Im Garten

Darum entscheidet sich jetzt, wie dein Rasen nächstes Jahr aussieht

Autorenbild: Andreas Steger
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Dichter, grüner Rasen im nächsten Frühjahr? Die Grundlage dafür legst du im Spätsommer. Jetzt kommt es auf wenige Pflegemaßnahmen und das richtige Timing an.

Nach Hitze, Trockenheit und intensiver Nutzung trägt der Rasen im Spätsommer oft deutliche Spuren davon. Gleichzeitig sind die Bedingungen für Pflegemaßnahmen jetzt besonders günstig: Der Boden ist noch warm, während kühlere Nächte und häufigere Niederschläge das Wachstum unterstützen.

Gräser können sich dadurch erholen und neue Wurzeln bilden, bevor die kalte Jahreszeit beginnt. Wer erst im Frühjahr reagiert, muss dagegen häufig gegen Moos, Unkraut und größere Lücken ankämpfen.

Kahle Stellen jetzt nachsäen

September ist einer der besten Monate für eine Nachsaat. Damit die Samen zuverlässig keimen, sollten abgestorbene Pflanzenteile entfernt und verdichtete Stellen leicht aufgelockert werden.

Anschließend wird die Saat gleichmäßig verteilt, vorsichtig angedrückt und dünn mit Rasenerde bedeckt. Besonders wichtig: Die Fläche darf während der Keimphase nicht austrocknen. Bei trockenem Wetter sollte sie regelmäßig und mit einem feinen Wasserstrahl bewässert werden.

Wer zu lange wartet, riskiert, dass sinkende Bodentemperaturen die Keimung verzögern. Die jungen Gräser haben dann möglicherweise nicht mehr genügend Zeit, sich vor dem ersten Frost zu etablieren.

Vertikutieren – aber nur bei Bedarf

Eine dicke Schicht aus Rasenfilz behindert den Austausch von Wasser, Luft und Nährstoffen. Bei stark verfilzten Flächen kann deshalb ein vorsichtiges Vertikutieren sinnvoll sein.

Dabei gilt jedoch: Weniger ist mehr. Die Messer sollten den Boden nur leicht anritzen. Ein tiefes oder mehrfaches Bearbeiten schwächt die Grasnarbe unnötig. Ist nur wenig Filz vorhanden, genügt es meist, abgestorbenes Material mit einem stabilen Rechen zu entfernen.

Direkt nach dem Vertikutieren lassen sich kahle Bereiche nachsäen. So werden offene Stellen schneller wieder geschlossen, bevor sich Unkraut ausbreiten kann.

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Der richtige Dünger macht den Unterschied

Im Herbst benötigt der Rasen eine andere Nährstoffzusammensetzung als während der Hauptwachstumszeit. Ein klassischer, stark stickstoffbetonter Sommerdünger kann jetzt zu weichem Wachstum führen, das empfindlicher gegenüber Frost und Krankheiten ist.

Geeigneter ist ein ausgewiesener Herbstrasendünger. Er enthält in der Regel mehr Kalium, das die Zellstruktur der Gräser stärkt und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Kälte und Trockenstress unterstützt.

Gedüngt werden sollte auf möglichst trockenem Rasen. Anschließender Regen oder eine gründliche Bewässerung hilft dabei, die Nährstoffe in den Boden zu transportieren. Die Dosierung des Herstellers sollte unbedingt eingehalten werden.

Auch das Mähen bleibt wichtig

Solange der Rasen wächst, sollte er weiterhin regelmäßig gemäht werden. Zu lang sollte er jedoch nicht in den Winter gehen: Umgeknickte Halme speichern Feuchtigkeit und können Pilzkrankheiten begünstigen. Zu kurz geschnittene Gräser sind wiederum weniger gut vor Kälte geschützt.

Für viele Gebrauchsrasen ist im Herbst eine Höhe von ungefähr vier bis fünf Zentimetern sinnvoll. Entscheidend sind jedoch Rasensorte, Witterung und Standort. Beim letzten Mähen sollten die Messer besonders scharf sein, damit die Halme sauber abgeschnitten und nicht ausgefranst werden.

Laub nicht liegen lassen

Eine geschlossene Laubdecke nimmt dem Rasen Licht und Luft. Unter feuchtem Laub entstehen außerdem Bedingungen, unter denen Fäulnis und Pilzerkrankungen leichter auftreten können.

Herabgefallene Blätter sollten deshalb regelmäßig entfernt werden. Einzelne trockene Blätter lassen sich beim Mähen zerkleinern. Dicke oder nasse Schichten gehören dagegen auf den Kompost oder können als schützende Abdeckung unter Sträuchern verwendet werden.

Diese Fehler können den Frühjahrsaustrieb schwächen

Besonders ungünstig sind eine sehr späte Nachsaat, übermäßiges Vertikutieren und eine falsche Düngung. Auch dauerhaft nasse Böden sollten nicht intensiv bearbeitet werden, da sie dabei zusätzlich verdichten können.

Die konkreten Termine richten sich weniger nach dem Kalender als nach dem Wetter. In milden Regionen bleibt das Zeitfenster länger offen. In höheren oder kühleren Lagen müssen Nachsaat und Düngung entsprechend früher abgeschlossen sein.

Wenige Maßnahmen mit großer Wirkung

Eine aufwendige Komplettsanierung ist im September meist gar nicht erforderlich. Häufig reichen vier Schritte: kahle Stellen nachsäen, den Rasen passend düngen, weiter mähen und regelmäßig Laub entfernen.

So geht die Grasnarbe gestärkt in den Winter – und startet im Frühjahr dichter, gesünder und mit deutlich weniger Platz für Moos und Unkraut.

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