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IVD attackiert neues Heizungsgesetz: Vermieter sollen für Staatskosten zahlen

Autorenbild Kilian Treß
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Mit dem geplanten Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) will die Bundesregierung das bisherige Heizungsgesetz grundlegend reformieren. Eigentümer sollen künftig mehr Freiheiten beim Heizungstausch erhalten. Der Immobilienverband Deutschland (IVD) kritisiert jedoch vor allem die geplanten Mehrkosten für Vermieter scharf.

Das Wichtigste in Kürze

Die bisherige 65-Prozent-Regel für erneuerbare Energien soll durch eine sogenannte „Biotreppe“ ersetzt werden. Vermieter sollen künftig die Hälfte von CO₂-Kosten, Gasnetzentgelten und Biogas-Kosten übernehmen. Der IVD warnt vor Fehlanreizen und fordert Änderungen im parlamentarischen Verfahren.

Mehr Spielraum beim Heizungstausch

Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz soll das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablösen und stärker auf technologieoffene Lösungen setzen. Statt einer festen Vorgabe für erneuerbare Energien bei neuen Heizungen plant die Bundesregierung künftig eine schrittweise steigende Beimischung grüner Gase und Öle.

Die sogenannte „Biotreppe“ sieht folgende Quoten vor:

  • 10 Prozent ab 2029
  • 15 Prozent ab 2030
  • 30 Prozent ab 2035
  • 60 Prozent ab 2040

Zudem sollen Hybridlösungen mehr Flexibilität schaffen. Wer etwa eine Gasheizung mit Solarthermie kombiniert, soll vorerst keine zusätzlichen Biobrennstoffe einsetzen müssen. Auch Hybrid-Wärmepumpen bleiben möglich.

Die Bundesregierung will damit Modernisierungen vereinfachen und Eigentümern mehr Wahlfreiheit bei der Heiztechnik geben.

IVD kritisiert Belastung für Vermieter

Kritik kommt vom Immobilienverband Deutschland (IVD). Nach den aktuellen Plänen sollen Vermieter künftig die Hälfte der Mehrkosten tragen, die durch neue fossile Heizungen entstehen. Dazu zählen CO₂-Abgaben, Gasnetzentgelte und die Kosten für die Beimischung klimafreundlicher Gase.

IVD-Präsident Dirk Wohltorf kritisiert die Pläne deutlich:

„Bizarr ist aber, dass die Regierung meint, den Mieter vor dem Staat schützen zu müssen, und den Vermieter dafür zahlen zu lassen.“

Aus Sicht des Verbandes würden staatlich verursachte Kosten einseitig auf Vermieter verlagert. Gleichzeitig warnt der IVD davor, Verbrauchskosten vom tatsächlichen Heizverhalten zu entkoppeln. Das widerspreche den klimapolitischen Zielen des Gesetzes.

Zudem fordert der Verband mehr Klarheit im Mietrecht. Die aktuellen Regelungen seien inzwischen zu kompliziert und technisch geworden.

Experten warnen vor höheren Heizkosten

Auch Energieexperten sehen die geplante „Biotreppe“ kritisch. Biomethan und grüner Wasserstoff seien derzeit nur begrenzt verfügbar. Kritiker warnen deshalb vor steigenden Heizkosten und langfristigen Risiken für Haushalte mit neuen Gasheizungen.

Nach der Kabinettsbefassung muss das Gesetz nun noch im Bundestag beraten werden. Besonders die geplante Kostenaufteilung zwischen Mietern und Vermietern dürfte dort weiter kontrovers diskutiert werden.

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