Wärmepumpen arbeiten besonders effizient mit niedrigen Temperaturen. Beim Warmwasser funktioniert das allerdings nicht immer: Hier müssen Energieverbrauch, Komfort und Schutz vor Legionellen zusammenpassen. Wer die Temperatur einfach möglichst weit absenkt, spart deshalb nicht automatisch sinnvoll.
Warmwasserbereitung mit der Wärmepumpe: Die richtige Zieltemperatur entscheidet über Hygiene und Effizienz. Foto: iStock.com / Gilnature
Wärmepumpen gelten als besonders effiziente Heiztechnik. Doch ausgerechnet bei der Warmwasserbereitung müssen sie höhere Temperaturen bereitstellen als für eine moderne Flächenheizung. Das kann die Effizienz spürbar beeinflussen.
Denn Wärmepumpen arbeiten besonders sparsam, wenn der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und benötigter Vorlauftemperatur möglichst gering bleibt. Muss das Gerät Trinkwasser auf deutlich höhere Temperaturen bringen, benötigt es dafür mehr Strom.
Einfach die Warmwassertemperatur möglichst niedrig einzustellen, ist allerdings keine gute Lösung. Denn bei der Trinkwasserhygiene spielen neben der Temperatur auch die Größe der Anlage, Wasseraustausch und mögliche Stagnation eine Rolle. Unter ungünstigen Bedingungen können sich Legionellen vermehren. Über feinste Wassertröpfchen, sogenannte Aerosole, können die Bakterien eingeatmet werden und Erkrankungen verursachen.
Das Dilemma im Technikraum
Damit treffen zwei unterschiedliche Anforderungen aufeinander: Niedrigere Temperaturen sind für die Effizienz einer Wärmepumpe grundsätzlich vorteilhaft, gleichzeitig muss die Warmwasseranlage hygienisch sicher betrieben werden.
Besonders relevant wird das bei größeren Warmwasserspeichern und Leitungsnetzen, in denen Wasser über längere Zeit kaum ausgetauscht wird. Deshalb kommt es nicht allein auf eine bestimmte Temperatur am Wärmeerzeuger an, sondern auf das gesamte Warmwassersystem.
Manche Anlagen verfügen zudem über ein sogenanntes Legionellenprogramm. Dabei wird das Wasser in bestimmten Abständen auf eine höhere Temperatur gebracht. Das benötigt zusätzliche Energie. Ob und wie eine solche Funktion sinnvoll eingesetzt wird, hängt jedoch von der jeweiligen Anlage und ihrer Betriebsweise ab.
Technische Lösungen können helfen
Eine Möglichkeit sind Systeme, die Trinkwasser nicht dauerhaft in großen Mengen warm bevorraten. Frischwasserstationen erwärmen es beispielsweise erst bei Bedarf über einen Wärmetauscher. Dadurch lässt sich die Menge an gespeichertem warmem Trinkwasser reduzieren.
Auch Hygienespeicher, passend dimensionierte Speicher und eine durchdachte Leitungsführung können dazu beitragen, Effizienz und Trinkwasserhygiene miteinander zu verbinden. Entscheidend ist, dass das gesamte System zum tatsächlichen Warmwasserbedarf des Haushalts passt.
Bei größeren Trinkwasseranlagen, etwa in Mehrfamilienhäusern, gelten zudem andere beziehungsweise weitergehende Anforderungen als bei vielen Einfamilienhäusern. Eine pauschale optimale Warmwassertemperatur für jedes Gebäude gibt es deshalb nicht.
Effizienz und Hygiene zusammendenken
Unterm Strich kann die Warmwasserbereitung die Effizienz einer Wärmepumpe spürbar beeinflussen. Je höher die benötigte Temperatur, desto stärker muss die Wärmepumpe arbeiten. Einfach auf möglichst niedrige Temperaturen zu setzen, greift wegen der Anforderungen an die Trinkwasserhygiene jedoch zu kurz.
Die beste Lösung ist deshalb eine Warmwasserbereitung, die passend zum Gebäude, zur Anlagengröße und zum tatsächlichen Verbrauch geplant und eingestellt wird. So lassen sich unnötig hohe Temperaturen vermeiden, ohne die Hygiene aus dem Blick zu verlieren.
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