Ratgeber

Privates Balkonkraftwerk: So viel Leistung ist in Deutschland erlaubt

Autorenbild Kilian Treß
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Balkonkraftwerke werden immer günstiger und sind inzwischen schon für wenige hundert Euro zu bekommen. Viele überlegen deshalb, gleich mehrere Module oder sogar mehrere Anlagen zu installieren. Doch wie viele Balkonkraftwerke sind pro Haushalt tatsächlich erlaubt?

Entscheidend ist nicht die Anzahl, sondern die Leistung

Bei Balkonkraftwerken kommt es rechtlich weniger auf die Anzahl der Module oder Geräte an, sondern auf die maximale Leistung der Anlage. Seit der Vereinfachung der Regeln für Steckersolargeräte liegt die erlaubte Wechselrichterleistung bei 800 Watt.

Solange diese Grenze eingehalten wird, gilt die Anlage weiterhin als Balkonkraftwerk mit vereinfachten Regeln. Das bedeutet: Die Anmeldung im Marktstammdatenregister reicht aus, zusätzliche Genehmigungen sind normalerweise nicht notwendig.

Mehrere Solarmodule sind grundsätzlich möglich

Viele Balkonkraftwerke bestehen bereits aus zwei Solarmodulen. Technisch können aber auch mehr Module installiert werden, etwa wenn ein Balkon, eine Terrasse oder eine Hauswand ausreichend Platz bietet.

Dabei ist wichtig, dass der Wechselrichter die Leistung begrenzt. Selbst wenn mehrere Module angeschlossen sind, darf die Einspeiseleistung ins Hausnetz insgesamt nicht über 800 Watt liegen.

Mehr Module können sogar Vorteile haben. Wenn sie unterschiedlich ausgerichtet sind, wird über den Tag verteilt länger Strom erzeugt.

Balkonkraftwerk-Rechner

Dieser Rechner ermittelt die jährliche Energieerzeugung einer PV-Anlage.

180° (Süden)
30°

Zwei getrennte Balkonkraftwerke können problematisch sein

Schwieriger wird es, wenn zwei komplett separate Balkonkraftwerke mit jeweils eigenem Wechselrichter betrieben werden. In diesem Fall addiert sich die Leistung beider Anlagen.

Überschreitet die Gesamtleistung die Grenze von 800 Watt, gilt die Anlage rechtlich nicht mehr als einfaches Steckersolargerät. Dann können strengere Anforderungen greifen, ähnlich wie bei einer klassischen Photovoltaikanlage.

Auch der Stromkreis sollte berücksichtigt werden

Neben den gesetzlichen Regeln spielt auch die elektrische Installation eine Rolle. Balkonkraftwerke werden in der Regel über eine Steckdose angeschlossen.

Wenn mehrere Anlagen gleichzeitig einspeisen, kann die Belastung des Stromkreises steigen. Deshalb kann es sinnvoll sein, die Anlage über eine geeignete Einspeisesteckdose oder einen separaten Stromkreis zu betreiben.

In Mietwohnungen kann es zusätzliche Regeln geben

In Mehrfamilienhäusern können außerdem Vermieter oder Eigentümergemeinschaften Vorgaben zur Installation machen. Seit den gesetzlichen Änderungen gelten Balkonkraftwerke zwar als privilegierte Maßnahme, dennoch kann es Anforderungen zur Befestigung oder zum Erscheinungsbild geben.

Wer mehrere Module installieren möchte, sollte deshalb vorab prüfen, welche Regeln im eigenen Haus gelten.

Fazit: Die Leistungsgrenze bleibt entscheidend

Auch wenn Balkonkraftwerke immer günstiger werden, gilt weiterhin eine klare Grenze. Entscheidend ist nicht, wie viele Module installiert sind, sondern wie viel Leistung tatsächlich ins Hausnetz eingespeist wird.

Solange die 800 Watt Wechselrichterleistung eingehalten werden, können auch mehrere Module betrieben werden. Mehrere separate Balkonkraftwerke mit höherer Gesamtleistung fallen dagegen meist nicht mehr unter die vereinfachten Regeln für Steckersolargeräte.

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