Eine Wärmepumpe nutzt Umweltenergie statt Öl oder Gas. Woher sie diese nimmt, beeinflusst dein zukünftiges Heizen in mehrfacher Hinsicht. So punktet eine Erdwärmepumpe mit niedrigeren Heizkosten, lautlosem Betrieb und einer Kühlfunktion. Eine Luftwärmepumpe dagegen ist günstiger, leichter zu installieren und stellt geringere Anforderungen an deinen Garten.
Erd- oder Luftwärmepumpe - welche ist die richtige Wahl für dein Zuhause? Foto: KI-generiert / Gemini
Wann eignet sich welche Wärmepumpe?
| Wärmepumpen-Typ | Vorteile | Nachteile |
| Luftwärmepumpe (Luft-Wasser) | + günstige Anschaffung + schnelle Installation + kaum Platz im Außenbereich nötig + keine Genehmigung erforderlich | - geringere Effizienz im tiefen Winter - sichtbare Außeneinheit - Ventilatoren verursachen Geräusche |
| Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) | + höchste Effizienz + komplett lautlos im Außenbereich + sehr langlebig + nahezu kostenlos passiv kühlen | - hohe Anschaffungskosten - aufwendige Erdarbeiten - teils behördliche Genehmigung nötig |
Eine Luftwärmepumpe ist ideal für dich, wenn:
- dein Budget begrenzt ist.
- du ein kleineres Grundstück besitzt oder der Garten bereits fertig angelegt ist.
- du eine schnelle, unkomplizierte Modernisierung ohne Behördenstress wünschst.
Eine Erdwärmepumpe eignet sich perfekt für dich, wenn:
- du ein großes Grundstück besitzt oder eine Tiefenbohrung genehmigt bekommst.
- du einen Altbau mit hohem Heizbedarf besitzt, bei dem sich maximale Effizienz schnell auszahlt.
- du Wert auf ein optisch unauffälliges, lautloses System und günstige Kühlung legst.
Was kosten Erd- und Luftwärmepumpen?
Der Kostenvergleich zeigt: Bei der Anschaffung ist die Luftwärmepumpe günstiger. Bei den Betriebskosten überzeugt die Erdwärmepumpe.
Kauf und Installation: Luftwärmepumpe ist billiger
Bei der Anschaffung gewinnt die Luftwärmepumpe. Für ein Gerät mit 10 kW zahlst du inklusive Einbau meist zwischen 30.000 und 40.000 Euro. Eine gleich starke Erdwärmepumpe liegt aufgrund der aufwändigen Erdarbeiten eher bei 40.000 bis 50.000 Euro.
Einen Teil dieser Ausgaben kannst du dir vom Staat zurückholen. Bis zu 21.000 Euro Zuschuss steuert er zu deinem Heizungstausch bei, wenn du vor dem Kauf einen Förderantrag bei der KfW stellst. Vorteil für die Erdwärmepumpe: Du bekommst einen Effizienzbonus in Höhe von 5 Prozent. Für Luftwärmepumpen gibt es den nur, wenn sie mit einem natürlichen Kältemittel wie Propan arbeiten.
Strom und Wartung: Erdwärmepumpe verursacht weniger Kosten
Bei den laufenden Kosten hat die Erdwärmepumpe die Nase vorn. Sie benötigt rund 20 bis 25 Prozent weniger Strom als eine Luftwärmepumpe.
Beispiel: Stell dir ein typisches Haus aus den 80er-Jahren vor, 140 Quadratmeter, bisher mit Ölverbrauch von etwa 2.500 Liter pro Jahr. Das entspricht einem Wärmebedarf von 25.000 Kilowattstunden. Bei einem Wärmepumpen-Strompreis von 25 Cent pro kWh kommst du auf folgende Heizkosten:
- Luftwärmepumpe (JAZ: 3,6): 25.000 kWh : 3,6 = 6.944 kWh Strombedarf –> Stromkosten pro Jahr: ca. 1.736 Euro
- Erdwärmepumpe (JAZ: 4,7): 25.000 kWh : 4,7 = 5.319 kWh Strombedarf –> Stromkosten pro Jahr: ca. 1.330 Euro
Die Erdwärme spart dir in diesem Beispiel jedes Jahr über 400 Euro ein. Über die Lebensdauer der Anlage von mehr als 20 Jahren gleicht sie ihre höheren Startkosten somit mehr als wieder aus.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) einer Erdwärmepumpe liegt im Schnitt bei 4 bis 5. Das heißt, sie macht aus einer Kilowattstunde Strom 4 bis 5 Kilowattstunden Wärme. Eine Luftwärmepumpe kommt meist nur auf eine JAZ von 3 bis 4. Der Grund: Die Temperatur im Boden beträgt das ganze Jahr über rund 10 °C. Die Lufttemperatur hingegen sinkt bei Frost. Dann muss die Wärmepumpe mehr leisten, um auf die zum Heizen benötigte Vorlauftemperatur zu kommen. Dadurch steigt ihr Strombedarf stark an.
