Ratgeber

Hitzeschock im Anmarsch? So überstehst du auch 40 Grad

Autorenbild Kilian Treß

Gestern noch 20 Grad und leichter Pullover, wenige Tage später drückt die Sonne mit über 35 Grad. Solche Temperatursprünge werden in Deutschland immer häufiger. Für den Körper bedeutet das Stress, doch mit ein paar einfachen Maßnahmen lässt sich die Umstellung deutlich erleichtern.

Wenn der Sommer den Turbo einschaltet

Der Wetterwechsel kommt oft überraschend: Nach einer längeren Phase mit angenehmen Temperaturen schiebt sich heiße Luft aus Südeuropa nach Deutschland. Innerhalb weniger Tage steigen die Temperaturen dann von rund 20 auf mehr als 35 Grad. Während sich viele auf Badewetter freuen, hat der Körper zunächst jede Menge Arbeit. Denn er muss seine Temperatur konstant bei etwa 37 Grad halten.

Dafür erweitert er die Blutgefäße, produziert mehr Schweiß und belastet das Herz Kreislauf System stärker. Besonders ältere Menschen, Kinder und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen reagieren häufig empfindlich auf solche Wetterextreme.

Warum plötzliche Hitze so anstrengend ist

Der Mensch kann sich an Wärme anpassen. Dieser Prozess benötigt allerdings Zeit. Experten sprechen von einer sogenannten Hitzeadaptation. Je nach Person dauert sie mehrere Tage bis etwa zwei Wochen.

In dieser Phase treten häufig Beschwerden auf:

  • Müdigkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Schlafprobleme
  • Kreislaufbeschwerden

Wer plötzlich bei 36 Grad dieselbe Leistung erbringen möchte wie bei 20 Grad, merkt schnell die Grenzen des Körpers.

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Vorbereitung beginnt schon vor der Hitzewelle

Der wichtigste Tipp lautet: Nicht warten, bis das Thermometer bereits auf 35 Grad geklettert ist. Schon einige Tage vorher sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Wasser und ungesüßte Tees helfen dem Körper, die bevorstehende Belastung besser zu verkraften.

Auch die Wohnung lässt sich frühzeitig vorbereiten. Nachts und in den frühen Morgenstunden sollte gelüftet werden. Tagsüber bleiben Fenster, Rollläden und Vorhänge möglichst geschlossen. So gelangt weniger Wärme ins Gebäude.

Sport und Gartenarbeit besser verschieben

Wer regelmäßig joggt, Rad fährt oder im Garten arbeitet, sollte die Belastung an den ersten heißen Tagen reduzieren. Die besten Zeiten für körperliche Aktivitäten liegen meist vor 9 Uhr morgens oder nach 20 Uhr am Abend. In der Mittagshitze zwischen 11 und 17 Uhr steigt die Belastung für den Kreislauf deutlich an.

Das bedeutet nicht, komplett auf Bewegung zu verzichten. Der Körper gewöhnt sich sogar besser an die Hitze, wenn er sich moderat bewegt. Die Intensität sollte jedoch vorübergehend sinken.

Die richtige Ernährung bei großer Hitze

Auch beim Essen lohnt sich eine Anpassung. Schwere und fettreiche Mahlzeiten belasten den Organismus zusätzlich. Leichtere Gerichte mit Gemüse, Salaten, Obst oder Joghurt werden bei hohen Temperaturen oft besser vertragen.

Besonders wasserreiche Lebensmittel wie Gurken, Wassermelonen oder Tomaten können dabei helfen, den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen.

Schlafen wird zur Herausforderung

Viele Menschen leiden bei Temperaturen über 30 Grad unter schlechtem Schlaf. Hilfreich ist es, das Schlafzimmer tagsüber möglichst kühl zu halten. Zusätzlich können leichte Bettdecken und Bettwäsche aus Baumwolle oder Leinen den Schlafkomfort verbessern.

Eine lauwarme Dusche vor dem Schlafengehen wirkt oft angenehmer als eine eiskalte Abkühlung. Kaltes Wasser kann dazu führen, dass der Körper anschließend sogar wieder mehr Wärme produziert.

Auf diese Warnsignale sollte geachtet werden

Nicht jede Reaktion auf Hitze ist harmlos. Treten starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, anhaltender Schwindel, Herzrasen oder Übelkeit auf, sollte die Belastung sofort beendet werden. Dann gilt: Schatten aufsuchen, ausreichend trinken und den Körper langsam herunterkühlen.

Solche Wetterextreme werden häufiger

Meteorologen beobachten seit Jahren, dass Hitzewellen häufiger auftreten und intensiver werden. Gleichzeitig nehmen starke Temperaturschwankungen zu. Häufig entwickeln sich punktuell starke Gewitter mit Hagelschauer. Wer sich frühzeitig auf die erste große Hitzephase des Jahres vorbereitet, kommt meist deutlich besser durch die heißen Tage. Der Körper benötigt zwar Zeit zur Anpassung, doch mit ausreichend Flüssigkeit, etwas Rücksicht auf den Kreislauf und einer kühlen Wohnung gelingt der Start in die Hitzewelle deutlich entspannter.

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