Im Zuge der nationalen Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie wird in Deutschland ein neues Instrument für Millionen Haus- und Wohnungseigentümer eingeführt: der Renovierungspass.
Während viele Eigentümer verunsichert sind und neue bürokratische Hürden befürchten, stellt sich die Frage: Was steckt hinter dem Pass, ist er Pflicht und wer braucht ihn wirklich?
Der Renovierungspass soll keine Pflicht sein. Aber eine Förderung wirst du ohne ihn wohl auch nicht bekommen. Foto: iStock.com / Klaus Bargheer
Was ist der Renovierungspass überhaupt?
Der Renovierungspass ist als strukturierter „Langzeitplan“ für ein Gebäude konzipiert. Zertifizierte Fachkräfte analysieren dabei den energetischen Ist-Zustand der Immobilie und erstellen einen stufenweisen Fahrplan für zukünftige Modernisierungen.
Das Konzept baut auf dem bekannten individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) auf, wird künftig jedoch europaweit vereinheitlicht und standardisiert.
Die Fakten auf einen Blick: Pflicht oder Freiwillig?
| Frage | Antwort |
| Gibt es eine Pass-Pflicht? | Nein. Der Pass ist für Eigentümer rechtlich nicht verpflichtend. |
| Darf man ohne Pass sanieren? | Ja. Fenster, Heizung oder Dach dürfen weiterhin uneingeschränkt erneuert werden. |
| Ist der Pass für Förderungen nötig? | Ja. Wer staatliche Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite nutzen will, wird den Pass künftig als Fördervoraussetzung benötigen. |
| Gibt der Pass Handwerker vor? | Nein. Die Wahl des Fachbetriebs oder die Umsetzung in Eigenleistung bleibt frei. |
In 4 Schritten: So kommen Eigentümer an den Pass
Da sich niemand den Renovierungspass selbst ausstellen darf, führt der Weg über eine qualifizierte Energieberatung:
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Vor-Ort-Check: Ein Energieberater prüft Gebäudehülle, Heizung, Fenster, Dach und Verbrauchsdaten.
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Analyse: Die Fachkraft berechnet das Einsparpotenzial und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen.
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Stufenplan: Es wird ein Fahrplan über mehrere Jahre erstellt – inklusive Kostenschätzung und Fördermöglichkeiten.
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Ausstellung: Der Pass wird digital und in Papierform übergeben.
Tipp: Die Erstellung des Passes wird voraussichtlich ähnlich wie die bisherige Energieberatung staatlich bezuschusst.
Darf man ohne Renovierungspass noch sanieren?
Ja – und zwar uneingeschränkt. Der Renovierungspass ist kein Genehmigungsdokument. Eigentümer dürfen weiterhin:
- Fenster austauschen
- Fassaden sanieren
- Dächer erneuern
- Bäder modernisieren
- Heizungen einbauen (unter Beachtung der geltenden GEG-Regeln)
Der Pass ist lediglich ein Werkzeug. Die EU zwingt niemanden, jede Maßnahme zuerst genehmigen zu lassen. Allerdings wird er künftig eine große Rolle bei Förderungen spielen. Wer Zuschüsse oder Kredite nutzen will, dürfte den Pass oft benötigen – nicht als Pflicht, sondern als Fördervoraussetzung.
Gibt der Renovierungspass vor, wer die Arbeiten machen darf?
Nein. Der Pass empfiehlt Maßnahmen – er schreibt aber keine Firmen vor. Eigentümer bleiben frei in ihrer Entscheidung, wen sie beauftragen.
Allerdings gilt weiterhin der übliche Grundsatz:
- Mit Förderung: meist Fachbetrieb erforderlich
- Ohne Förderung: Eigenleistung grundsätzlich möglich
Wer also selbst dämmen, renovieren oder vorbereiten will, darf das auch künftig tun. Nur bei förderfähigen Gewerken wie Heiztechnik, Dämmung oder Lüftungssystemen wird es – wie heute – Vorgaben geben, um die Qualität und Sicherheit zu gewährleisten.
Fazit: Kein Zwang, aber ein wichtiges Förder-Werkzeug
Der Renovierungspass bringt Ordnung in die Sanierungsplanung und schützt vor teuren Fehlentscheidungen (z. B. einer falsch dimensionierten Heizung vor der Fassadendämmung). Auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht: Wer in den kommenden Jahren sanieren und Fördergelder kassieren möchte, sollte den Pass frühzeitig einplanen.
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