Energie

Diese Winter-Kombi soll Heizkosten senken – doch lohnt sie sich wirklich?

Autorenbild Kilian Treß

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Während Wärmepumpen effizient die Grundlast abdecken, sollen Infrarotheizungen im Winter gezielt für schnelle Zusatzwärme sorgen. Ob diese Hybridlösung tatsächlich Kosten spart oder nur ein Nischenmodell für spezielle Gebäude bleibt, zeigt ein Blick auf reale Daten und Praxiserfahrungen.

Wärmepumpe plus Infrarotheizung – ein Widerspruch oder clever kombiniert?

Die Debatte um neue, klimafreundliche Heizsysteme dreht sich vor allem um Wärmepumpen: Sie nutzen Umweltwärme und gelten als effiziente Alternative zu Gas- oder Ölheizungen. Doch in sehr kalten Monaten stellt sich für viele Eigentümer die Frage, ob Wärmepumpen allein wirklich ausreichen — oder ob eine Kombination mit Infrarotheizungen im Winter die bessere Lösung ist.

Wärmepumpen: Effizient, aber nicht immer ausreichend

Wärmepumpen entziehen der Umgebung (Luft, Erde, Wasser) Wärme und erzeugen daraus Heizenergie. Sie erreichen typischerweise eine effizientere Energienutzung als rein elektrische Heizungen, weil sie pro eingesetzter Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärme erzeugen. Der Wirkungsgrad hängt dabei stark von Außentemperaturen und Systemauslegung ab. Studien zeigen, dass Wärmepumpen selbst bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt meist noch arbeiten, wenn auch mit etwas geringerer Effizienz.

In sehr kalten Phasen sinkt der „Coefficient of Performance“ (COP) zwar, aber moderne Systeme liefern auch dann noch mehr Wärmeenergie als sie elektrische Energie verbrauchen – und das deutlich wirtschaftlicher als elektrische Direktheizungen.

Infrarotheizungen gibt es günstig online

Infrarotheizungen sind inzwischen in großer Auswahl online erhältlich, etwa bei Amazon. Dort finden sich Modelle in unterschiedlichen Leistungsstufen von rund 300 bis 1.200 Watt, teils mit Thermostat, Smart-Steuerung oder für Wand- und Deckenmontage. Die Preise starten bereits unter 200 Euro pro Heizpaneel.

Infrarotheizungen: Direkt, schnell, aber teuer

Elektrische Infrarotheizungen erwärmen nicht primär die Luft, sondern Oberflächen im Raum – Möbel, Böden und Menschen. Das erzeugt schnell ein spürbares Wärmegefühl, ist jedoch energetisch nur eine Direktumsetzung von Strom in Wärme (1:1). Das bedeutet: Für jede Kilowattstunde Strom entsteht genau eine Kilowattstunde Wärme – ohne Nutzung von Umweltenergie.

Daher sind Infrarotheizungen für den dauerhaften Betrieb bei hohen Heizlasten in der Regel teurer im Betrieb als Wärmepumpen. Sie eignen sich eher für punktuelle oder kurzfristige Zusatzheizung — zum Beispiel in wenig genutzten Räumen.

Warum die Kombination sinnvoll sein kann

Mehrere Fachquellen sehen Hybridlösungen aus Wärmepumpe und Infrarotheizung als technologische Option, besonders in Bestandsgebäuden mit hohen Vorlauftemperaturen und schlechter Dämmung. In diesen Fällen kann die Wärmepumpe die Grundlast decken, während die Infrarotheizung punktuell und schnell Komfortwärme liefert oder Spitzenlasten abfedert.

In Altbauten etwa kann ein wassergeführtes System mit hoher Vorlauftemperatur für die Wärmepumpe ineffizient sein. Durch den Einsatz von Infrarotflächenheizungen zur Unterstützung kann der Betrieb der Wärmepumpe optimiert werden — zumindest nach Meinung einiger Forscher.

Auch praktische Anwendungen zeigen: In Räumen wie Badezimmern, Gästezimmern oder Schlafzimmern kann eine Infrarotheizung als Ergänzung zur Wärmepumpe sinnvoll sein, weil sie schnell Wärme liefert ohne große Systemveränderungen.

Grenzen und ökonomische Einordnung

Trotz des technischen Potenzials ist klar: Die Kombination bleibt ein Spezialfall, nicht die Standardlösung für jeden Haushalt. Eine rein elektrische Infrarotheizung ist nicht automatisch umweltfreundlich oder kostengünstig, wenn sie große Flächen dauerhaft beheizen muss.

In vielen gut gedämmten Neubauten oder bei moderner Heizkörper- und Fußbodenheiztechnik reichen effizient ausgelegte Wärmepumpen allein aus. Hybridlösungen spielen dort eher eine Rolle, wo die Dämmung schlecht ist oder ein punktueller Zusatzbedarf besteht.

Fazit: Möglich, aber kein Standard

Die Kombination aus Wärmepumpe und Infrarotheizung kann im Winter sinnvoll sein, wenn sie gezielt eingesetzt wird — etwa zur Abdeckung von Bedarfsspitzen oder in Räumen, die schnell Wärme brauchen.

Für den grundlegenden Heizbedarf in der ganzen Immobilie bleibt die Wärmepumpe aufgrund ihrer besseren Effizienz und niedrigeren Betriebskosten die wirtschaftlichere Basislösung.
Hybridkonzepte können dort punkten, wo die baulichen Gegebenheiten die Effizienz der Wärmepumpe allein begrenzen, oder wo Zusatzkomfort gewünscht ist — immer unter der Voraussetzung, dass die Gesamtsteuerung intelligent und energieeffizient ausgelegt wird.

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