Auch die Wartungskosten fallen bei Erdwärmepumpen meist niedriger aus. Denn sie haben keine Außeneinheit, die der Witterung ausgesetzt ist. Bei einer Luftwärmepumpe muss diese regelmäßig überprüft und von Verschmutzungen durch Sand oder Laub befreit werden. Ihre Wartung ist daher etwas aufwändiger und teurer.
Voraussetzungen für die Installation
Für eine Luftwärmepumpe benötigst du weniger Platz und sie lässt sich schneller und einfacher installieren. Eine Erdwärmepumpe stellt dagegen höhere Anforderungen an dein Grundstück und erfordert umfangreiche Erdarbeiten.
Luftwärmepumpe passt auch in kleinen Garten
Die Luftwärmepumpe braucht draußen etwa einen Quadratmeter festen Untergrund und einen gewissen Abstand zu deinen Fenstern und den Grundstücken deiner Nachbarn. Im Haus steht nur ein kleiner Kasten, der kaum mehr Platz als eine Gas- oder Öltherme einnimmt.
Für Flächenkollektoren einer Erdwärmepumpe benötigst du eine große, unversiegelte Gartenfläche – etwa das Doppelte der zu beheizenden Wohnfläche. Darauf darfst du später weder bauen noch tiefwurzelnde Bäume pflanzen. Sonden brauchen nur wenig Platz; sie holen die Wärme aus der Tiefe. Dein Grundstück muss für deren Installation aber mit schwerem Bohrgerät befahrbar sein.
Erdwärmepumpen teils genehmigungspflichtig
Erdwärmesonden reichen bis zu 100 Meter ins Erdreich. Sie sind daher nicht überall erlaubt - etwa in Wasserschutzgebieten. Daher musst du vor den Bohrungen eine Genehmigung der Unteren Wasserbehörde einholen. Erdkollektoren sind meist nur meldepflichtig.
Für eine Luftwärmepumpe brauchst du keine Genehmigung. Sie muss nur die gesetzlichen Abstände zum Nachbargrundstück einhalten.
Weitere Aspekte: Kühlung, Ästhetik & Akustik
Neben den Kosten und dem Installationsaufwand gibt es noch ein paar Punkte, in denen sich Erd- und Luftwärmepumpen unterscheiden:
Erdwärmepumpe kühlt kostengünstig
Erdwärmepumpen machen auch im Sommer eine gute Figur – dank passiver Kühlung. Mit nur geringem Stromeinsatz senken sie so die Raumtemperatur um bis zu 4 °C. Dafür leitet eine Umwälzpumpe die Wärme aus dem Gebäude in den kühleren Erdboden. Diese Methode funktioniert nur mit erdgekoppelten Systemen, da die Außenluft im Sommer dafür zu warm ist.
Sowohl Erd- als auch die meisten Luftwärmepumpen sind zur aktiven Kühlung fähig. Dafür drehen sie ihr Funktionsprinzip um. Auf diese Weise können sie die Raumtemperatur um bis zu 10 °C senken; verbrauchen dabei aber fast so viel Strom wie beim Heizen.
Voraussetzung in beiden Fällen: Um Räume auf diese Weise herunterzukühlen, brauchst du Flächenheizungen. Heizkörper sind dafür nicht geeignet.
Erdwärmepumpen verhalten sich unauffällig
Auch was Optik und Lautstärke angeht, weiß die Erdwärmepumpe zu überzeugen. Sie arbeitet im Außenbereich völlig unsichtbar und absolut lautlos.
Die Außeneinheit einer Luftwärmepumpe dagegen verursacht ein konstantes Betriebsgeräusch. Hochwertige Geräte sind zwar leise, doch in einer sehr engen Siedlung kann das monotone Brummen dennoch zum Streitpunkt werden. Auch optisch kann die Außeneinheit einen Störfaktor darstellen. Nicht jeder findet Gefallen an dem deutlich sichtbaren Kasten im Vorgarten.
Fazit: Die Wahl der Wärmepumpe will wohl überlegt sein
Beide Wärmepumpen-Arten haben ihre Vor- und Nachteile. Eine Erdwärmepumpe ist langfristig gerechnet meist die bessere Variante. Wenn du jedoch weder den Platz noch das Geld für deren Installation hast, bekommst du auch mit einer Luftwärmepumpe ein effizientes, kostensparendes und umweltschonendes Heizsystem.
Bevor du eine Entscheidung fällst, solltest du dich mit einem Fachbetrieb beraten. Die Fachleute wissen, worauf beim Einbau zu achten ist, und kennen die lokalen Vorschriften, zum Beispiel in Bezug aufs Wasserrecht. Mit einem kompetenten Partner an deiner Seite ersparst du dir viel Stress und erhältst die zu deinem Haus passende Wärmepumpe.
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