einmal kalte Polarluft nach Mitteleuropa strömen. Besonders tückisch ist dabei nicht einmal Schnee oder sichtbarer Frost, sondern sogenannter Bodenfrost. Dabei sinken die Temperaturen direkt über dem Boden unter null Grad, während das Thermometer auf dem Balkon oft noch deutlich höhere Werte anzeigt.

Vor allem Hobbygärtner unterschätzen das Risiko häufig. Nach mehreren sonnigen Tagen wirken Garten und Balkon bereits wie mitten im Sommer. Viele Pflanzen werden deshalb zu früh dauerhaft ins Freie gestellt. Genau das kann während der Eisheiligen problematisch werden.

Diese Pflanzen sind jetzt besonders gefährdet

Besonders empfindlich reagieren alle wärmeliebenden Pflanzen. Dazu gehören vor allem:

  • Tomaten
  • Gurken
  • Paprika
  • Chili
  • Zucchini
  • Kürbis
  • Basilikum
  • Auberginen

Auch viele Balkonpflanzen wie Geranien, Petunien oder Dahlien vertragen kalte Nächte nur schlecht. Bereits Temperaturen knapp über null Grad können Schäden verursachen. Blätter werden glasig, Triebe weich oder die Pflanzen stellen ihr Wachstum komplett ein.

Weniger problematisch sind dagegen robuste Pflanzen wie Salat, Spinat, Radieschen oder viele heimische Stauden. Sie kommen mit kurzen Kälteeinbrüchen meist deutlich besser zurecht.

So schützt du Pflanzen jetzt richtig

Die einfachste Lösung ist Frostschutzvlies. Es hält kalte Luft ab und speichert gleichzeitig etwas Wärme. Wichtig ist dabei, das Vlies locker über die Pflanzen zu legen, damit Triebe nicht abbrechen.

Wer kein spezielles Gartenvlies besitzt, kann improvisieren. Auch Bettlaken, dünne Decken, Jutesäcke oder große Kartons helfen kurzfristig gegen Frost. Kleine Pflanzen lassen sich zusätzlich mit umgedrehten Eimern oder Töpfen schützen.

Bei Kübelpflanzen gilt: nachts möglichst dicht an die Hauswand stellen. Dort bleibt es oft einige Grad wärmer. Noch besser sind geschützte Orte wie Garage, Wintergarten oder Gartenhaus.

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Warum Plastikfolie oft keine gute Idee ist

Viele greifen spontan zu Plastikfolie. Die kann allerdings zum Problem werden. Unter der Folie sammelt sich Feuchtigkeit, gleichzeitig entsteht schnell ein Hitzestau, sobald morgens die Sonne herauskommt. Dadurch können Pflanzen zusätzlich geschädigt werden.

Besser geeignet sind atmungsaktive Materialien wie Vlies oder Stoffe. Sie schützen vor Kälte, ohne dass sich zu viel Feuchtigkeit staut.

Auch der Boden braucht jetzt Schutz

Nicht nur die Pflanze selbst ist gefährdet. Kühlt der Boden stark aus, leiden auch die Wurzeln. Deshalb hilft eine Mulchschicht aus Laub, Stroh oder Rasenschnitt. Sie wirkt wie eine isolierende Decke und hält die Wärme länger im Boden.

Gerade frisch eingesetzte Jungpflanzen profitieren davon. Ihre Wurzeln sind noch nicht tief genug im Erdreich verankert und reagieren besonders empfindlich auf Temperaturschwankungen.

Nach dem Frost nicht sofort alles wegwerfen

Am Morgen nach einer kalten Nacht sehen viele Pflanzen traurig aus. Blätter hängen herunter oder wirken welk. Trotzdem bedeutet das nicht automatisch Totalschaden.

Wichtig ist jetzt Geduld. Pflanzen sollten langsam auftauen und nicht sofort in die direkte Sonne gestellt werden. Auch beim Gießen ist Vorsicht angesagt. Zu viel Wasser belastet geschwächte Wurzeln zusätzlich.

Oft zeigt sich erst nach einigen Tagen, welche Triebe wirklich erfroren sind. Viele Pflanzen treiben später erneut aus.

Wann die Gefahr endgültig vorbei ist

Viele Hobbygärtner warten bewusst bis nach den Eisheiligen mit dem Auspflanzen empfindlicher Pflanzen. Diese alte Regel hat durchaus ihren Grund. Zwar gibt es auch danach vereinzelt noch kalte Nächte, das Risiko für Frost sinkt jedoch deutlich.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte Tomaten, Gurken oder Basilikum erst nach Mitte Mai dauerhaft draußen lassen. Bis dahin gilt: lieber noch ein paar Nächte schützen, statt später komplett neu pflanzen zu müssen.

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