Während die Kosten für viele Heizungsarten 2026 steigen dürften, erwartet co2online in ihrem neuen Heizspiegel für eine verbreitete Heiztechnik eine überraschende Entlastung.
Rauchende Schornsteine sind ein untrügliches Zeichen für den Beginn der Heizsaison. Foto: focus finder / stock.adobe.com
2025 wurde das Heizen mit Gas für viele Haushalte deutlich teurer: Bei einer durchschnittlichen 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus stiegen die Heizkosten laut co2online um 14 Prozent auf 1.170 Euro. Für 2026 zeichnet sich nun überraschend eine kleine Entlastung ab. Im Heizspiegel 2026 prognostiziert die gemeinnützige Beratungsgesellschaft für dieselbe Beispielwohnung 1.120 Euro, also 50 Euro oder rund 4 Prozent weniger. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern erwartet sie 1.930 statt 2.040 Euro, eine Ersparnis von 5 Prozent.
Weshalb Gas 2026 günstiger werden könnte
Für die Entlastung sind laut co2online vor allem niedrige Beschaffungskosten zu Jahresbeginn und der Wegfall der Gasspeicherumlage verantwortlich. Der Rückgang ist damit keine Entwarnung für den Gaspreis: Gestiegene Großhandelspreise könnten verzögert bei Haushalten ankommen und die Kosten bereits Ende 2026 oder 2027 wieder erhöhen. Auch der Vergleich mit 2025 braucht Kontext. Damals machten ein kälterer Winter und höhere Energiepreise das Heizen für viele Haushalte teurer – bei der Beispielwohnung stiegen die Gaskosten um 14 Prozent.
Bei anderen Heizungsarten zeigt die Prognose für dieselbe 70-Quadratmeter-Wohnung nach oben: Heizöl verteuert sich demnach um 24 Prozent auf 1.275 Euro, Holzpellets um 17 Prozent auf 860 Euro. Für Fernwärme erwartet co2online ein Plus von 1 Prozent auf 1.310 Euro, für die Wärmepumpe 3 Prozent auf 735 Euro. Trotz des leichten Anstiegs hätte die Wärmepumpe in diesem Vergleich die niedrigsten laufenden Heizkosten.
Warum der Preisvorteil nicht von Dauer sein wird
co2online rechnet in einer langfristigen Prognose damit, dass sich die Heizkosten für Gas und Öl bis 2045 mehr als verdoppeln könnten. Als Kostentreiber nennt die Organisation steigende CO₂-Kosten, höhere Gasnetzentgelte und die sogenannte Bio-Treppe. Zu einem ähnlichen Ergebnis ist unlängst auch das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gekommen, wie immowelt.de berichtet.
Die Bundesregierung erläutert zum seit Juli 2026 geltenden Gebäudemodernisierungsgesetz, dass Gas- und Ölheizungen weiterhin eingebaut werden dürfen. Zugleich soll ab 2029 schrittweise ein verbindlicher Anteil klimaneutraler Brennstoffe hinzukommen und ab 2045 müssen die Brennstoffe vollständig klimaneutral sein. Solche Brennstoffe können teurer sein als fossiles Gas. Wie stark sich diese Vorgaben auf einen einzelnen Haushalt auswirken, lässt sich heute nicht pauschal beziffern. Sinkt zudem die Zahl der Anschlüsse, könnten sich die Kosten des Gasnetzes auf weniger Haushalte verteilen.
Wärmepumpe als Alternative prüfen
Wer eine Heizung erneuern muss, sollte deshalb die gesamten Kosten über die Nutzungsdauer vergleichen: Anschaffung, mögliche Förderung, Wartung und laufenden Energieverbrauch. Die Wärmepumpe hat oft höhere Anschaffungskosten, benötigt aber keinen fossilen Brennstoff und liefert mit einer Kilowattstunde Strom ein Mehrfaches an Wärme. Ihre Wirtschaftlichkeit hängt von der Auslegung, dem Gebäude und dem Stromtarif ab. Im Heizspiegel liegt sie sowohl 2025 als auch in der Prognose für 2026 bei den laufenden Heizkosten klar vorn.
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