Zu wenig Zimmer, kaum Rückzugsmöglichkeiten und wenig Platz für den Alltag: Kinder und Jugendliche sind besonders häufig von beengten Wohnverhältnissen betroffen. Der Mietenreport 2026 zeigt, dass fast jeder fünfte Minderjährige in Deutschland in einer überbelegten Wohnung lebt. Bei einkommensarmen Familien ist das Problem noch größer.
Zu wenig Platz für Familien: Fast jedes fünfte Kind und jeder fünfte Jugendliche unter 18 Jahren lebt in Deutschland in einer überbelegten Wohnung. Besonders häufig betroffen sind einkommensarme Familien. Foto: stock.adobe.com / Melissa
In Kürze
- 19 Prozent der unter 18-Jährigen leben in Deutschland in einer überbelegten Wohnung.
- Bei den 18- bis 64-Jährigen sind es 12,6 Prozent, bei Menschen ab 65 Jahren nur 3,1 Prozent.
- Insgesamt leben 11,7 Prozent der Bevölkerung auf zu engem Raum.
- Unter den Armutsbetroffenen steigt der Anteil auf 27,4 Prozent.
- Mieter sind deutlich häufiger betroffen als Eigentümer.
Fast jedes fünfte Kind lebt in einer überbelegten Wohnung
Kinder und Jugendliche trifft der Platzmangel auf dem deutschen Wohnungsmarkt besonders häufig. 19 Prozent der unter 18-Jährigen lebten 2025 in einer überbelegten Wohnung. Das geht aus den Daten hervor, die der Deutsche Mieterbund in seinem Mietenreport 2026 auswertet.
Damit lebt fast jeder fünfte Minderjährige in einem Haushalt, dem gemessen an seiner Zusammensetzung nicht genügend Räume zur Verfügung stehen. Entscheidend ist dabei nicht allein die Quadratmeterzahl. Für die Einstufung als überbelegt wird berücksichtigt, wie viele Personen welchen Alters in einem Haushalt zusammenleben und wie viele Zimmer vorhanden sind.
Bei Erwachsenen ist das Problem deutlich weniger verbreitet. Unter den 18- bis 64-Jährigen beträgt die Quote 12,6 Prozent. Von den Menschen ab 65 Jahren leben dagegen lediglich 3,1 Prozent in überbelegten Wohnungen.
Wer wenig Geld hat, lebt besonders häufig zu eng
Noch deutlicher wird die soziale Dimension beim Blick auf das Einkommen. Unter den armutsbetroffenen Menschen liegt die Überbelegungsquote bei 27,4 Prozent. Mehr als jeder Vierte aus dieser Gruppe lebt damit in einer Wohnung mit zu wenigen Räumen. Bei Menschen oberhalb der Armutsgrenze liegt der Anteil dagegen unter zehn Prozent. Der Unterschied zeigt, wie stark die Möglichkeit, ausreichend Wohnraum zu bekommen, vom verfügbaren Einkommen abhängt.
Gerade für Familien kann das zum Problem werden. Mit jedem zusätzlichen Haushaltsmitglied steigt der benötigte Platz, gleichzeitig muss eine größere Wohnung finanzierbar bleiben. Der Mietenreport sieht deshalb insbesondere einkommensschwache Haushalte und Familien durch die angespannte Situation auf dem Mietwohnungsmarkt belastet.
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Mieter haben wesentlich häufiger zu wenig Platz
Auch zwischen Mietern und Eigentümern zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Fast jeder fünfte Mieter lebt laut Mietenreport in einer überbelegten Wohnung. Unter Eigentümern trifft das dagegen nur auf rund drei Prozent zu.
Deutschland liegt mit einer Überbelegungsquote von insgesamt 11,7 Prozent zwar unter dem EU-Durchschnitt von 16,8 Prozent. Der vergleichsweise niedrige Durchschnitt verdeckt jedoch die großen Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen.
Besonders sichtbar werden diese Unterschiede bei Kindern: Ihre Überbelegungsquote liegt mehr als sechsmal so hoch wie die der Menschen ab 65 Jahren. Während bei älteren Menschen zu viel Wohnraum eher ein Thema sein kann, fehlt Familien häufiger eine bezahlbare Wohnung mit genügend Zimmern.
In Städten ist Platzmangel dreimal so häufig wie auf dem Land
Auch der Wohnort macht einen erheblichen Unterschied. In Städten leben 16,9 Prozent der Bevölkerung in überbelegten Wohnungen. In ländlichen Gebieten sind es dagegen nur 5,5 Prozent. Damit ist die Quote in Städten etwa dreimal so hoch.
Das Problem konzentriert sich damit gerade auf jene Regionen, in denen der Wohnungsmarkt ohnehin besonders angespannt ist. Größere Wohnungen müssen dort nicht nur verfügbar sein, sondern für Familien mit normalen oder niedrigen Einkommen auch bezahlbar bleiben.
Der Mietenreport sieht deshalb nicht allein die Menge des vorhandenen Wohnraums als entscheidend an. Es gehe auch darum, bezahlbare Wohnungen in der richtigen Größe zur Verfügung zu stellen. Gerade die hohen Überbelegungsquoten bei Kindern, Mietern und armutsbetroffenen Menschen zeigen, welche Haushalte bei der Suche nach ausreichend Platz besonders häufig das Nachsehen
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