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Zeitungen haben schon Oma und Opa früher beim Fensterputzen geholfen. Aber kann das wirklich was? Foto: stock.adobe.com / Pradit
Beschlagene Fenster gehören in der kalten Jahreszeit fast zum Alltag. Morgens sammelt sich Feuchtigkeit an der Scheibe, manchmal laufen sogar kleine Wasserperlen herunter. Ein Haushaltstipp verspricht Abhilfe: Mit Zeitungspapier soll sich das Problem verhindern oder zumindest deutlich reduzieren lassen. Doch was kann der Trick tatsächlich leisten?
Warum Fenster überhaupt beschlagen
Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen als kalte. Trifft feuchte Raumluft auf eine kalte Fensterscheibe, kühlt sie dort ab. Die enthaltene Feuchtigkeit kondensiert und schlägt sich als Wasser nieder.
Besonders häufig passiert das in Schlafzimmern, Küchen oder Badezimmern. Nachts steigt die Luftfeuchtigkeit durch Atemluft, morgens sind die Scheiben beschlagen. In schlecht gedämmten Gebäuden oder bei älteren Fenstern tritt der Effekt stärker auf.
Woher kommt der Tipp mit dem Zeitungspapier?
Zeitungspapier ist saugfähig und enthält Druckerschwärze, die leicht fettig ist. Früher wurde es häufig zum Fensterputzen genutzt, weil es Streifen vermeiden kann. Daraus entstand die Idee, Zeitungspapier könne auch gegen beschlagene Scheiben helfen.
Zwei Varianten sind verbreitet: Entweder wird die Scheibe mit zerknülltem Zeitungspapier trocken gerieben, oder man wischt sie mit einer Mischung aus Wasser und etwas Spülmittel und poliert anschließend mit Zeitungspapier nach.
Kann Zeitungspapier das Beschlagen verhindern?
Kurzfristig ja – aber nur bedingt. Wer die Scheibe morgens trocken reibt, entfernt das Kondenswasser. Das Problem selbst löst sich dadurch jedoch nicht. Bei hoher Luftfeuchtigkeit wird die Scheibe erneut beschlagen.
Interessanter ist die zweite Variante: Ein hauchdünner Film aus Spülmittel kann die Oberflächenspannung des Wassers verändern. Statt sichtbarer Tropfen bildet sich dann eher ein gleichmäßiger, kaum wahrnehmbarer Feuchtigkeitsfilm. Zeitungspapier dient hier nur als Polierhilfe.
Wo die Grenzen des Tricks liegen
Der Effekt hält meist nur kurze Zeit. Zudem kann Druckerschwärze auf Rahmen oder Fensterbänken abfärben. Moderne Fenster mit spezieller Beschichtung sollten ohnehin nicht mit grobem Papier behandelt werden, um Kratzer zu vermeiden.
Vor allem aber bleibt die Ursache bestehen: zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum oder eine sehr kalte Glasoberfläche. Zeitungspapier bekämpft das Symptom, nicht den Auslöser.
Was nachhaltiger hilft
Regelmäßiges Stoßlüften senkt die Luftfeuchtigkeit deutlich, dieses Phänomen lernen auch die Bürger in den Vereinigsten Staaten gerade. Drei- bis viermal täglich für einige Minuten weit geöffnete Fenster reichen oft aus. Auch das Freihalten der Heizkörper unter den Fenstern verbessert die Luftzirkulation.
In problematischen Räumen können Hygrometer helfen, die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten. Werte zwischen 40 und 60 Prozent gelten als ideal. Dauerhaft beschlagene Scheiben können ein Hinweis auf unzureichende Dämmung oder falsches Lüftungsverhalten sein.
Fazit
Zeitungspapier kann beschlagene Fenster kurzfristig trocknen und beim Polieren helfen, verhindert das Kondenswasser aber nicht dauerhaft. Wer klare Scheiben will, muss die Luftfeuchtigkeit im Raum senken und für ausreichende Lüftung sorgen. Der alte Trick taugt als schnelle Lösung – nicht als langfristige Strategie.
Geschrieben am 19.03.2026
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