Update vom 27.08.2026: Wir haben eine wichtige Korrektur vorgenommen – die Installation der Ikea-Wärmepumpe läuft inzwischen nicht mehr über Svea Solar, sondern über den neuen Partner Vamo. Details dazu weiter unten. Der ursprüngliche Artikel ist am 15.08.2025 erschienen.
Die Heizungswende verändert auch das Angebot des Möbelhauses Ikea nachhaltig. Die Schweden verkaufen jetzt auch Wärmepumpen – inklusive Planung, Einbau und App-Steuerung. Doch wer steckt inzwischen dahinter? Seit dem Frühjahr 2026 hat sich dabei ein wichtiges Detail geändert: den Einbau übernimmt nicht mehr derselbe Partner wie zu Beginn.
Eine Wärmepumpe aus dem Möbelhaus. Was kann das Ikea-Gerät? Foto: Aira
Heizwende im Flachpaket: Ikea bietet erstmals Wärmepumpen an
Deutschlands beliebtester Möbelriese macht Ernst mit der Energiewende: Nach einem Balkonkraftwerk, Batteriespeichern und Wallboxen bietet Ikea seit April 2026 eine vollwertige Wärmepumpe für Einfamilienhäuser an. Die Hardware liefert weiterhin das schwedische Greentech-Unternehmen Aira. Bei der Installation hat sich inzwischen etwas geändert (siehe unten).
Die Luft-Wasser-Wärmepumpe wird zum Komplettpreis ab etwa 13.000 Euro angeboten – inklusive Einbau, Fördermittelberatung und bis zu 15 Jahren Garantie. Ikea positioniert sich damit bewusst unter den Preisen vieler klassischer Anbieter, will aber trotzdem Qualität und Service bieten – und nutzt seine Bekanntheit, um neue Zielgruppen zu erreichen.
Wichtiges Update: Neuer Installationspartner
Ursprünglich übernahm der Solartechnikanbieter Svea Solar bei der Ikea-Wärmepumpe Planung, Einbau und Wartung. Das hat sich geändert: Seit Frühjahr 2026 hat Ikea die Installationsleistung für Wärmepumpen in Deutschland an Vamo übertragen, einen Wärmepumpen-Installateur aus Köln. Aira liefert weiterhin die Hardware für Ikea-Kunden, doch die eigentliche Installation läuft jetzt über Vamo. Svea Solar bleibt laut eigenen Angaben weiterhin am Vermittlungsprozess über Ikea beteiligt, tritt aber nicht mehr als Installationsdienstleister auf.
Für Interessenten heißt das: Wer sich für die Ikea-Wärmepumpe entscheidet, sollte vor Vertragsabschluss genau prüfen, welcher Partner für welchen Teil der Leistung – Vermittlung, Hardware, Installation, Service – tatsächlich zuständig ist.
Was steckt hinter der Ikea-Wärmepumpe?
Herzstück des Systems ist weiterhin die Aira-Wärmepumpe mit natürlichem Kältemittel R290 (Propan) und einer Effizienzklasse A+++. Die Anlage ist für Temperaturen bis –25 °C ausgelegt, kann auch in Bestandsgebäuden eingebaut werden und wird über eine App gesteuert. Dort lässt sich der Energieverbrauch analysieren und optimieren.
Die wichtigsten Merkmale im Überblick:
- Komplettsystem aus Wärmepumpe, Speicher, Steuerung und optional PV-Anlage
- Fördermittelberatung
- Bis zu 15 Jahre Garantie auf Technik und Betrieb
- Natürlicher Kältemitteltyp R290 (Propan)
- SCOP-Wert von 4,7 (bei 35 °C Vorlauf, Herstellerangabe)
- App-Steuerung und Verbrauchsmonitoring
Besonders interessant: Die Aira-Systeme können im Abo-Modell bezogen werden – inklusive Installation, Service und Stromtarif. Für viele Hausbesitzer bedeutet das: Einstieg ohne hohe Einmalzahlung. Seit Februar 2026 gibt es zudem die Option, mit "Aira Intelligence" auch andere deutsche Stromtarife zu optimieren, nicht nur den hauseigenen Ökostromtarif.
Für wen lohnt sich die Ikea-Wärmepumpe?
Vor allem Eigenheimbesitzer, die ihre Gasheizung ersetzen möchten, aber keine Lust auf komplizierte Hersteller-Angebote und unklare Handwerkertermine haben. Auch junge Familien, die beim Hausbau auf Förderung und Komfort setzen, profitieren vom Paketansatz.
Wichtig ist: Das Angebot richtet sich nicht an Mieter oder Wohnungseigentümergemeinschaften – hier fehlt oft die bauliche Grundlage. Doch für klassische Einfamilienhäuser mit Garten oder Stellplatz dürfte das System in vielen Fällen eine preislich attraktive und einfach zugängliche Alternative sein. Wer Mitglied des IKEA Family oder IKEA Business Netzwerks ist, erhält zusätzlich 15 % Rabatt auf Energielösungen – unabhängig von den Förderungen, die es ohnehin vom Staat gibt.
Ikea gegen die Großen – wer dominiert den Wärmepumpenmarkt?
Noch ist Aira ein vergleichsweise kleiner Anbieter im Heizungsmarkt. Doch das könnte sich ändern: Dank großer Investorengelder (zuletzt eine Eigenkapitalrunde über 150 Millionen Euro im August 2025), eigener Produktion in Polen (Werk Wrocław) und der Zusammenarbeit mit Ikea wächst das Unternehmen rasant.
Die etablierten Hersteller wie Vaillant, Stiebel Eltron, Bosch (Buderus) oder Viessmann (seit 2023 Teil von Carrier) dominieren derzeit noch das Geschehen – und liefern jährlich zehntausende Anlagen in Deutschland aus. Doch Startups wie Aira, Enpal oder 1Komma5° dringen in den wachsenden Markt, vor allem durch Direktvertrieb, Abo-Modelle und schnelle digitale Beratung.
| Hersteller | Herkunft |
|---|---|
| Vaillant Group | Deutschland |
| Viessmann / Carrier | Deutschland / USA |
| Stiebel Eltron | Deutschland |
| Bosch / Buderus | Deutschland |
| Wolf (Ariston Group) | Deutschland |
| NIBE | Schweden |
| Aira (Ikea) | Schweden |
| Enpal | Deutschland |
| 1Komma5° | Deutschland |
| Daikin | Japan |
| Midea | China |
| Hisense | China |
Fazit: Preisbrecher oder Hype?
Noch ist unklar, wie stark Ikea den Markt verändern kann. Der Wechsel des Installationspartners von Svea Solar zu Vamo zeigt aber, dass sich das Ökosystem rund um die Ikea-Wärmepumpe noch weiterentwickelt und Kunden die aktuellen Vertragsdetails im Blick behalten sollten. Wenn die Aira-Systeme halten, was sie versprechen, und die Umsetzung über die neuen Partner reibungslos läuft, könnten sie für viele Haushalte eine ernstzunehmende Alternative sein – vor allem dann, wenn die Förderbedingungen stabil bleiben.
Quellen: energie-experten.org (Pressemitteilung vom 21.04.2026 zum Partnerwechsel), IKEA Deutschland, Svea Solar, Aira.
Aktualisiert am
Seite weiterleiten
Artikel drucken