Ratgeber

Klimaanlage durchs Kaminrohr? Warum diese Idee bei extremer Hitze keine gute Lösung ist

Autorenbild Kilian Treß
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Bei extremer Hitze wirkt die Idee verlockend: Warum den Abluftschlauch der mobilen Klimaanlage nicht einfach durchs Kaminrohr nach draußen führen? Was wie eine clevere Lösung aussieht, kann jedoch Sicherheitsrisiken bergen und ist in vielen Fällen sogar unzulässig. Wir erklären, warum du davon lieber die Finger lassen solltest.

Wenn die Temperaturen tagelang über 30 Grad liegen, wird jede Möglichkeit willkommen, die Wohnung etwas kühler zu bekommen. Vor allem Besitzer mobiler Klimaanlagen suchen nach einer möglichst effizienten Lösung für den Abluftschlauch. Doch nicht jede Idee ist gut. Da erscheint ein vorhandener Kamin oder Schornstein wie die perfekte Abkürzung. Schließlich führt er direkt nach draußen – warum also nicht einfach den Abluftschlauch dort hineinstecken?

Die Antwort ist eindeutig: Davon solltest du die Finger lassen. Denn ein Schornstein ist nicht als Abluftkanal für Klimaanlagen gedacht und kann im schlimmsten Fall sogar ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Warum der Kamin so verlockend wirkt

Das größte Problem mobiler Klimaanlagen ist der Abluftschlauch. Er muss durch ein Fenster oder eine Tür nach draußen geführt werden. Wird das Fenster nicht richtig abgedichtet, strömt gleichzeitig wieder heiße Außenluft ins Zimmer. Das kostet Kühlleistung und erhöht den Stromverbrauch.

Ein Schornstein scheint dieses Problem auf den ersten Blick elegant zu lösen. Kein offenes Fenster, keine warme Luft von draußen – stattdessen verschwindet die Abluft scheinbar direkt über das Kaminrohr.

Doch genau diese Zweckentfremdung ist problematisch.

Auf einen Blick

Warum der Abluftschlauch nicht ins Kaminrohr gehört

  • Schornsteine sind ausschließlich für Feuerungsanlagen vorgesehen.
  • In Mehrfamilienhäusern kann derselbe Schornstein von anderen Wohnungen genutzt werden.
  • Veränderungen können die sichere Ableitung von Abgasen beeinträchtigen.
  • Feuchtigkeit kann ältere Schornsteine langfristig schädigen.
  • Eine Fensterabdichtung ist die sichere und meist auch effizientere Lösung.

Im Einfamilienhaus gehört der Schornstein meist noch zur Feuerungsanlage

In vielen Einfamilienhäusern ist der Schornstein Bestandteil einer Heizungs- oder Ofenanlage. Auch wenn der Kaminofen im Sommer nicht genutzt wird, erfüllt der Schornstein weiterhin eine sicherheitsrelevante Funktion.

Wird die warme Abluft einer Klimaanlage in den Schornstein geleitet, können sich die Strömungsverhältnisse verändern. Das kann dazu führen, dass Abgase später nicht mehr wie vorgesehen abgeführt werden oder unter ungünstigen Bedingungen sogar zurück ins Gebäude gelangen. Besonders gefährlich wird das, wenn dabei Kohlenmonoxid ins Spiel kommt – ein geruchloses Gas, das lebensgefährlich sein kann.

Deshalb dürfen Schornsteine nicht einfach für andere Zwecke genutzt werden.

Auch im Altbau ist Vorsicht geboten

Viele Altbauwohnungen besitzen noch ehemalige Ofenanschlüsse oder alte Schornsteine. Häufig werden diese seit Jahren nicht mehr genutzt, weshalb manche Bewohner davon ausgehen, sie könnten den Anschluss problemlos für ihre Klimaanlage verwenden.

Doch genau das ist oft ein Irrtum. Von der eigenen Wohnung aus lässt sich meist gar nicht erkennen, ob derselbe Schornsteinzug in einer anderen Wohnung noch genutzt wird. Gerade in Mehrfamilienhäusern teilen sich mehrere Wohnungen häufig einen Schornstein. Während der Anschluss in einer Wohnung stillgelegt ist, kann darüber oder darunter weiterhin ein Kaminofen oder eine Heizungsanlage betrieben werden.

Wird zusätzlich die Abluft einer Klimaanlage eingeleitet, kann das die Funktion des gesamten Schornsteins beeinträchtigen und im schlimmsten Fall die sichere Ableitung von Abgasen gefährden.

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Selbst ein stillgelegter Schornstein ist keine Abluftleitung

Auch wenn ein Schornstein tatsächlich außer Betrieb ist, bedeutet das nicht, dass er beliebig genutzt werden darf.

Schornsteine unterliegen strengen Vorschriften des Bau- und Brandschutzes. Sie sind für heiße Rauchgase aus Feuerstätten konstruiert – nicht für den dauerhaften Betrieb einer Klimaanlage. Zudem können Feuchtigkeit und Kondenswasser entstehen, die insbesondere ältere gemauerte Schornsteine beschädigen und langfristig zu Feuchteschäden führen.

Eigenmächtige Veränderungen können außerdem Probleme mit der Gebäudeversicherung oder bei der nächsten Schornsteinfegerprüfung verursachen.

Warum die Klimaanlage dadurch oft nicht einmal besser kühlt

Selbst wenn man die Sicherheitsaspekte außer Acht lässt, bringt der Schornstein häufig gar keinen nennenswerten Vorteil.

Mobile Klimaanlagen benötigen möglichst kurze, gerade Abluftwege. Lange oder verwinkelte Schornsteine erhöhen den Luftwiderstand. Dadurch muss das Gerät stärker arbeiten, was die Kühlleistung verschlechtern und den Stromverbrauch erhöhen kann.

Die vermeintlich clevere Lösung ist also oft sogar weniger effizient.

Diese Alternativen sind deutlich sinnvoller

Wer das Maximum aus einer mobilen Klimaanlage herausholen möchte, sollte stattdessen auf eine gute Fensterabdichtung setzen. Spezielle Abdichtungssets verhindern, dass heiße Außenluft wieder in die Wohnung gelangt, und verbessern die Effizienz deutlich.

Außerdem gilt:

  • Den Abluftschlauch möglichst kurz halten.
  • Direkte Sonneneinstrahlung mit Rollläden oder Vorhängen reduzieren.
  • Türen zu nicht gekühlten Räumen geschlossen halten.
  • Nachts und in den frühen Morgenstunden intensiv lüften.

Fazit

Gerade während extremer Hitzewellen klingt der Schornstein wie eine clevere Lösung für die Abluft einer mobilen Klimaanlage. Tatsächlich kann die Idee jedoch erhebliche Risiken mit sich bringen. Ob Einfamilienhaus mit Kaminofen oder Altbauwohnung mit ehemaligem Ofenanschluss – Schornsteine sind keine Abluftkanäle für Klimageräte. Hinzu kommt, dass oft gar nicht erkennbar ist, ob derselbe Schornsteinzug an anderer Stelle im Gebäude noch genutzt wird. Wer seine Wohnung sicher und effizient kühlen möchte, fährt deshalb mit einer fachgerechten Fensterabdichtung deutlich besser.

 

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